28.03.2026
Ständiger Streit
Ihr Name kommt oft in den Schlagzeilen vor. Meistens geht es um Konflikte mit der NFL: Die Rede ist von der NFLPA. Doch wofür sie eigentlich steht und was sie macht, erfahrt ihr hier.

Neuer Direktor, Streit mit der NFL um Umfragen und um einen Saison-Ausbau. Um die NFLPA wird es selten so wirklich ruhig. Dabei vertritt die Organisation zentrale Ziele und Werte.
Die NFL Players Association (NFLPA), ist die Gewerkschaft der Spieler. Ihre Aufgabe ist es, die Interessen der Profis gegenüber der Liga zu vertreten. Im Fokus dabei ist insbesondere der Kampf um Rechte, Gehälter, Arbeitszeiten und -bedingungen und vieles mehr.
Zentrale Grundlage dafür ist das sogenannte Collective Bargaining Agreement (CBA). Dieser Tarifvertrag regelt die wichtigsten Rahmenbedingungen zwischen Spielern und Liga - von Mindestgehältern über Trainingszeiten bis hin zu Sicherheitsstandards. Die NFLPA überwacht, dass diese Vereinbarungen eingehalten werden und vertritt die Spieler in Verhandlungen.
1956 wurde die Gewerkschaft gegründet, als sich das erste Mal vereinzelt Spieler zusammenschlossen, um für ihre Rechte einzustehen. Im Zuge dessen gründete sich die Vereinigung und ab November 1956 unterschrieb die Mehrheit aller Spieler, dass sie von der NFLPA vertreten werden wollen. Ihren Hauptsitz haben sie in Washington DC. Seit diesem Jahr ist JC Tretter der Executive Direktor der Gewerkschaft. Er war von 2013 bis 2022 selbst Profi und spielte als Center bei den Green Bay Packers und den Cleveland Browns.
Die Gewerkschaft konnte bereits wichtige Erfolge und Entwicklungen feiern. Sie führten unter anderem die Mindestgehälter und den Salary Cap ein und verbesserten die Gesundheitsprotokolle. Im Fokus hierbei steht das Concussion Protocol.
Gerade in den letzten Wochen sind erneut einige Themen hochgekocht, die das Konfliktpotenzial zwischen NFL und NFLPA verdeutlichen.
Zunächst wäre da, die Ende Februar veröffentlichten Umfragen der NFLPA. Einmal im Jahr dürfen die NFL-Spieler in einer Umfrage der Gewerkschaft ihr Team bewerten. Die NFL ist gegen die Veröffentlichung dieses Berichts vorgegangen und reichte eine Beschwerde ein. Trotzdem wurde die Umfrage veröffentlicht, was die NFL nicht gerade positiv stimmte. Sie warfen der Gewerkschaft vor, abwertend gegenüber den Franchises zu sein und wandten sich daraufhin per E-Mail an die Franchises mit der Bitte, die Ergebnisse nicht ernst zu nehmen.
Aktuell bahnt sich der nächste Konflikt an. Es geht um einen möglichen Spielplan-Ausbau, den die NFL schon detailliert geplant hat. Konkret soll die Saison von 17 auf 18 Spiele verlängert werden und es soll künftig 16 anstatt zehn internationaler Spiele geben. In der Theorie muss die Liga mit diesen Änderungen noch bis 2031 warten, da das aktuelle CBA noch bis dahin gültig ist. Trotzdem ist es ihnen erlaubt, schon vorher an die NFLPA heranzutreten und diese Vorschläge abzugeben.
Das stößt nicht bei allen auf Begeisterung. Erst kürzlich hat sich JC Tretter in seinem neuen Amt zum ersten Mal zu Wort gemeldet - und das sofort mit einer Ansage an die NFL: "Sie können mich morgen anrufen und fragen. Die Antwort lautet nein", verdeutlicht Tretter.

Die Frage wird sich jedoch eher stellen, ob die NFL verhandeln will, oder eher Forderungen auf den Tisch legt. Bereits in der Vergangenheit gab es Streiks in der NFL, bei denen über einen gewissen Zeitraum keine Spiele stattfanden, um Forderungen durchzusetzen.
Im Prinzip möchte sich die Gewerkschaft für positive Aspekte einsetzen: Die Spieler unterstützen, damit sie unter fairen Bedingungen arbeiten können. Alles Themen, von denen natürlich auch die NFL profitiert. Warum gibt es also so viele Konflikte?
Der Kern liegt wohl in der Ausrichtung der beiden Parteien. Die NFL verfolgt als Liga wirtschaftliche Interessen: Wachstum, höhere Einnahmen, mehr Spiele, größere Reichweite. Die NFLPA hingegen konzentriert sich auf die Spieler - ihre Gesundheit, ihre Karriere und ihre Arbeitsbedingungen.
Genau hier entsteht ein Spannungsfeld. Mehr Spiele bedeuten beispielsweise höhere Einnahmen für die Liga - aber auch eine größere körperliche Belastung für die Spieler. Ähnliche Interessenkonflikte gibt es bei Themen wie Trainingsumfang, Regenerationszeiten oder Einnahmenverteilung.
Hierbei versucht die NFLPA das Gegengewicht zur Liga zu bilden und sorgt dafür, dass die Interessen der Spieler nicht untergehen.
lgr