29.03.2026
Neue CBA-Verhandlungen
18 Spiele, mehr International Games - und bald auch Gehaltslimits für Superstars? In den kommenden CBA-Verhandlungen könnte die NFL eine Regel diskutieren, die den Markt für Top-Spieler grundlegend verändern würde.

Die NFL könnte vor einer der größten finanziellen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte stehen. Im Zuge der kommenden Verhandlungen über ein neues Collective Bargaining Agreement (CBA) wird laut US-Berichten intern diskutiert, künftig eine Obergrenze für individuelle Spielergehälter einzuführen.
Ein mögliches Modell wäre ein sogenannter "Max-Vertrag" - ähnlich wie in der NBA, wo die Basketball-Stars nur einen festgelegten Prozentsatz des Salary Caps verdienen dürfen. Damit würde der bisher freie Markt für Top-Spieler erstmals künstlich begrenzt werden.
Die Diskussion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ohnehin größere strukturelle Veränderungen im Raum stehen. Die Liga soll unter anderem eine Erweiterung der Regular Season von 17 auf 18 Spiele prüfen sowie eine Ausweitung der internationalen Partien von aktuell zehn auf bis zu 16 pro Saison.
Parallel wird über Anpassungen an der Salary-Cap-Formel gesprochen. Teambesitzer argumentieren, dass ihre Kosten stärker gestiegen seien als bislang im aktuellen Modell berücksichtigt.
Eine zusätzliche Begrenzung für Einzelverträge könnte in dieser Hinsicht dabei helfen, steigende Spielergehälter besser zu kontrollieren.
Außerdem hätte ein Max-Contract-Modell natürlich direkte Auswirkungen auf die Struktur vieler NFL-Verträge. In den vergangenen Jahren haben Quarterbacks und Wide Receiver immer neue Rekordmarken gesetzt.
Erst kürzlich wurde Jaxon Smith-Njigba mit einem Vertrag ausgestattet, der ihn zum bestbezahlten Receiver der NFL-Geschichte macht. Auch Top-Quarterbacks bewegen sich regelmäßig in Gehaltsregionen von über 50 Millionen US-Dollar pro Jahr.
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Eine Obergrenze würde verhindern, dass einzelne Stars einen immer größeren Anteil des Salary Caps beanspruchen. Für den Großteil der Spieler könnte ein solcher Schritt sogar Vorteile bringen: Wenn weniger Geld an einige wenige Superstars fließt, könnte ein größerer Anteil auf den restlichen Kader verteilt werden.
Gerade Rotationsspieler, Special Teamer und Starter außerhalb der absoluten Elite könnten so von steigenden Durchschnittsgehältern profitieren.
Ob die Spielergewerkschaft einer solchen Änderung zustimmen würde, bleibt jedoch offen. Max-Verträge würden den freien Markt einschränken. Ein sensibles Thema in Arbeitsverhandlungen.
Noch handelt es sich lediglich um Überlegungen im Vorfeld der kommenden CBA-Gespräche. Dennoch zeigt die Diskussion, dass die NFL langfristig nach Wegen sucht, Kosten zu kontrollieren und gleichzeitig weiteres Wachstum zu ermöglichen.
Sollte tatsächlich eine Obergrenze für individuelle Verträge eingeführt werden, würde dies die Dynamik bei Vertragsverhandlungen grundlegend verändern.
Rekorddeals könnten künftig seltener werden - und der Wettbewerb um die Verteilung des Salary Caps würde sich stärker auf die Breite der Kader verlagern.
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mhh