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Kampf eröffnet
Pfingsten steht vor der Tür und kurz vor dem Sommer nimmt die effect® ENERGY GFL Fahrt auf. Am Samstag steigt zeitgleich um 16:00 Uhr der dritte Spieltag, wenn Titelfavoriten ihren Anspruch bestätigen müssen und in Kiels Kilia-Stadion ein spannendes Duell aus der Nord-Staffel auf uns wartet. Es wird laut, es wird eng an der Ostsee. Wer geht am besten mit der Drucksituation in GFL Woche 3 um?

Die Kiel Baltic Hurricanes empfangen in einem attraktiven Duell zweier ungeschlagener Teams die Dresden Monarchs am Samstag zum dm Gameday im Kilia Stadion. Dresden steht mit 2-0 und fast 100 erzielten Punkten auf dem zweiten Platz der Nord-Staffel. Am vergangenen Wochenende sicherte sich das Team einen klaren Auswärtssieg in Düsseldorf. Safety Vance Feuerbach erzielte im letzten Spiel allein acht Tackles und zwei Interceptions. Insgesamt erlaubt die Abwehr nur 14 Punkte pro Spiel. Beide Seiten des Balles spielen damit früh in der Saison auf absolut hohem Niveau.
Auf der anderen Seite hat Kiel bisher nur ein Saisonspiel absolviert und knapp gewonnen. Die Hurricanes besiegten die Braunschweig Lions mit 24-17 in einem intensiven Spiel vor 2.052 Zuschauern im Braunschweiger Eintracht-Stadion. Zur Pause führten die Lions noch mit 10-0, ehe Kiel im Zusammenspiel zwischen Wide Receiver Jarvis McClam und Quarterback P.J. Settles das Spiel drehte. Das Team von Head Coach Timo Zorn schien nie an seiner eigenen Stärke zu zweifeln. Diese Tugend braucht es nun wieder gegen die erfahrenen und erfolgsverwöhnten Monarchs.
Beide Teams glauben das Momentum auf ihrer Seite zu haben und wollen mit Schwung in den Sommer starten. Der Heimvorteil für die disziplinierten Hurricanes und die Comeback-Mentalität aus der Vorwoche können für eine Überraschung reichen. Unterm Strich bleiben die Monarchs aber der Favorit. Dresden hat die Feuerkraft, um bereits in der ersten Halbzeit uneinholbar davonzuziehen.
Im traditionsreichen Ellenfeld Stadion empfangen die Saarland Hurricanes mit den Schwäbisch Hall Unicorns bereits das zweite Schwergewicht der GFL Süd in Serie. Schwäbisch Hall stellt mit 118 erzielten Punkten die beste Offense der ersten beiden Spieltage. Die Unicorns sind damit klarer Favorit, doch die Geschichte spricht für ein enges Spiel. Die letzten drei direkten Duelle gewann zwar Hall, aber immer mit maximal drei Punkten Vorsprung. Letztes Jahr ging es sogar bis in die Overtime.
Im Sportpark Luftschiffhafen empfängt der amtierende Deutsche Meister Potsdam Royals die Braunschweig Lions. Potsdams Quarterback Xeavier Bullock, der GFL-Bowl-MVP des vergangenen Endspiels, führt eine Offense an, die am ersten Spieltag noch mächtig Sand im Getriebe hatte, aber über großes Potential verfügt. Braunschweig steht nach zwei Niederlagen bereits mit dem Rücken zur Wand und braucht dringend ein Erfolgserlebnis. Gegen den Titelverteidiger droht die dritte Niederlage zum Saisonstart.

Nach einer deutlichen 27-52-Niederlage gegen Schwäbisch Hall stehen die Munich Cowboys unter erheblichem Druck. Im eigenen Dantestadion muss eine klare Leistungssteigerung her. Regensburg Phoenix ist nach zwei Niederlagen ebenfalls noch ohne Sieg. Doch im vierten Viertel gegen Hildesheim gelang den Phoenixen ihr erster GFL-Touchdown überhaupt. Vielleicht ist nach diesem historischen Moment der Knoten beim Aufsteiger geplatzt. Dieses "Sechs-Punkte-Spiel" gewinnt das Team, das seine Energie entfesselt auf den Rasen bringt und sich damit aus dem Tabellenkeller bugsiert.
Homecoming auf dem Helios Field! Dazu empfangen die Hildesheim Invaders als Tabellenführer die Düsseldorf Panther. Quarterback Nelson Hughes (770 Total Yards, 9 TD) und Wide Receiver Paul Terjung (12 Catches, 322 Yards, 2 TD) sorgen derzeit ligaweit für Aufsehen. Düsseldorf bringt einen alten Bekannten mit nach Hildesheim: Quarterback Isaiah Weed spielte in der Regionalliga 2021 für die Invaders. Nun möchte er in einem brisanten Duell beweisen, dass er als Spielmacher in die GFL gehört.
Unter Zugzwang stehen die Straubing Spiders nach einer deutlichen Auftaktniederlage. Zu Hause brauchen sie dringend Punkte, denn der letzte Platz der GFL Süd steigt in diesem Jahr direkt ab. Die Pforzheim Wilddogs reisen mit einer ausgeglichenen Bilanz an und verloren das letzte Spiel gegen die Berlin Rebels denkbar knapp. Auf der Suche nach Kontinuität, schließlich wollen die Wilddogs zur Spitze im Süden zählen, gleicht ein Duell mit Straubing mittlerweile einem Pflichtsieg. So haben sich die Ansprüche geändert.
Am Sonntag um 15 Uhr empfangen im Südschwaben-Derby die ifm Ravensburg Razorbacks die Allgäu Comets zum Heimauftakt im TeleData Stadion in Weingarten. Ravensburg gewann in Woche eins gegen die Saarland Hurricanes überzeugend und zeigte sich dabei offensiv variabel. Quarterback Broghean McGovern verteilte den Ball zuverlässig auf sechs verschiedene Receiver. Nur das Laufspiel wollte außerhalb von McGovern mit insgesamt 54 Rushing Yards der Running Backs noch nicht richtig ins Rollen kommen.
Die Comets kassierten zum Auftakt eine deutliche Niederlage, gaben aber nie auf und zeigten Moral. Wide Receiver Gabe Quigley war mit sieben Catches für 74 Yards der auffälligste Passempfänger seines Teams und erzielte den einzigen Touchdown der Allgäuer.
Dieses Spiel ist genauso wegweisend, wie alle anderen Partien am dritten Spieltag. Welcher Titelanwärter festigt seine Position? Wer kämpft bereits ums Überleben in der GFL? Die Saison nimmt Fahrt auf. Manche Überraschung liegt in der Luft. Am Ende der Konferenz bei DF1, auf Twitch und sporteurope.tv am Samstag ab 16 Uhr erfahren wir mehr.
Philipp Forstner