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    GFL

    09.06.2026

    Der Kampf gegen den Norden

    Der Süden der GFL ist gespalten

    Jahrelang war die GFL Süd das Sorgenkind der Liga. Während der Norden regelmäßig den deutschen Meister stellte, die Potsdam Royals die Liga dominierten und selbst Außenseiter aus der Nordstaffel die Playoff-Runden prägten, kämpfte der Süden darum, überhaupt relevant zu bleiben. Doch 2026 weht zumindest an der Spitze ein anderer Wind. Unten hat der Süden aber weiter ein ernsthaftes Problem, das weit über diese Saison hinausgehen könnte.

    Touchdown der Pforzheim Wilddogs während eines Spiels gegen die ifm Razorbacks Ravensburg.
    Der Süden will der Nordstaffel Parole bieten. IMAGO/Eibner

    Schauen wir zunächst auf das, was Mut macht. Schwäbisch Hall thront mit 4-0 und einem Punkteverhältnis von 205:94 an der Tabellenspitze der GFL Süd. Die Unicorns sind zurück in der Elite der GFL. Auch die Pforzheim Wilddogs zeigen, dass sie für den Norden unangenehm werden können. Jetzt hat sogar Regensburg Phoenix, nachdem sie zuvor mächtig Lehrgeld bezahlt haben, den ersten Sieg in der GFL ausgerechnet gegen die Düsseldorf Panther, einem Nord-Vertreter, eingeheimst.

    Beim letztjährigen Süd-Meister, den ifm Razorbacks Ravensburg müssen wir bereits Abstriche machen. Die letzte 7-34-Packung gegen Potsdam hat wieder einmal gezeigt, dass der Süden zwar näher kommt, aber weiterhin ein Stück weg von den Spitzenteams der GFL Nord ist. Deshalb schrillen nicht gleich die Alarmsirenen. Es fordert die Razorbacks aber dazu auf, weiter an sich zu arbeiten.

    Kempten, wir haben ein Problem

    Die Allgäu Comets haben in drei Spielen 39 Punkte erzielt und 176 kassiert. Sie haben allerdings noch kein einziges Heimspiel in Kempten absolviert. Hildesheim, Ravensburg und auch die Munich Cowboys haben sie aber deklassiert. Für ein Team, das nun schon mehrere Jahre in der GFL gespielt hat, ist das ein klares Warnsignal. Momentan wirken die Comets wie ein Team, das in die GFL 2 und nicht in die höchste deutsche Liga gehört.

    Die Straubing Spiders stehen bei 0-3, haben 46 Punkte erzielt und 114 kassiert. Immerhin sind die Abstände deutlich geringer als bei den Comets. Sie wirken GFL-tauglicher und befinden sich mit den Saarland Hurricanes sogar auf Augenhöhe. Doch einer der beiden wird wohl oder übel den Gang in die Relegation antreten müssen. Denn neben dem direkten Abstiegsplatz Acht geht der Siebte in ein Abstiegsspiel gegen den Siebtplatzierten des Nordens.

    Relegation gewinnt der Norden

    Schaut man sich die aktuelle Nordstaffel an, wird einem nicht wohler dabei. Die Braunschweig Lions stehen bei 0-4 und einem Punkteverhältnis von 55:177. Düsseldorf ist 0-3. Das sind Teams, die aktuell keine Meisterschaft gewinnen, aber aktuell deutlich besser aussehen als die Comets, Spiders und Hurricanes. Wer 2026 für den Süden in die Relegation muss, hat also in einem Hin- und Rückspiel eine schwere Aufgabe vor sich.

    Das hätte Konsequenzen, die über den Abstieg einzelner Teams hinausgehen. Würden tatsächlich zwei Süd-Teams die Liga verlassen und aus der GFL 2 einer der Meister-Kandidaten Krefeld Ravens oder Hamburg Pioneers aufsteigen (mit Verlaub an die Wiesbaden Phantoms, die ebenfalls lauern), müsste die GFL neu sortiert werden. Die Ligareform aus 2025 zwingt die GFL zu einer geografischen Neuausrichtung und bei einer veränderten Teamzusammensetzung würden die Dresden Monarchs mit hoher Wahrscheinlichkeit ab 2027 in die GFL Süd wechseln müssen. Die Fahrstrecken-Kalkulation wird da kaum einen anderen Spielraum zulassen.

    Ich persönlich hätte nichts dagegen. Denn ein regelmäßiges Duell zwischen den Dresden Monarchs und den Schwäbisch Hall Unicorns, zweimal pro Saison, ist Werbung für diese Liga. Das ist ein Spiel, das ins Live-Fernsehen gehört. Zwei der spielerisch stärksten und Zuschauer wirksamsten Franchises Deutschlands wären ein Gewinn für die gesamte Südstaffel.

    Aber zunächst muss sich der Süden dagegen stemmen und ein Problem lösen, das er selbst verursacht hat. Zwei bis drei Teams, die die Leistungsdichte der Liga im Moment schlicht nicht erfüllen. Die Spitze hat aufgeholt, aber die Basis bröckelt. Genau das ist das Paradox der GFL Süd 2026.

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    Philipp Forstner