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    NFL

    vor 1 Tag

    Chaos pur im Süden

    Die schlechteste Division der NFL? Warum die NFC South diese Saison alles toppt

    Schon vor Saisonbeginn hatte Bleacher Report sie als schwächste Division der gesamten NFL eingestuft - und die NFC South scheint diese Prognose bislang eindrucksvoll zu bestätigen. Mit der Panthers-Niederlage gegen die Green Bay Packers am Thursday Night Game von Week 8 liegt keines der vier Teams über der .500-Marke, und dennoch könnte die Division am Ende sogar zwei Playoff-Teilnehmer stellen.

    Die NFC South besteht aus folgenden Teams: Carolina Panthers, Atlanta Falcons, Tampa Bay Buccaneers und New Orleans Saints
    Keines der vier Teams aus der NFC South liegt über der .500-Marke. Getty Images; IMAGO/ZUMA Press Wire/Icon Sportswir

    Die NFC South war schon immer einer der chaotischsten Divisions der Liga - vom 28:3-Super-Bowl-Kollaps der Falcons bis hin zu vier Jahren in Folge mit einem Divisionssieger um die .500-Marke. Seit Einführung des 17-Spiele-Spielplans 2021 gewann nur zweimal ein Team mit negativer Bilanz den Divisionstitel - beide Male kam dieses Team aus der NFC South: die Buccaneers 2022 (8-9) sowie die Panthers 2025 (8-9), beide verloren dabei prompt ihr Heimspiel in der Wild-Card-Runde.

    NFC South

    PlatzTeamSp.SUNPunkteDiff.PCT.
    1Carolina Panthers7304178:193-150,429
    1Atlanta Falcons7304171:173-20,429
    3Tampa Bay Buccaneers7205162:151110,286
    3New Orleans Saints7205162:194-320,286

    Auch 2026 zeigt sich das gewohnte Bild. Nach Week 8 steht Carolina trotz einer 3-4-Bilanz dank Tiebreaker noch an der Spitze der Division vor Atlanta (ebenfalls 3-4), gefolgt von Tampa Bay (2-5) und New Orleans (2-5, in der Bye Week). Carolina liegt als erster der NFC South in der gesamten NFC-Playoff-Tabelle auf Rang vier - noch vor Teams wie den Chicago Bears (5-2) Green Bay Packers (5-3) oder den Seattle Seahawks (4-3).

    • Division-Sieger vor Top-Teams: Ist das NFL-Playoff-System noch zeitgemäß?

    Backup-Quarterbacks und Achterbahnfahrten

    Sowohl Atlanta als auch Tampa Bay mussten in dieser Saison bereits mit Backup-Quarterbacks antreten - die Falcons starteten mit Cooper Rush 0:2, die Buccaneers kamen mit dem undrafted Rookie Jalon Daniels auf eine 1:2-Bilanz, nachdem sich Baker Mayfield am Daumen verletzt hatte. Inzwischen hat sich Michael Penix Jr. bei den Falcons jedoch gefangen und warf in den vergangenen beiden Spielen jeweils drei Touchdown-Pässe. Auch die Buccaneers zeigten zuletzt eine beeindruckende Wende: Beim 43:13-Erfolg gegen Carolina erliefen sie allein 258 Rushing-Yards und rückten damit bis auf 1,5 Spiele an die Divisionsspitze heran.

    Obwohl die Division sehr knapp ist fielen die drei bisherigen Division-Duelle keineswegs knapp aus. Tampa Bay gewann mit 30 Punkten Vorsprung gegen Carolina, die Panthers schlugen zuvor Atlanta (mit Rush als Starter) um 31 Punkte, und die Falcons bezwangen die Saints mit 21 Punkten Vorsprung. New Orleans selbst verlor vier der vergangenen fünf Spiele vor der eigenen Bye Week in Week 8, hat aber mit vier Division-Spielen in den letzten fünf Saisonwochen noch reichlich Gelegenheit, den Rückstand aufzuholen.

    Tampa Bay mit kuriosem historischen Präzedenzfall

    Die Buccaneers sind erst das dritte Team der vergangenen 15 Jahre, das bei einer 2:5-Bilanz eine positive Punktedifferenz über die gesamte Saison aufweist. Die beiden Vorgänger-Teams mit diesem Kunststück - die Indianapolis Colts 2018 sowie die Jacksonville Jaguars 2022 - schafften nicht nur trotz 2:5-Starts den Sprung in die Playoffs, sondern gewannen dort jeweils sogar ein Spiel.

    Tampa Bay verfügt zudem aktuell über die beste Defense der Division (Rang drei ligaweit bei zugelassenen Yards, deutlich vor Atlanta, Carolina und New Orleans) sowie zehn Sacks in den vergangenen beiden Spielen. Sollte Mayfields Rückkehr die Offense zusätzlich beflügeln, hätte das Team durchaus das Potenzial für einen echten Lauf.

    Direktvergleich und Restspielplan entscheidend

    Die Division-Duelle dürften am Ende über den Divisionssieger entscheiden, doch auch die verbleibende Spielplanstärke spielt eine wichtige Rolle. Tampa Bay steht zwar bislang bei 0:5 gegen Teams mit neutraler oder positiver Bilanz, hat aber von allen vier Teams die wenigsten verbleibenden Spiele gegen solche Gegner (nur drei) - deutlich weniger als die Saints (vier), die Falcons (fünf) und vor allem die Panthers (sieben). Carolinas bisherige Nicht-Division-Gegner kommen zusammen auf eine beeindruckende 32-15-Bilanz, während die fünf Teams, gegen die Tampa Bay verlor, zusammen nur 24-9 stehen.

    Duelle innerhalb der NFC South

    Entscheidung fällt möglicherweise schon am Sonntag

    Mit dem direkten Duell zwischen Atlanta und Tampa Bay am Sonntag in Raymond James Stadium könnte sich die Tabellenspitze bereits wieder verschieben: Gewinnen die Falcons, übernehmen sie die alleinige Führung der Division. Siegt dagegen Tampa Bay, bleibt Carolina trotz der Niederlage gegen Green Bay allein an der Spitze.

    Für zusätzliche Würze sorgt dabei eine persönliche Note: Buccaneers-Offensive-Coordinator Zac Robinson bekleidete bis vor zwei Jahren denselben Posten bei den Falcons, während Mayfield bereits in der Offseason öffentlich gegen Falcons-Head-Coach Kevin Stefanski austeilte, nachdem dieser sich nach Mayfields Trade von Cleveland zu Carolina 2022 nie bei ihm gemeldet hatte: "Warte immer noch auf eine SMS oder einen Anruf von ihm, nachdem ich wie ein Stück Müll abgeschoben wurde. Kann es kaum erwarten, dich zweimal im Jahr zu sehen, Coach."

    Langfristige Stabilität in Sicht?

    Trotz aller Unordnung mehren sich zumindest die Anzeichen für individuelle Qualität innerhalb der Division. Nach Jahren des gleichzeitigen Umbruchs aller vier Teams - Atlanta nach Matt Ryan, Carolina nach Cam Newton, New Orleans nach Drew Brees, Tampa Bay nach Tom Brady - zeigt sich 2026 ein anderes Bild: Bryce Young spielt inzwischen wie ein Top-Zehn-Quarterback, Tyler Shough entwickelt sich kontinuierlich weiter, und selbst die Falcons verfügen mit Running Back Bijan Robinson sowie Receiver Drake London über echte Future-Stars. Ob daraus tatsächlich die lange ersehnte Stabilität erwächst, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob Young und Shough ihre Entwicklung fortsetzen, Atlanta endlich seinen Quarterback der Zukunft findet - und ob sich Tampa Bay mit Mayfield tatsächlich für die richtige Lösung entschieden hat.

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    Autor: Marc Gschwentner

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