15.10.2026
Bis Woche 5
Fünf Spielwochen sind absolviert und die NFL lieferte einige unerwartete Geschichten. San Francisco bleibt trotz Verletzungsproblemen ungeschlagen, Minnesota überzeugt mit einer dominanten Defense und Kenneth Walker III macht Kansas Citys Laufspiel brandgefährlich. Gleichzeitig enttäuschen mehrere Teams: Die Bills und Cowboys haben defensive Probleme, die Rams werden den Erwartungen nicht gerecht und die Chargers finden überhaupt nicht in die Saison.

Fünf Spielwochen sind absolviert und die NFL lieferte einige unerwartete Geschichten. Aber nicht alle Überraschungen sind positiv. Während einige Teams und Spieler die Erwartungen übertreffen, bleiben andere deutlich hinter den Prognosen vor der Saison zurück. Gerade bei Mannschaften mit hohen Playoff- oder sogar Super-Bowl-Ambitionen fallen solche Entwicklungen besonders ins Gewicht. Manche Probleme zeigen sich in einzelnen Schwachstellen, andere betreffen gleich ganze Mannschaftsteile.
Die San Francisco 49ers stehen trotz einer enormen Verletzungswelle bei 5-0. Besonders bemerkenswert: Ihre Punktedifferenz von plus 61 ist die beste der NFL. Quarterback Brock Purdy führt die Liga mit 13 Touchdown-Pässen an, während die Defense unter dem neuen Coordinator Raheem Morris ebenfalls überzeugt.
Dass San Francisco selbst ohne zahlreiche wichtige Spieler auf beiden Seiten des Balls so konstant gewinnt, ist die eigentliche Überraschung. Die Mannschaft ist nicht nur ungeschlagen, sondern hat sich auch in engen Partien gegen starke Gegner durchgesetzt.
Die Defense der Minnesota Vikings lässt bislang durchschnittlich nur 12,8 Punkte pro Spiel zu und belegt damit Platz eins der NFL. Auch bei den zugelassenen Yards rangiert Minnesota mit 259,8 pro Partie auf Platz zwei.

Defensive Coordinator Brian Flores macht es gegnerischen Offenses mit aggressiven Formationen und extrem vielen Blitzes sehr schwer. Die Defense ist das Fundament des bislang ungeschlagenen Teams und muss nicht nur als Ergänzung zur Offense gesehen werden. Sie gehört zu den interessantesten und besten Units der Liga.
Die Verpflichtung von Kenneth Walker III entwickelt sich zum Volltreffer für die Kansas City Chiefs. Nach vier Spielen stehen für den Running Back bereits 537 Rushing Yards bei 87 Läufen zu Buche, ein Schnitt von 6,17 Yards pro Versuch. Dazu kommen vier Touchdowns am Boden.

Walker knackte in jeder seiner ersten vier Partien die Marke von 70 Rushing Yards. Mit seiner Explosivität gibt er der Chiefs-Offense eine zusätzliche Dimension und entlastet Patrick Mahomes. Dass er sich so schnell in Kansas City etabliert hat, macht ihn zu einer der positiven Überraschungen der Saison.
Die Buffalo Bills stehen bei einem record von 4-1, doch die Defense ist ein großes Fragezeichen. Das Team lässt 388,6 Yards pro Spiel zu und liegt damit auf Rang 30. Gegen den Pass sind es 280,4 Yards pro Partie, der zweitschlechteste Wert der Liga.

Wie groß die Probleme sind, zeigte das 37:34 gegen die Los Angeles Rams. Matthew Stafford warf für 383 Yards und drei Touchdowns. Buffalo gewann zwar in der Overtime, musste sich aber erneut auf die eigene Offense verlassen. Für einen Titelkandidaten ist das langfristig ein gefährliches Muster.
Die Los Angeles Rams sind mit 2-3 deutlich schlechter gestartet als erwartet. Dabei ist weniger die grundsätzliche Qualität der Offense das Problem, sondern die fehlende Fähigkeit, Spiele zuzumachen. Sowohl gegen Denver als auch gegen Buffalo verspielte Los Angeles eine aussichtsreiche Führung.
Gegen die Broncos gab das Team einen zwischenzeitlichen 16-Punkte-Vorsprung aus der Hand. Gegen Buffalo folgte eine weitere bittere Niederlage in der Overtime, nachdem wichtige Chancen ungenutzt geblieben waren. Bei durchschnittlich 24 zugelassenen Punkten pro Spiel und wiederkehrenden Problemen in entscheidenden Situationen bleibt der Start hinter den hohen Erwartungen der Offseason zurück.

Die Houston Texans haben in den vergangenen Jahren mit ihrer Defense Maßstäbe gesetzt. 2026 fehlt bislang allerdings die gewohnte Dominanz. Besonders gegen den Pass tut sich Houston schwerer, während die Defense insgesamt bislang nur zwei Interceptions erzielt hat.

Der 26:3-Sieg gegen die Tennessee Titans war ein Schritt in die richtige Richtung: Houston ließ nur 187 Yards und keinen Touchdown zu. Allerdings steht Tennessee bei 0-5. Gegen stärkere Offenses muss sich erst zeigen, ob die Texans wieder an ihr früheres Niveau anknüpfen können.
Auch die Dallas Cowboys enttäuschen defensiv. Die Defense lässt ligaweit die zweitmeisten Yards pro Spiel zu und liegt bei den zugelassenen Punkten auf Rang 25. Besonders auffällig: Nach fünf Partien hat Dallas noch keine einzige Interception erzielt - ein Negativrekord zum Saisonstart in der Franchise-Geschichte.
Die Probleme sind inzwischen so deutlich, dass die Cowboys mit Mike Pettine einen erfahrenen Defensive Assistant hinzugeholt haben. Für eine Mannschaft, von deren Defense man vor der Saison deutlich mehr erwartet hatte, ist das ein ernüchternder Zwischenstand.

Die Kombination aus Justin Herbert und Mike McDaniel sollte die Chargers-Offense auf ein neues Niveau heben. Nach fünf Wochen ist davon wenig zu sehen. Los Angeles steht bei einem record von 0-5, die Offense erzielt im Schnitt nur 16,8 Punkte pro Partie. Herbert warf bisher fünf Touchdown-Pässe bei sieben Interceptions und brachte nur 59,4 Prozent seiner Pässe an.

Auch gegen Denver kam keine Wende: Herbert blieb bei 121 Passing Yards und verlor im Schlussviertel durch eine Interception und einen Fumble zweimal den Ball. Die Chargers verloren 17:23. Gerade weil viele auf McDaniels Einfluss auf Herbert gehofft hatten, ist der bisherige Verlauf eine der größten Enttäuschungen der Saison.
par