08.04.2026
Höchter Dead Cap der NFL
Die Miami Dolphins drehen mit dem neuen General Manager Jon-Eric Sullivan alles einmal auf links - insbesondere finanzielle Altlasten sollen abgebaut werden. Doch was steckt hinter dem Masterplan für ein Miami der Zukunft?

Augen zu und durch dürfte in diesen Wochen das Motto an der Geschäftsstelle der Miami Dolphins lauten. Denn den kompletten finanziellen Restart-Button zu drücken heißt vor allem eins: die höchste Dead-Cap-Summe in der NFL-Geschichte in Kauf zu nehmen.
Das Ziel: Eine neue Ära im Süden Floridas einleiten. Dafür wurden unter anderem zahlreiche Spieler mit großen Gehältern entlassen und ein Mann eingestellt, der den extremen und durchaus unangenehmen Prozess federführend leitet: General Manager Jon-Eric Sullivan.
Eine Kombination aus schlechten Entscheidungen inklusive teurer Vertragsverlängerungen von unter anderem Quarterback Tua Tagovailoa, sowie einer Anzahl an Verletzungen von Unterschiedsspielern führten zu einer immer extremeren Schieflage des Teams. Will man den Misserfolg der Dolphins aus den letzten Jahren knapp zusammenfassen, so war es das Zusammenspiel aus zu wenig sportlichem Erfolg im starken Kontrast zu einem zu teurem Kader.
Doch damit ist jetzt Schluss, so Sullivan in einem Interview mit Palm Beach Post. "Wenn man das Problem immer weiter vor sich herschiebt, wird man nie wieder gesund. In der National Football League gibt es zwei Philosophien, denen man folgen kann: Entweder man bezahlt sofort, oder man nimmt Kredite auf. Wenn wir weiterhin auf Krediten leben, werden wir nie wieder gesund."
Neben Head Coach Jeff Hafley, der für einen sportlichen Umbruch steht, wurde Sullivan aus Green Bay geholt um seine Expertise im Rosterbuilding einzubringen. Mit ihm planen die Dolphins eine nachhaltige und langfristige Zukunft. Hinter ihm streckt, so Sullivan, Eigentümer Stephan Ross den Daumen nach oben. Eine gemeinsame Vision, die vereint.
Der 49-Jährige Manager ist sich sicher: "Man kann nicht irgendwo dazwischen stehen. Du kannst nicht einfach nur reden." Und weiter: "So kommt man nie ans Ziel."
| Tua Tagovailoa: 99,2 Mio US-Dollar (67,4 Mio US-Dollar 2026) | |
| Jaylen Waddle: 26,3 Mio US-Dollar | |
| Tyreek Hill: 28,2 Mio US-Dollar | |
| Jalen Ramsey: 20,9 Mio US-Dollar | |
| Minkah Fitzpatrick: 13 Mio US-Dollar | |
| Bradley Chubb: 10,9 Mio US-Dollar | |
| Terron Armstead: 10,7 Mio US-Dollar | |
| James Daniels: 4,8 Mio US-Dollar | |
| Zach Wilson: 3,8 Mio US-Dollar | |
| Alec Ingold: 2 Mio US-Dollar | |
| Jonnu Smith: 1,7 Mio US-Dollar | |
| Nick Westbrook-Ikhine: 1,6 Mio US-Dollar | |
| Matthew Judon: 1,4 Mio US-Dollar | |
Laut Journalist Robert Mays von The Athletic wird 2026 kein Spieler der Dolphins mit mehr als 11,3 Millionen US-Dollar gegen den Cap stehen. Ebenfalls bemerkenswert: Die Dolphins halten in diesem Jahr mehr als 58 % ihres Dead Caps für Spieler offen, die derzeit noch nicht Teil ihres Kader sind. Das gab es in der Geschichte der NFL noch nie. Für ESPN-Reporter Adam Schefter ein spannendes Experiment: "Wir haben noch nie ein Team gesehen, das das versucht, was die Dolphins jetzt vorhaben."
Dennoch wird es trotz elf Draft-Picks, die man sammeln konnte, eine echte Herausforderungen für das Front Office ein halbwegs konkurrenzfähiges Roster zu bauen. Der Plan Sullivans lautet wie folgt: Im Draft junge Talente finden, herausfinden wer von ihnen zum Stammspieler taugt, diese dann entsprechend halten und bezahlen. In der Free Agency soll dann gegebenenfalls selektiv nachgebessert werden.
Schaut man sich die blanken Zahlen an, so dürfen sich Miami Fans vor allem auf die Saisons ab 2027 freuen. Spätestens dann scheint es als, ob die Dolphins wieder deutlich handlungsfähiger sein werden. Und fest steht auch: Die ganze NFL wird das Experiment Sullivans mit sehr viel Interesse verfolgen.
tih
| Jason Sanders: 663.000 US-Dollar |
| Cam Smith: 528.000 US-Dollar |
| Mohamed Kamara: 160.000 US-Dollar |