06.10.2026
Hoffnung für dieses Jahr
Die ersten vier Wochen der NFL-Saison sind gespielt und es zeichnet sich ein erstes Bild ab, welche Teams eine gute Chance auf die Playoffs haben, welche Teams überrascht haben und welche enttäuschten. Doch auch in der letzten Saison änderte sich für einige Teams noch einmal alles nach dem Saisonstart und die Spielzeit verlief völlig anders, als nach vier Wochen zunächst angenommen.

Bei einigen Franchises schlägt das "Panikmeter" heftig aus. Besonders stark eingeschätzte Teams, die zum Saisonauftakt sehr enttäuscht haben, müssen sich fragen, wie sie das Ruder herumreißen wollen. Andere Teams stehen mit einem komfortablen Record da und Fans schauen bereits auf die Playoff-Picture für die Postseason. Doch dass ein Saisonstart überhaupt nichts für die restliche Saison heißen muss, hat die vergangene Spielzeit bewiesen. Dabei zeigen die Saisonverläufe aus dem letzten Jahr, dass sich viele Teams über einen guten Saisonstart nicht zu früh freuen sollten und dass es für Teams mit einem schwachen Start noch genügend Grund zur Hoffnung gibt.
Während in dieser Saison die Minnesota Vikings, die Kansas City Chiefs und die San Francisco 49ers ohne eine einzige Niederlage dastehen, waren in der vergangenen Saison nur die Buffalo Bills und die Philadelphia Eagles perfekt nach vier Wochen. Während die Bills mit einem Record von 12-5 die Saison beendeten, kassierten die Eagles eine Niederlage mehr. Entscheidend war aber vor allem das frühe Ausscheiden der Eagles in der Wild-Card-Runde, das die Fans sehr enttäuschte.
Doch auch andere Teams zählten nach vier Wochen zu den besten der Liga. Die Detroit Lions und die Indianapolis Colts standen mit 3-1 sehr gut da und sahen wie klare Playoff-Teams aus. Doch beide Franchises verspielten ihren guten Start und ihre gute Form während der Saison komplett. Die Lions hatten mit großen Verletzungsproblemen in der Defense zu kämpfen und verpassten am Ende mit 9-8 die Playoffs. Für die Colts ging der positive Trend erst einmal weiter. Bis Woche 8 hatte das Team, angeführt von Daniel Jones, nur ein einziges Spiel verloren. Doch dann wendete sich das Blatt komplett. Von den verbleibenden neun Spielen verlor Indianapolis alle. Nach zwei Niederlagen verletzte sich auch noch Jones schwer und verschlimmerte damit den Negativtrend des Teams. Am Ende verpassten die Colts mit einem Record von 8-9 die Playoffs, obwohl das Team mit 3-1 gestartet war und zwischenzeitlich 7-1 stand. Ebenso scheiterten auch die Tampa Bay Buccaneers krachend nach einem hervorragenden Start. Nach Woche 4 der Saison 2025 standen die Bucs bei 3-1 und Baker Mayfield wurde als MVP-Kandidat gehandelt. Doch das Team brach komplett ein, verlor etliche Spiele und verpasste mit 8-9 in einer schwachen NFC South die Playoffs.
Doch neben den Downfalls einiger Teams, konnten andere Teams ihren verkorksten Saisonstart abschütteln und eine sehr erfolgreiche Saison spielen. Die Chicago Bears starteten beispielsweise mit einem Record von 2-2 in die vergangene Saison. Keine Katastrophe, aber auch kein Freudentaumel. Besorgniserregend war eher, dass sich das Franchise mit diesem Record auf dem letzten Platz in der eigenen Division wiederfand und einen Umschwung brauchte. Genau das gelang dem Team aus Chicago. Die Bears spielten eine starke restliche Saison, verloren nur vier der letzten 13 Spiele und zogen souverän als Erstplatzierter in der Division in die Playoffs ein und schlugen in der Wild-Card-Runde den Rivalen aus Green Bay.
Die New England Patriots und die Denver Broncos starteten ebenfalls mit 2-2 in die Saison, rissen das Ruder aber herum und wurden zu klaren Playoff-Teams. Beide Franchises trafen sich im AFC Championship Game, als die Patriots sich im Schneetreiben des Mile High Stadiums knapp gegen das Heimteam durchsetzten und in den Super Bowl einzogen.

Besonders beeindruckend waren aber die Verwandlungen der Carolina Panthers und der Houston Texans. Beide konnten aus den ersten vier Spielen nur eins gewinnen und standen schon nach Woche 4 mit einem Record von 1-3 gehörig unter Zugzwang. Während die Panthers es schafften, sich in einer sehr schwachen NFC South mit 8-9 an die Spitze der Division zu kämpfen, lieferten die Texans eine beeindruckende Aufholjagd. Die Texaner begannen ab Woche 4 eine Erfolgsserie, die nur von zwei Niederlagen unterbrochen wurde, und erreichten mit einem Record von 12-5 die Playoffs als Zweiter der Division direkt hinter den Jacksonville Jaguars. Gegen die Pittsburgh Steelers in der Wild-Card-Runde konnte das Team das Momentum noch mitnehmen, scheiterte aber dann in der Divisional-Runde am späteren Super-Bowl-Teilnehmer New England Patriots.
Die Vergangenheit zeigt also, dass nach vier Wochen NFL-Football noch überhaupt nichts entschieden ist. Teams mit einem starken Record können sich ebenso wenig sicher sein, wie Franchises mit einem schwachen Record den Kopf nicht in den Sand stecken sollten. Für alle Mannschaften ist noch alles drin. Kein Team ist aus den Playoffs ausgeschieden und kein Team sicher dabei. Es sind noch 13 Spiele zu spielen - genug Zeit für eine Spielzeit, die gerade niemand kommen sieht.
nhu