14.02.2026
Es soll kein Spaß-Event werden
Tom Brady macht ernst. Wenn es nach dem siebenmaligen Super-Bowl-Sieger geht, soll das für den 21. März in Saudi-Arabien geplante Flag-Football-Turnier alles andere als eine lockere Showveranstaltung werden.

"Das ist echtes Football. Echte Competition." Mit diesen Worten machte Brady zuletzt im Podcast Impaulsive unmissverständlich klar, wie er sich das von ihm initiierte Flag-Football-Turnier vorstellt. Kein lockeres Showevent, kein Schaulaufen - sondern ein ernsthafter Wettbewerb. Ein Anspruch, den der siebenmalige Super-Bowl-Sieger mehrfach unterstrich.
Eine von Brady angeführte Delegation organisiert das Turnier, mehrere aktive NFL-Spieler haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Auch in den sozialen Medien ließ Brady keinen Zweifel an seiner Haltung: "Wenn du in meinem Team bist, bist du voll dabei. Wir wollen nicht nur gewinnen, wir wollen dominieren", schrieb er beim Teilen eines Clips. Die Botschaft ist klar: Halbherzigkeit ist keine Option.
Im Gespräch mit Podcast-Gastgeber Logan Paul zog Brady einen direkten Vergleich zum Pro Bowl, allerdings keinen schmeichelhaften für das NFL-Showformat. Als Paul Parallelen zwischen Flag Football und dem Pro Bowl zog, reagierte Brady trocken: "Es wird deutlich besser als das." Zwischen den Zeilen wird deutlich, was ihn antreibt: mehr Intensität, mehr Ernsthaftigkeit, mehr sportlicher Wert.
Doch genau dieser Anspruch wirft Fragen auf. Denn auch Flag Football ist Football - mit schnellen Richtungswechseln, Körperkontakt und einem nicht zu unterschätzenden Verletzungsrisiko.
Entsprechend zurückhaltend äußerte sich zuletzt Commanders-Quarterback Jayden Daniels, der als einer der Quarterbacks für das Turnier angekündigt wurde. Auf seine Teilnahme angesprochen sagte er bei PFT Live: "Ich weiß es noch nicht."
Daniels’ Zurückhaltung ist nachvollziehbar. Der Quarterback kam in der Saison 2025 verletzungsbedingt nur auf sieben Einsätze und steht vor einer richtungsweisenden Spielzeit 2026 - dem letzten Jahr vor seiner Möglichkeit auf einen marktgerechten zweiten Vertrag. Eine weitere Verletzung abseits des regulären NFL-Betriebs könnte sportlich und finanziell schwer wiegen.
Nach Informationen aus dem Umfeld der Liga unterstützen die betroffenen NFL-Teams die Teilnahme ihrer Spieler grundsätzlich. Zum einen, weil das Turnier lukrativ vergütet wird, zum anderen, weil die NFL Flag Football als globales Wachstumsprojekt weiter vorantreibt. Dennoch bleibt die Frage, wie viele Spieler bereit sind, Bradys Vorstellung von "echter Competition" tatsächlich mitzugehen.
Abgesehen von den NFL-Stars werden auch bekannte Head Coaches an der Seitenlinie stehen. Unter anderem 49ers-Coach Kyle Shanahan, Denvers Sean Payton sowie Pete Carroll sollen in Saudi-Arabien um den Titel kämpfen.
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mhh