vor 14 Stunden
Fast 36 Millionen Dollar freigemacht
Die Detroit Lions strukturieren die Verträge von Amon-Ra St. Brown und Penei Sewell um. Der plötzlich große finanzielle Spielraum und ein freier Kaderplatz lassen die Fans bereits über einen prominenten Neuzugang spekulieren.

Kurz vor ihrem Saisonauftakt gegen die New Orleans Saints haben die Detroit Lions ihre finanzielle Ausgangslage deutlich verändert. Wie das auf NFL-Verträge spezialisierte US-Medium Over The Cap berichtet, strukturierte das Team die Verträge von Wide Receiver Amon-Ra St. Brown und Offensive Tackle Penei Sewell um.
Insgesamt schafft Detroit dadurch 35,68 Millionen Dollar zusätzlichen Cap Space für die Saison 2026. Die Lions verfügen nun über rund 38,2 Millionen Dollar und damit über den zweitgrößten finanziellen Spielraum der NFL. Nur die San Francisco 49ers liegen aktuell noch vor ihnen.
Bei Sewell wandelte Detroit 18,6 Millionen Dollar seines bisherigen Grundgehalts in einen Signing Bonus um. Sein Cap Hit für 2026 sinkt dadurch von 28 auf 13,12 Millionen Dollar. Das verschafft den Lions in diesem Jahr 14,88 Millionen Dollar zusätzlichen Spielraum.
Bei St. Brown wurden 26 Millionen Dollar seines Gehalts umgewandelt und auf die kommenden Vertragsjahre verteilt. Sein Cap Hit fällt für die laufende Saison von 33,11 auf 12,31 Millionen Dollar. Detroit gewinnt dadurch weitere 20,8 Millionen Dollar an Flexibilität.
Gespart ist das Geld allerdings nicht. Die Belastungen werden lediglich auf spätere Jahre verschoben. Weil St. Brown und Sewell zu den langfristigen Eckpfeilern des Teams gehören, boten sich ihre Verträge für diese Maßnahme besonders an.
Der Zeitpunkt der Umstrukturierungen sorgt dennoch für Aufmerksamkeit. Die Lions schaffen nämlich nicht nur deutlich mehr Cap Space, als sie für gewöhnliche Bewegungen während der Saison benötigen würden. In den vergangenen Tagen ließen sie zwischenzeitlich auch zwei Plätze im aktiven Kader unbesetzt.
Einer davon wurde zunächst mit Linebacker Joe Bachie und der andere später mit Wide Receiver Tom Kennedy gefüllt. Durch die Entlassung von Defensive Tackle Levi Onwuzurike ist aktuell allerdings wieder ein Platz im 53-Mann-Kader frei.
Damit hätte General Manager Brad Holmes sowohl den finanziellen als auch den personellen Spielraum, um kurzfristig auf dem Trade-Markt aktiv zu werden. Eine konkrete Verpflichtung oder ein bevorstehender Transfer lassen sich daraus bislang jedoch nicht ableiten.

Unter den Fans wird dennoch bereits über eine prominente Verstärkung für die Secondary diskutiert: Joey Porter Jr. Der Cornerback geht in das letzte Jahr seines Rookievertrags bei den Pittsburgh Steelers und wartet weiterhin auf eine langfristige Verlängerung.
Porter und die Steelers befinden sich Berichten zufolge schon seit längerer Zeit in Gesprächen, eine Einigung zeichnet sich bislang aber nicht ab. Da Pittsburgh traditionell während der Saison keine Vertragsverhandlungen führt, gilt der Auftakt gegen die Atlanta Falcons als inoffizielle Deadline.
Für Detroit wäre Porter sportlich eine interessante Verstärkung. Der 26-Jährige könnte als physischer Outside Cornerback eine Secondary ergänzen, bei der es weiterhin Fragen hinsichtlich Qualität und Tiefe gibt. Durch den neu geschaffenen Cap Space wären die Lions zudem in der Lage, nicht nur seinen aktuellen Vertrag aufzunehmen, sondern auch über eine langfristige Verlängerung zu verhandeln.
Mehr als ein Gedankenspiel ist ein möglicher Wechsel derzeit allerdings nicht. Nach Angaben von ESPN-Reporterin Brooke Pryor haben die Steelers weder selbst Trade-Anrufe wegen Porter getätigt noch entsprechende Anfragen anderer Teams erhalten. Pittsburgh soll zudem weiterhin daran interessiert sein, den Cornerback zu halten.
Auch die Umstrukturierungen müssen nicht auf einen großen Move hindeuten. Mit Sam LaPorta und Brian Branch stehen in Detroit zwei weitere Leistungsträger vor möglichen langfristigen Verlängerungen. Der neu geschaffene Spielraum könnte deshalb auch dabei helfen, die nächsten wichtigen Verträge vorzubereiten und gleichzeitig während der Saison handlungsfähig zu bleiben.
Der momentan freie Rosterplatz könnte ebenfalls schnell wieder auf wenig spektakuläre Weise besetzt werden. Bei Onwuzurikes Entlassung könnte es sich um ein vorübergehendes Kadermanöver handeln. Wäre der Veteran am ersten Spieltag Teil des aktiven Kaders, würde sein Gehalt für die gesamte Saison garantiert. Eine Rückkehr nach dem Auftakt gegen New Orleans bleibt deshalb möglich.
Die Lions haben sich mit den beiden Umstrukturierungen jedenfalls zahlreiche Optionen verschafft. Ob Holmes damit etwas Größeres vorbereitet, für spätere Vertragsentscheidungen vorsorgt oder lediglich die notwendige Flexibilität für die Saison herstellt, dürfte sich erst in den kommenden Wochen zeigen.
mhh