16.10.2026
Wie geht es weiter?
Jalen Hurts’ Blutgerinnsel trifft die Philadelphia Eagles mitten in einer sportlich ohnehin heiklen Phase. Bei der Suche nach einer Lösung geht es deshalb längst nicht nur um das kommende Spiel.

Jalen Hurts hatte am 4. Oktober gegen die L.A. Rams einen Tritt mit den Stollen gegen die Wade abbekommen. Eine vorsorgliche Ultraschalluntersuchung vor dem London-Spiel gegen Jacksonville brachte anschließend ein oberflächliches Blutgerinnsel zum Vorschein.
Nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten durfte der Quarterback dennoch auflaufen: Sie stuften Bewegung und Mobilität als wichtig ein und hielten einen Spieleinsatz zu diesem Zeitpunkt für medizinisch vertretbar. Hurts absolvierte in der Folge die gesamte Partie ohne Einschränkungen.
Bei der empfohlenen Kontrolluntersuchung am Mittwoch wurde dann jedoch festgestellt, dass sich das kleine Gerinnsel bewegt hatte. Die Eagles schlossen Hurts daraufhin für das Heimspiel gegen die Carolina Panthers aus und prüfen nun die passende Behandlung. Einen Zeitplan für seine Rückkehr gibt es bislang nicht.
Unmittelbar übernimmt Tanner McKee unter Center. Für den 26-Jährigen wird es der dritte NFL-Start, aber der erste außerhalb eines abschließenden Regular-Season-Spieltags. In seinen bislang sechs Einsätzen brachte er 54 von 88 Pässen für 597 Yards, fünf Touchdowns und eine Interception an.
"Jede Gelegenheit zu spielen ist eine riesige Chance - besonders als Sechstrundenpick", sagte McKee, den Philadelphia 2023 an 188. Stelle ausgewählt hatte.
Auch McKees offensive Unterstützung bleibt fraglich. Saquon Barkley setzte am Donnerstag wegen seiner Oberschenkelverletzung erneut vollständig aus. DeVonta Smith ist ebenfalls angeschlagen, kehrte nach zwei verpassten Spielen aber zumindest eingeschränkt ins Training zurück. Ob beide am Sonntag zur Verfügung stehen, entscheidet sich erst mit dem abschließenden Injury Report.
Philadelphia reagierte heute erstmals auch personell auf den Hurts-Ausfall und verpflichtete Joe Milton aus dem Practice Squad der Dallas Cowboys. Weil die Eagles den Quarterback aus der Trainingsgruppe eines anderen Teams abwarben, wechselt er direkt in den aktiven 53-Mann-Kader.
Für McKee ändert die Verpflichtung aber erstmal nichts: Er startet gegen Carolina wie geplant. Milton stößt erst zwei Tage vor der Partie zur Offense und sorgt zunächst gemeinsam mit Rookie Cole Payton für zusätzliche Tiefe. Die zwischenzeitlich diskutierte Rückkehr von Andy Dalton ist damit deutlich unwahrscheinlicher geworden.
Eine zusätzliche Pointe liefert der Spielplan: Bereits eine Woche später empfangen die Eagles ausgerechnet Miltons bisheriges Team aus Dallas.
Hurts besorgniserregende Situation trifft die Eagles derweil mitten im Krisenmodus. Nach drei Niederlagen in Serie steht der amtierende NFC-East-Champion bei 2-3. Besonders Nick Sirianni gerät nach wiederholten Fehlern im Spielmanagement zunehmend unter Druck; einige Fans fordern bereits offen seine Entlassung. Belastbare Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Trennung gibt es bislang allerdings nicht.
Auch die mittelfristige Perspektive sorgt für Diskussionen. Nach Lane Johnsons überraschendem Rücktritt gab Philadelphia Pro-Bowl-Center Cam Jurgens gegen einen Fünftrundenpick 2027 und einen Zweitrundenpick 2028 an Baltimore ab. Der Trade befeuerte Spekulationen, dass das Franchise den Blick bereits stärker auf die Zukunft richten würde. General Manager Howie Roseman widerspricht dieser Deutung jedoch und betonte erst kürzlich, dass die Eagles weiterhin auch in dieser Saison gewinnen wollen.
Damit wird das Panthers-Spiel zu mehr als McKees erster echter Bewährungsprobe. Gewinnt Philadelphia, verschafft sich das Team zumindest etwas Ruhe. Folgt ohne Hurts die vierte Niederlage nacheinander, dürfte sich die Diskussion über Sirianni und den weiteren Kurs des Franchise deutlich verschärfen.
mhh