06.04.2026
Warten bis Juni
In Philadelphia gibt es in dieser Offseason keine ruhige Minute. Nach dem Verlust wichtiger Spieler in der Free Agency, kommen nun immer wieder Gerüchte über einen Trade von A.J. Brown auf. Die Patriots werden als einer der heißesten Kandidaten genannt und das nicht ohne Grund.

Bei den Eagles fühlt sich alles nach Unzufriedenheit an. Obwohl die Eagles erneut mit einem Record von 11-6 deutlich die NFC East gewannen und in die Playoffs einzogen, herrscht in dieser Offseason auch wegen des erneut frühen Ausscheidens in der Wild Card Round gegen die 49ers eine unruhige Stimmung in dem Franchise. Besonders die Personalie A.J. Brown wird immer wieder zum Thema, da der Wide Receiver häufig mit Trade-Gerüchten in Verbindung gebracht wird. The Athletic berichtet nun, dass einige NFL-Experten davon ausgehen, dass Brown im Juni zu den Patriots getradet wird.
Brown kam während des Drafts 2022 zu den Eagles. Nach drei Jahren bei den Tennessee Titans tauschten die Eagles ihren 18. Pick im Draft für den Receiver ein. Bei den Titans hatte Brown in seinen ersten beiden Saisons in der Profiliga mehr als 1000 Yards erzielt. Das reichte den Eagles, um ihren First-Round-Pick zu investieren. Und es zahlte sich aus. In Philadelphia brachte Brown sein Spiel auf ein neues Level.
Bereits in seinen ersten zwei Saisons im Team harmonierte er stark mit Quarterback Jalen Hurts und fing in beiden Jahren jeweils fast 1500 Yards und insgesamt 18 Touchdowns. Mit DeVonta Smith bildete er eines der besten Receiver-Duos der Liga. Doch in den beiden vergangenen Saisons litt Browns Performance etwas unter dem variablen Spiel der Eagles. Seine Targets sanken von 158 (2023) auf 97 und 121 in den Saisons 2024 und 2025. Somit erzielte er in beiden Spielzeiten etwas über 1000 Yards. Seine Frustration verheimlichte der ehemalige Zweitrundenpick kaum. Seine geringere Rolle im offensiven System kritisierte er zunehmend und brachte während den laufenden Saisons viel Unruhe ins Team.
| Jahr | Team | Spiele | Targets | Receptions | Yards | Touchdowns |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2019 | TEN | 16 | 84 | 52 | 1051 | 8 |
| 2020 | TEN | 14 | 106 | 70 | 1075 | 11 |
| 2021 | TEN | 13 | 105 | 63 | 869 | 5 |
| 2022 | PHI | 17 | 145 | 88 | 1496 | 11 |
| 2023 | PHI | 17 | 158 | 106 | 1456 | 7 |
Sein Unmut machte sich im Team bemerkbar und die Störgeräusche, die die Diskussionen rund um seine Person auslösten, dürften einer der Gründe für das frühe Ende der Eagles-Saison gewesen sein. Sogar im Playoff-Spiel gegen die 49ers kam es zu einem Wortgefecht zwischen Brown und Head Coach Nick Sirianni, über den Einsatz von Brown auf dem Feld. Dabei war Brown für den Misserfolg der Eagles mitverantwortlich. Er ließ zwei Bälle fallen, einen dabei im wichtigsten Drive des Spiels und stellte damit sein Karrierehoch bei Drops in einem Spiel ein. Die Eagles verloren das Wild Card Game gegen die San Francisco 49ers mit 23:19 und schieden aus den Playoffs aus. Brown weigerte sich danach mit den Medien zu sprechen.
Für die Eagles würde eine Trennung von dem Star-Receiver zwar den Verlust eines starken Receivers bedeuten, könnte die Störgeräusche und die Unruhe im Team aber stark reduzieren. Zudem ist der 28-Jährige aktuell in einem kleinen Formtief und die Eagles könnten eine Menge Cap Space sparen. Philadelphias Front Office muss nun allerdings mindestens bis nach dem 1. Juni 2026 warten, um einen Trade zu finalisieren - denn während der Dead Cap der Eagles bei einem Trade vor diesem Datum etwas mehr als 40 Millionen Dollar betragen würde, halbiert er sich bei einem Trade nach dem 1. Juni. Somit könnten die Eagles das Problem aus der Welt schaffen, Cap Space einsparen, wenig Dead Cap in Kauf nehmen und sogar noch eine Kompensation in Form von Draftkapital erhalten.
Für die New England Patriots bietet sich damit eine seltene Gelegenheit, die die Verantwortlichen im Blick haben müssen. Denn mit A.J. Brown kommt einer der dominantesten Receiver aus den Jahren 2022 und 2023 auf den Markt, dessen kleine Formkrise in den vergangenen zwei Saisons immer noch für jeweils über 1000 Yards reichte. Solche Receiver gibt es nicht häufig und Brown ist körperlich einer der dominantesten Spieler auf seiner Position.
Mit 28 Jahren stecken zudem noch einige gute Footballjahre in dem Eagles-Spieler und die Patriots haben Bedarf auf der Position. Nach dem Abgang von Stefon Diggs brauchen die Patriots neben Neuverpflichtung Romeo Doubs einen klaren Nummer-1-Receiver, um Drake Maye die besten offensiven Waffen zur Verfügung zu stellen. Die Patriots haben in der vergangenen Saison gezeigt, dass sie mit dem Team bis in den Super Bowl kommen können - mit einem Receiver wie A.J. Brown und einem etwas besseren Schutz für Maye könnte das Team erneut in Richtung Super Bowl schielen und diese Saison den ganz großen Wurf wagen.
Da hilft ein sehr erfahrener klarer Nummer-1-Receiver, der diese Rolle auch einfordert enorm. Brown hatte in seiner siebenjährigen Karriere nur eine Saison weniger als 1000 Yards und spielte immer mindestens 13 Spiele für sein Team. Damit könnte Brown genau das fehlende Puzzlestück sein, das der Patriots-Offense für maximalen Erfolg fehlt.
Und Brown wäre eine vergleichsweise günstige Option für die Patriots. Ein Receiver von seinem Kaliber ist meist extrem teuer und würde in einem Trade normalerweise mindestens einen First-Round-Pick kosten. Bei Brown könnte sich die Situation allerdings anders entwickeln - denn die Eagles haben ein gewisses Interesse daran ihn loszuwerden, um Cap Space zu sparen und das Problem aus der Welt zu schaffen. Dadurch sinkt der Preis und die Patriots haben eine gute Verhandlungsbasis und können den Preis drücken.
Aber die Situation der Eagles ist in der Liga bekannt und auch andere Teams könnten an einem Trade für Brown interessiert sein. Neben den Patriots gelten auch die Los Angeles Rams als möglicher Abnehmer. Die Eagles könnten also auf eine Wettbieten zwischen mehreren NFL-Teams hoffen.
nhu
| 2024 | PHI | 13 | 97 | 67 | 1079 | 7 |
| 2025 | PHI | 15 | 121 | 78 | 1003 | 7 |