17.07.2026
Goodell nennt neues NFL-Wunschziel
Die NFL zieht es immer weiter über die Grenzen der USA hinaus. Commissioner Roger Goodell nennt nun Japan als mögliches neues Ziel - und kündigte an, noch deutlich mehr Länder im Blick zu haben.

Beim Fanatics Fest in New York wurde Goodell am Donnerstagabend gefragt, ob es ein neues Land gebe, in dem er in Zukunft gerne eine NFL-Partie veranstalten würde. Seine ambitionierte Antwort deutete zunächst an, wie groß die Pläne der Liga inzwischen sind.
"Ich habe etwa zehn", erklärte Goodell gegenüber Sportico. Eines davon nannte der Commissioner anschließend auch noch ausdrücklich: Japan. "Wir hatten bereits ein Spiel in Tokio, aber das war ein Preseason-Spiel. Jetzt wollen wir dort ein Regular-Season-Spiel austragen", sagte der NFL-Chef.
Tatsächlich besitzt Japan bereits einen besonderen Platz in der Geschichte der Liga. Am 16. August 1976 trafen die damaligen San Diego Chargers und St. Louis Cardinals im sogenannten Mainichi Star Bowl in Tokio aufeinander. Es war das erste NFL-Spiel außerhalb Nordamerikas überhaupt.
Rund 40.000 Zuschauer verfolgten damals den 20:10-Erfolg der Cardinals. Allerdings handelte es sich lediglich um ein Vorbereitungsspiel. Seitdem fanden in Tokio zwar weitere Preseason-Partien statt, ein Regular-Season-Spiel gab es dort bislang jedoch nie.
Wie ernst es die Liga mit der Expansion meint, zeigt bereits der internationale Spielplan der kommenden Saison. Insgesamt stehen neun Regular-Season-Partien außerhalb der USA an.
Den Auftakt bildet dabei das Spiel zwischen den San Francisco 49ers und den L.A. Rams in Melbourne, direkt in Week 1. Weitere Begegnungen werden neben dem heiß erwarteten Germany-Game in München unter anderem in London, Paris, Madrid, Rio de Janeiro und Mexiko-Stadt ausgetragen.
Langfristig könnte diese Zahl sogar noch einmal deutlich steigen. Goodell hatte bereits erklärt, dass er sich bis zu 16 internationale Spiele pro Saison vorstellen könne. Dafür müsste allerdings auch die NFL Players Association zustimmen. Derzeit liegt die vereinbarte Obergrenze bei zehn Auslandsspielen pro Saison.
Goodells Aussage zeigt zugleich, dass Japan keineswegs der einzige neue Markt ist, den die NFL prüft. Welche weiteren Länder sich unter seinen "etwa zehn" Kandidaten befinden, verriet der Commissioner nicht.
Tokio scheint innerhalb dieser Überlegungen aber eine besondere Rolle zu spielen. Die Stadt verbindet historische Bedeutung mit einem großen und wirtschaftlich attraktiven Markt - und könnte fast 50 Jahre nach dem ersten NFL-Gastspiel nun die nächste internationale Premiere erleben.
Ob und wann es tatsächlich zu einem Regular-Season-Spiel in Japan kommt, ist noch offen. Goodells Worte machen jedoch deutlich: Die NFL will nicht nur in ihre bisherigen Auslandsmärkte zurückkehren. Sie sucht bereits nach den nächsten Ländern, in denen sie ihre Saison dauerhaft präsentieren kann.
mhh