16.05.2026
Fans befürchten das Schlimmste
Die NFL wollte den Arizona Cardinals mit dem üblichen "Last-Place Schedule" eigentlich eine Rückkehr in die Spur erleichtern. Herausgekommen ist das genaue Gegenteil.

Eigentlich sieht das System der NFL vor, dass Letztplatzierte der Division im Folgejahr ein etwas leichteres Programm bekommen. Arizona kam 2025 mit lediglich drei Siegen (3-14) als Schlusslicht der NFC West ins Ziel - und steht nun trotz dieses Status vor einem der schwersten Wege der Liga.
Die Cardinals blicken deshalb verdutzt auf ein Programm, das in mehreren Strength-of-Schedule-Rankings ganz oben landet - teils sogar als der härteste Spielplan der gesamten Liga 2026 geführt wird. Für ein Team im Rebuild ist das ein Szenario, das schon vor Week 1 wie ein Debakel wirkt.
Und die nackten Zahlen zeichnen tatsächlich ein klares Bild: Basierend auf der Gegnerbilanz aus 2025 gehört Arizona laut mehreren Auswertungen zu den Teams mit der höchsten "Gegner-Siegquote" der Liga.
Kurz gesagt: Der eigentlich vorgesehene Bonus eines Tabellenletzten greift kaum. Stattdessen wirkt der Spielplan eher wie der eines etablierten Playoff-Kandidaten.
Besonders hart liest sich der Auftakt der Saison.
Zum Start reisen die Cardinals zunächst zu den Los Angeles Chargers, ehe in Week 2 direkt der amtierende Super-Bowl-Champion aus Seattle nach Glendale kommt. Danach folgen Auswärtsspiele bei den San Francisco 49ers und New York Giants. Später warten neben den Detroit Lions und Denver Broncos zudem Trips zu den Rams, Cowboys und erneut nach Seattle.
Das Resultat: Arizona bestreitet sechs der ersten neun Spiele auswärts - gegen mehrere Teams, die entweder 2025 bereits in den Playoffs standen oder auch 2026 klar im Contender-Kreis gesehen werden. US-Analysen sprechen entsprechend schon jetzt von einem "brutal stretch" zu Saisonbeginn.
Hinzu kommt der eigentliche Knackpunkt - die eigene Division. Mit den Seahawks, San Francisco und den Rams treffen die Cardinals gleich sechs Mal auf Teams, die seit Jahren zum erweiterten Kreis der NFC-Contender zählen. Genau das frisst einen Großteil des eigentlichen 4th-Place-Vorteils sofort wieder auf.
Während andere Kellerkinder zumindest innerhalb der Division auf schwächere Gegner hoffen können, gibt es in der NFC West kaum echte Verschnaufpausen.
Auch die Bye Week dürfte Arizona nicht unbedingt helfen. Die Cardinals haben ihre spielfreie Woche erst in Week 14 - also zu einem Zeitpunkt, an dem der gröbste Teil des Spielplans sowieso bereits hinter ihnen liegt.
Gerade für ein junges Team im Rebuild hätte eine frühere Pause vermutlich besser gepasst. So droht Arizona schon vor der Bye Week massiv unter Druck zu geraten, falls der Saisonstart wie erwartet schwierig verläuft.

Auch die Erwartungen der Wettanbieter bleiben entsprechend vorsichtig. Die Over/Under-Linie liegt vielerorts lediglich bei 4,5 Siegen. ESPN-Analyst Mike Clay projiziert Arizona sogar nur bei rund 3,6 Erfolgen, während viele Fans sich nicht einmal sicher sind, ob am Ende überhaupt ein einziger Sieg zu Buche stehen wird.
In Fan-Diskussionen wird deshalb bereits offen über ein erneutes Rennen um den Number-1-Pick gesprochen. Ganz aus der Luft gegriffen wirkt das angesichts des Spielplans zumindest nicht.
Komplett hoffnungslos ist die Lage allerdings nicht. Nach der späten Bye Week wird der Schedule etwas angenehmer. Dann warten unter anderem die Jets, Saints und Raiders - drei Teams, die ebenfalls nicht zum absoluten Favoritenkreis gehören.
Drei der letzten vier Spiele finden zudem zuhause in Glendale statt. Gerade für ein junges Team könnte das zumindest die Chance bieten, zum Saisonende noch positive Impulse mitzunehmen.
mhh