16.03.2026
Die Stimme der NFL-Spieler
Die Spieler der NFL haben eine neue - beziehungsweise bekannte - Stimme. Linebacker Jalen Reeves-Maybin wurde erneut zum Präsidenten des Boards der NFL Players Association (NFLPA) gewählt. Doch was genau ist dieses Gremium eigentlich - und warum übernehmen aktive Spieler diese Rollen?

Reeves-Maybin wurde am Sonntag erneut zum Präsidenten des Boards of Player Representatives der NFLPA gewählt. Der erfahrene Linebacker beginnt damit seine zweite Amtszeit von zwei Jahren.
"Ich fühle mich geehrt, dass das Board mir erneut vertraut", erklärte er in seinem offiziellen Statement. "Es liegt wichtige Arbeit vor uns, und ich freue mich darauf, weiterhin für die Rechte und Interessen unserer Spieler einzutreten."
Der 31-Jährige spielte in der vergangenen Saison für die Chicago Bears und ist aktuell Free Agent. Zuvor stand er mehrere Jahre bei den Detroit Lions sowie kurzzeitig bei den Houston Texans unter Vertrag.
Neben der Wiederwahl von Reeves-Maybin wurden auch mehrere andere Spieler in das Executive Committee der NFLPA gewählt.
Tanoh Kpassagnon übernimmt künftig die Rolle des Schatzmeisters. Außerdem wurden Edge Rusher Jonathan Greenard (Minnesota Vikings), Defensive Lineman Harrison Phillips (New York Jets) sowie Linebacker Zaire Franklin (Green Bay Packers) neu in das Gremium gewählt.
Bereits zuvor im Vorstand vertreten waren unter anderem Cam Heyward, Ted Karras, Case Keenum, Brandon McManus, Thomas Morstead und Oren Burks, die ebenfalls erneut bestätigt wurden.
Die NFL Players Association ist die Spielergewerkschaft der NFL-Profis. Sie vertritt die Interessen der Spieler gegenüber der Liga und den Team-Besitzern.

Zu den wichtigsten Aufgaben gehören: Verhandlungen über den Tarifvertrag (Collective Bargaining Agreement), Schutz der Spielerrechte, Gesundheits- und Sicherheitsfragen, Mindestgehälter, Pensionen und Benefits und Unterstützung der Spieler bei Disziplinarverfahren.
Wie wichtig diese Themen für die Spieler sind, zeigte sich erst Anfang Februar während der Super-Bowl-Woche. Bei der jährlichen Pressekonferenz der NFLPA machte die Spielergewerkschaft deutlich, dass viele Profis eine mögliche Ausweitung der Regular Season auf 18 Spiele kritisch sehen. Aus Sicht der Spieler würde eine weitere Verlängerung der Saison die körperliche Belastung deutlich erhöhen.
Solche Debatten gehören zu den zentralen Aufgaben der NFLPA. Sie ist die Organisation, die sicherstellt, dass Spieler bei wichtigen Entscheidungen der Liga eine Stimme haben.
Anders als in vielen klassischen Gewerkschaften besteht die Führung der NFLPA dabei überwiegend aus aktiven Spielern.
Der Grund: Nur aktuelle Profis erleben den Alltag in der Liga unmittelbar. Sie wissen aus eigener Erfahrung, welche Themen die Spieler beschäftigen. Von Spielergesundheit über Vertragsfragen bis hin zu Trainingsbedingungen.
Jedes Team stellt dafür sogenannte Player Representatives, die ihre Mannschaft innerhalb der NFLPA vertreten. Aus diesem Kreis werden dann das Board sowie das Executive Committee gewählt.
Die Entscheidungen der NFLPA haben direkten Einfluss auf die gesamte Liga. Der aktuelle Tarifvertrag regelt etwa: die Länge der Saison, die Höhe der Salary Caps, Mindestgehälter, Trainingsbedingungen sowie Gesundheitsprotokolle.
Gerade in Zeiten steigender Einnahmen und wachsender Belastung der Spieler gewinnt die Rolle der Spielergewerkschaft dadurch gleichzeitig auch immer mehr Bedeutung. Mit Reeves-Maybin an der Spitze bleibt die Führung der NFLPA nun zunächst für weitere zwei Jahre unverändert.
mhh