21.01.2026
MVP ein QB-Preis?
Die Diskussion um den MVP-Titel flammt in der NFL jedes Jahr neu auf - und endet meist mit demselben Ergebnis: Ein Quarterback steht ganz oben. Im exklusiven Interview erklärt Patrick Esume, warum diese Entwicklung kein Zufall ist, sondern eine logische Konsequenz der Spielstruktur im Football.

Für Esume liegt die Dominanz der Quarterbacks in der MVP-Wahl "in der Natur des Spiels". Schließlich gehe es beim Award um den "most valuable player", also den Akteur mit dem größten Einfluss auf den Erfolg seines Teams. "Und das ist in den meisten Fällen der Quarterback, weil er in jedem Snap den Ball in der Hand hat und die Geschicke der Offense lenkt", erklärt Esume.
Selbst herausragende Defensivleistungen reichen aus seiner Sicht oft nicht aus, um diese strukturelle Bedeutung aufzuwiegen. Ein Spieler wie Myles Garrett könne zwar "eine historische Anzahl an Sacks haben", doch wenn das Team am Ende keinen positiven Record vorweist, bleibe der Einfluss begrenzt: "Dann ist er vielleicht der wertvollste Spieler seines Teams, aber nicht der wertvollste Spieler der gesamten Liga."
Besonders schwer haben es laut Esume Spieler aus der Defense. "Für einen Defensive Player ist es extrem schwer, diesen Award zu gewinnen", sagt er. Dafür müsse vieles zusammenkommen: individuelle Dominanz, spielentscheidende Aktionen und vor allem Siege. "Er müsste Spiele entscheiden, Turnover erzwingen und dabei Teil eines Winning Teams sein."
Trotz seiner eigenen Vergangenheit als Verteidiger zeigt Esume Verständnis für die Realität der Auszeichnung. "Als ehemaliger Defense-Spieler finde ich das natürlich schade", räumt er ein, ergänzt aber: "Realistisch betrachtet ist es logisch. Der Quarterback hält bei jedem Snap die Verantwortung in der Hand. Er ist die wichtigste Position - und damit fast zwangsläufig auch der MVP-Kandidat."
Abseits der NFL-Debatten spricht Esume auch über den Erfolg seines Podcasts Football Bromance, der sich seit Jahren großer Beliebtheit erfreut. Ein Geheimrezept gebe es nicht, er betonte aber: "Der wichtigste Faktor ist Authentizität."
Bewusst verzichten Esume und sein Co-Host auf Schnitte oder Nachbearbeitung. "Die Folgen gehen so raus, wie sie aufgenommen wurden - inklusive Versprecher, Fehler und absurden Momenten", sagt er. Ziel sei es gewesen, ein Gefühl zu erzeugen, "wie zwei Freunde, die über Football sprechen".
Football sei ein hochkomplexer Sport, erklärt Esume, doch genau darin liege auch eine Herausforderung. "Man könnte extrem tief ins Detail gehen, aber dann verlierst du viele Menschen." Der Ansatz von Football Bromance sei deshalb ein anderer: Inhalte verständlich vermitteln, ohne belehrend zu wirken - und dabei unterhalten.
Hörerinnen und Hörer sollen das Gefühl haben, "sie sitzen mit am Tisch, lachen mit, hören auch mal Unsinn - genauso wie beim gemeinsamen Football-Schauen zu Hause".
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg ist für Esume Verlässlichkeit. "Wir haben inzwischen knapp 400 Folgen gemacht und keine ausgelassen", sagt er. Diese Kontinuität habe Vertrauen geschaffen. Entscheidend sei dabei die Balance: "Wir nehmen uns selbst ernst genug, aber nicht zu ernst - und genau das scheint bei den Leuten anzukommen."
Die "Conference Championships" live bei RTL
• New England Patriots at Denver Broncos: Sonntag 25.01., ab 20:55 Uhr (Kickoff: 21:00 Uhr)
• Los Angeles Rams at Seattle Seahawks: Montag 26.1., Kickoff: 00:30Uhr
nkr