vor 17 Stunden
NFL Kompakt - mit allen Highlights
Der NFL-Sonntag hat einen London-Thriller, mehrere Entscheidungen in letzter Sekunde und einen beinahe verspielten 24-Punkte-Vorsprung geliefert. Während Kansas City weiter makellos geblieben ist, haben sich die Krisen in Philadelphia und L.A. noch einmal deutlich verschärft.

Die Denver Broncos erwischten im Thursday Night Game offensiv ausnahmsweise mal einen guten Start und gingen mit einer 14:3-Führung in die Pause. Danach brach die Offense allerdings komplett ein und musste sieben Drives in Folge punten.
Dass Denver trotzdem im Spiel blieb, lag erneut ausschließlich an der starken Defense. Bo Nix blieb wieder einmal blass und geriet trotz des Sieges heftig in die Kritik - besonders Ryan Fitzpatrick rechnete nach der Partie deutlich mit dem Quarterback ab.
Seattle kämpfte sich zwar noch in die Verlängerung, brachte sich am Ende aber durch unnötige Fehler von Sam Darnold um den Sieg. Denver nahm das Geschenk an und entschied die Partie per Field Goal mit 17:14.
Die Houston Texans haben sich im London-Duell gegen die Jacksonville Jaguars mit 34:31 durchgesetzt. Kicker Ka’imi Fairbairn verwandelte bei nur noch drei Sekunden auf der Uhr einen 49-Yard-Field-Goal-Versuch zum Siegtreffer - nachdem die Jaguars zuvor durch einen 60-Yard-Kick von Cam Little zum 31:31 ausgeglichen hatten.
C.J. Stroud führte Houston mit drei Touchdown-Pässen (312 Yards) zum Sieg, darunter zwei an Foster Moreau. Auf der Gegenseite warf Trevor Lawrence vier Touchdowns (306 Yards), konnte aber die Niederlage nicht verhindern. Jaguars-Star Travis Hunter lieferte dabei eine Show in beiden Richtungen: Er erzielte selbst einen Touchdown, fing defensiv eine Interception ab und verhinderte damit zwischenzeitlich einen weiteren Houston-Score.
In Indianapolis kam es zum AFC-South-Duell zwischen den Colts und den Tennessee Titans. Für das Heimteam bot sich mit diesem Duell die Chance nach der Niederlage in Woche 5 wieder zurück auf die Siegerstraße zu finden. Die Offense rund um Daniel Jones präsentierte auf einem vernünftigen Niveau und führte zur Halbzeit mit 13:0.
Doch in der zweiten Hälfte drehten die Titans plötzlich auf und Cam Ward führte sein Team immer wieder gut über das Feld. Mit einem Field Goal kurz vor Schluss konnten das Team aus Tennessee den ersten Sieg der Saison einfahren und einen unerwarteten Sieg aus Indianapolis gegen den Divisions-Rivalen einfahren.
In Philadelphia sahen Fans der Eagles einen anderen Quarterback hinter dem Center. Tanner McKee ersetzte den auf der IR-Liste geführten Jalen Hurts. Mit ihrem Backup-Quarterback taten sich die Eagles im eigenen Stadion sehr schwer und die Panthers konnten früh in Führung gehen.
Bryce Young hatte seine Offense gut im Griff und führte sein Team immer wieder über das Feld, während sich die Eagles erwartungsgemäß schwertaten. Chubba Hubbard erlief zudem 120 Yards und einen Touchdown und so konnten die Panthers den Auswärtssieg in Philadelphia feiern. Damit verbessern sich die Panthers auf 3-2, während die Eagles auf 2-4 zurückfallen.
Die Pittsburgh Steelers gewinnen nach einem spektakulären Comeback mit 26:19 nach Overtime bei den Tampa Bay Buccaneers. Pittsburgh lag nach drei Vierteln noch mit 3:16 zurück, kämpfte sich im Schlussviertel aber zurück und ging kurz vor Ende sogar mit 19:16 in Führung.
Tampa Bay rettete sich acht Sekunden vor Schluss per Field Goal in die Overtime. Dort führte Aaron Rodgers die Steelers über 70 Yards und fand Germie Bernard zum entscheidenden Touchdown. Pittsburgh verbessert sich damit auf 4-2, während die Buccaneers auf 1-5 abrutschen.
Ohne Lamar Jackson mussten die Baltimore Ravens bei den Cleveland Browns antreten und gingen mit Backup Tyler Huntley als Starter ins Spiel. Huntley fand früh eine gute Verbindung zu Tight End Josh Cuevas und führte Baltimore zur 7:0-Führung. Nach einem Field Goal bauten die Ravens den Vorsprung auf 10:0 aus. Die Browns um Deshaun Watson fanden offensiv zunächst kaum Lösungen, sodass die erste Halbzeit von zahlreichen Punts und wenig Raumgewinn geprägt war.
Nach der Pause verkürzten die Browns zunächst per Field Goal, ehe sich beide Offenses weiterhin schwertaten. Ein Fumble von Derrick Henry brachte Cleveland schließlich in eine gute Feldposition, die Running Back Audric Estime zum Touchdown nutzte. Nachdem beide Teams weitere Chancen liegen gelassen hatten, bekamen die Browns kurz vor Schluss noch einmal die Möglichkeit zum Sieg. Andre Szmyt verwandelte das entscheidende Field Goal im zweiten Versuch, nachdem ein zunächst geblockter Kick durch eine Flagge annulliert worden war. Während Cleveland damit auf einen Record von 4-2 kletterte, blieben die Ravens in den letzten drei Vierteln ohne Punkte. Damit ging ein denkwürdiges Spiel mit 14 Punts und zwei verkickten Field Goals am Ende an die Gastgeber.
In New York kam es zu einem skurrilen Wechsel des Momentums. Im ersten Quarter hatten die Giants das Spiel komplett im Griff und gingen mit 10:0 in Führung. Doch ein Field Goal und ein Touchdown kurz vor der Halbzeit brachte den Saints den 10:10-Ausgleich zur Halbzeit.
In der zweiten Hälfte drehte sich das Momentum komplett. Die Saints erzielten 24 Punkte am Stück und Alvin Kamara durchbrach bei seinem Touchdown auch noch die Marke von 5000 Total Yards. Nach der dritten Interception wurde Jameis Winston durch J.J. McCarthy ersetzt, der aber in seinem ersten Drive auch sofort zum Gegner warf. Danach wendete sich das Blatt jedoch wieder und McCarthy führte die Giants mehrfach stark übers Feld.
Das Team aus dem Big Apple erzielte 17 Punkte und bekam mit noch einer Minute Restspielzeit und ohne Timeouts den Ball für den ausgleichenden Score. Doch nach einem starken Drive bis in die Redzone scheiterten die Giants an einem 4th Down, bei dem einige strittige Flagge für Pass Interference nicht geworfen wurde. Am Ende konnten die Saints den letztendlich knappen Sieg mitnehmen und ihren Record so auf 2-4 verbessern.
Die Chicago Bears gewinnen mit 31:23 bei den Atlanta Falcons und verbessern ihre Bilanz auf 4-2. Chicago legte mit einer 14:0-Führung im ersten Viertel den Grundstein und ging mit einem komfortablen 28:7-Vorsprung ins Schlussviertel. Caleb Williams überzeugte mit 305 Passing Yards, einem Touchdown und ohne Interception.
Atlanta startete im vierten Viertel noch einmal eine Aufholjagd und erzielte 16 Punkte, konnte die Partie aber nicht mehr drehen. Michael Penix Jr. warf für 225 Yards und drei Touchdowns, während Chicago vor allem am Boden erfolgreich war: D'Andre Swift erzielte zwei Rushing Touchdowns, Roschon Johnson einen weiteren.
Die New England Patriots gewinnen mit 26:19 gegen die New York Jets und verbessern sich auf 4-2. Entscheidender Mann war Drake Maye, der 235 Yards und drei Touchdowns warf und ohne Interception blieb. New England führte zur Halbzeit bereits mit 17:3.
Die Jets kämpften sich nach der Pause noch einmal heran, konnten die Partie aber nicht mehr drehen. Geno Smith kam auf 252 Passing Yards, einen Touchdown und eine Interception, während Omar Cooper Jr. mit 103 Yards und einem Touchdown herausragte. Bemerkenswert: New England gewann trotz zweier verlorener Fumbles.
Die Arizona Cardinals verschärfen die Krise der Los Angeles Rams und gewinnen mit 18:16 im SoFi Stadium. Besonders bitter für Los Angeles: Arizona erzielte keinen einzigen Touchdown, sondern gewann durch sechs Field Goals von Chad Ryland - das letzte aus 43 Yards mit auslaufender Uhr.
Für die Rams entwickelt sich die Saison damit immer mehr zur Enttäuschung. Das vor Saisonbeginn als Super-Bowl-Favorit gehandelte Team fällt auf 2-4, kassiert die zweite Niederlage in Folge und steht nun sogar am Ende der NFC West. Selbst Matthew Staffords später Touchdown-Drive zur 16:15-Führung reichte nicht, um die nächste bittere Niederlage zu verhindern.
Die Kansas City Chiefs bleiben ungeschlagen und gewinnen das AFC-West-Duell gegen die Los Angeles Chargers souverän mit 22:6. Kenneth Walker III war mit 128 Rushing Yards und zwei Touchdowns der entscheidende Mann, während Patrick Mahomes 272 Yards durch die Luft verbuchte.
Für die Chargers setzt sich dagegen der katastrophale Saisonstart fort. Los Angeles bleibt beim 0-6 und erzielte in Kansas City keinen einzigen Touchdown. Justin Herbert kam auf 204 Passing Yards, blieb ohne Touchdown und warf eine Interception.
Die Buffalo Bills erwischten den besseren Start, mussten sich nach ihrem ersten Drive aber mit einem Field Goal zufriedengeben. Die Las Vegas Raiders antworteten mit einem Touchdown von Ashton Jeanty, ehe Josh Allen die Bills mit einem Pass auf Khalil Shakir in Führung brachte. Beide Teams lieferten sich in der Folge ein enges Duell, in dem die Raiders kurz vor der Halbzeit ausglichen. Für Aufregung sorgte Bills-Defensive-Back C.J. Gardner-Johnson, der sich mit mehreren Gegenspielern anlegte, in ihre Richtung spuckte und daraufhin vom Platz gestellt wurde. Mit einem Spielstand von 13:13 ging es in die Pause.
In der zweiten Halbzeit zeigten sich beide Offenses wieder in Scoring-Laune. Allen und Running Back James Cook zeigten sich dabei besonders auffällig, während auf Seiten der Raiders Kirk Cousins und Tre Tucker aufdrehten. Besonders beeindruckend war der tiefe Touchdown-Pass vom Quarterback auf seinen Receiver kurz vor Ende des Spiels, der den Endstand aber nur noch verkürzen konnte.
Die Green Bay Packers konnten sich im Sunday Night Game mit 23:13 gegen die Dallas Cowboys durchsetzen. Jordan Love und Matthew Golden sorgten früh für offensive Highlights, während die Defense mit zwei Interceptions von Dak Prescott den Grundstein für die 17:0-Halbzeitführung legte. Auch nach der Pause behielt Green Bay die Kontrolle und feierte den dritten Sieg in Folge.
Die Cowboys-Offense blieb dagegen mit nur 13 Punkten deutlich unter ihren Möglichkeiten. Trotz zweier Touchdowns nach der Halbzeit kam Dallas nicht mehr entscheidend heran und rutscht auf einen Record von 2-4 ab. Die Packers verbessern sich auf 4-2 und setzen gleichzeitig ihre beeindruckende Serie fort: Dallas wartet seit Oktober 2016 auf einen Sieg gegen Green Bay.
Die San Francisco 49ers bleiben perfekt und gewinnen mit 23:17 gegen die Washington Commanders. San Francisco dominierte die erste Hälfte, führte zwischenzeitlich mit 23:3 und profitierte vor allem von zwei Rushing Touchdowns von Christian McCaffrey. Brock Purdy überzeugte mit 264 Passing Yards, einem Touchdown und keiner Interception.
Washington kämpfte sich mit zwei Touchdown-Pässen von Jayden Daniels noch einmal bis auf 17:23 heran und bekam in der Schlussphase zweimal die Chance auf die Wende. Die 49ers-Defense hielt jedoch stand und sicherte den sechsten Sieg im sechsten Spiel. San Francisco steht bei 6-0, Washington bei 1-4-1.
nhu