14.02.2026
Von Opening Night bis Game Day
Super Bowl LX bedeutete gleichzeitig auch: San Francisco im Ausnahmezustand. Doch das Spektakel beginnt lange vor dem eigentlichen Game Day. Die Super-Bowl-Woche vor dem Finale der National Football League ist ein eigenes Event - sieben Tage Dauerbetrieb zwischen Media-Marathon, Fan-Festival und globaler Inszenierung. Und wir waren live vor Ort dabei, um zu zeigen, wie diese außergewöhnliche Woche wirklich abläuft.

San Francisco war in diesem Jahr mehr als nur Gastgeber des spektakulärsten Einzelsportereignisses der Welt. Die Bay Area wurde zur Football-Hauptstadt. Schon Tage vor dem Spiel dominierten Logos, Bühnen, prominente Persönlichkeiten und Fan-Aktivierungen das Stadtbild. Für Medienvertreter bedeutet das konkret: lange Tage, wenig Schlaf und ein klarer Produktionsplan. Von der Akkreditierung über die Team-Hotels bis hin zur Halftime-Pressekonferenz und der Opening Night - jeder Tag folgt einer eigenen Dramaturgie.
Montag heißt zunächst: ankommen und organisieren. Akkreditierung abholen, erste Wege testen, Abläufe verstehen - denn ohne den Medienausweis geht vor Ort nichts. In diesem Jahr begann die Woche direkt mit viel Action, da der Pro Bowl erstmals in die Super-Bowl-Woche integriert war. Spieler standen bereits vor dem Training für Interviews bereit, sodass es nicht lange dauerte, bis die ersten O-Töne von NFL-Superstars im Kasten waren.
Am Abend folgte die berühmte Opening Night in San Jose. Normalerweise ist das der einzige Termin, an dem beide Super-Bowl-Teams gemeinsam unter einem Dach auftreten und Pressevertretern Rede und Antwort stehen. Die Schlüsselspieler sitzen für eine Stunde auf kleinen Podien in einer riesigen Halle, während Journalisten von Station zu Station wechseln und Fragen stellen können. Danach kommt das zweite Team in die Halle, das offizielle Quarterback- und Head-Coach-Foto entsteht unter der Moderation von Scott Hanson, und auch dieses Team durchläuft denselben Ablauf. Für uns bedeutete das direkt an Tag 1: das erste große Content-Feuerwerk, das anschließend im Media Room aufbereitet und nach Deutschland geschickt wurde.
Dienstage in einer Super-Bowl-Woche stehen häufig im Zeichen zusätzlicher Events - hier war es erstmals der Pro Bowl selbst. Vor Ort herrscht eine lockere, fast festivalartige Atmosphäre, aber für Medien bleibt es Arbeit: Interviews führen, Eindrücke sammeln und Storylines weiterdenken.
Am Abend folgte eine Media Night in den EA Sports Headquarters - Networking, Austausch und erste Einordnungen. Solche Termine sind wichtig, um Kontakte zu pflegen und Hintergründe zu vertiefen.
Mittwoch bedeutete für uns: Fokus auf die Fans. Die Super Bowl Experience öffnete ihre Tore - ein riesiger Themenpark, aufgebaut von der NFL. Fans konnten Combine-Disziplinen ausprobieren, historische Exponate bestaunen oder Hall-of-Fame-Momente in einer Ausstellung noch einmal erleben.
Parallel lief die gesamte Woche die berühmte Radio Row. Große Shows produzierten live vor Ort, Podcasts und TV-Formate reihten sich aneinander. Auch wir waren dort regelmäßig vertreten und führten unter anderem ein Interview mit dem deutschen Superstar Amon-Ra St. Brown. Wer durch die Radio Row läuft, sieht nicht nur viele hart arbeitende Medienvertreter, sondern auch zahlreiche Stars aus dem Sport oder andere Prominente, die als Gäste in den Shows auftreten.
Am Donnerstag stand für uns die letzte Media Availability der Teams auf dem Programm - inklusive Fahrt zu den Teamhotels in San Jose und Santa Clara. Zuerst sprechen Head Coaches und Quarterbacks auf offiziellen Pressekonferenzen, danach öffnet sich ein Raum für Einzelinterviews mit dem restlichen Kader. Der Termin hatte einen ähnlichen Charakter wie die Opening Night: einzelne Podien für Schlüsselspieler, während sich der Rest des Teams in der umliegenden Halle aufhielt. Hier entstanden tiefere Geschichten - unter anderem Interviews mit Jaxon Smith-Njigba, Stefon Diggs, Milton Williams oder auch Legion-of-Boom-Mitglied Cliff Avril.
Am Abend folgten die NFL Honors, die große und glamouröse Award-Show der Liga. MVP, Offensive Player of the Year und weitere Auszeichnungen wurden vergeben. Zusätzlich fand an diesem Tag die offizielle Pressekonferenz der Halftime Show statt - in diesem Jahr mit Superstar Bad Bunny. Der Andrang war riesig, früh da sein war Pflicht, sonst musste man von draußen zuhören.
Der Freitag wirkte zum ersten Mal etwas ruhiger - das merkte man auch auf der Radio Row, wo die ersten bereits begannen, ihre Stationen abzubauen. Parallel dazu absolvierten die Super-Bowl-Mannschaften ihr Abschlusstraining ohne Medienzugang. Dennoch entstanden rundherum zahlreiche Termine.
Am Abend stand eine von der NFL Deutschland organisierte Media Night plus Fan-Meetup an. Zunächst trafen sich deutsche Medienvertreter untereinander, später wurde das Event für Fans geöffnet und entwickelte sich zu einem gelungenen deutschsprachigen Community-Treffen mitten in der Super-Bowl-Woche.
Samstag ist die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Die Stadt wirkt elektrisiert und gleichzeitig immer voller. Der Verkehr kommt durch lange Staus teilweise zum Stillstand, die ganz großen Termine sind jedoch abgeschlossen. Für uns bedeutete das: letzte Storylines vorbereiten, Inhalte finalisieren, Akkus laden - und nach Santa Clara umziehen, denn das Levi’s Stadium liegt dort, etwa eine Stunde außerhalb von San Francisco.
Highlight des Tages war das Creator Flag Game. Prominente Persönlichkeiten spielten Flag Football und sorgten so für zusätzliche Aufmerksamkeit vor dem großen Spiel am Sonntag.
Der Sonntag beginnt früh. Für Medien öffnen die Stadiontore bereits mehrere Stunden vor dem Kickoff. Rund um das Stadion herrscht Festivalstimmung mit Tailgating, Team-Partys und Fan-Events.
Im Stadion startet das Showprogramm etwa 45 Minuten vor Spielbeginn. Green Day heizte die Menge an, danach folgten unter anderem der Einlauf der Mannschaften, die Hymne mit spektakulärem Flyover, der Coin Toss und vieles mehr. Und dann begann auch schon das Highlight der Woche: der Kickoff von Super Bowl LX.
Für Medien endet der Tag jedoch nicht mit dem letzten Snap und dem anschließenden Konfettiregen. Alle Aufnahmen müssen gesichtet, geschnitten und nach Deutschland geschickt werden. Eine gute Internetverbindung ist entscheidend - viele Stunden verbringt man in Media Rooms, um Inhalte zu produzieren.
Eine Super-Bowl-Woche ist ein Dauerlauf zwischen Show, Sport und Produktionsstress. Sie ist laut, intensiv und bis ins Detail durchgetaktet. Wer vor Ort arbeitet, erlebt sieben Tage Ausnahmezustand - lange bevor am Sonntag der Ball fliegt. Und genau das macht den Super Bowl zu mehr als nur einem Spiel. Es ist das Highlight des Jahres und der würdige Höhepunkt einer NFL-Saison.
val