29.07.2026
Offener Konkurrenzkampf
Zum Start des Trainingscamps stellten die Green Bay Packers zwei Veränderungen auf ihrem 90-Mann-Roster vor. Einer davon war die Verpflichtung des deutschen Kickers Lenny Krieg, der bei den Packers eine weitere Chance erhält, sich in der NFL zu behaupten.

Lenny Krieg wird ein Packer: Das Team aus Green Bay nimmt den 23-Jährigen zum Start des Trainingscamps unter Vertrag. Damit bietet sich für den gebürtigen Deutschen eine weitere Möglichkeit, sich in einem Kicker-Duell durchzusetzen und der Starting-Kicker eines NFL-Franchise zu werden.
Der aus Berlin stammende Kicker spielt damit bei seinem dritten NFL-Team. Der 1,85 Meter große und 95 Kilogramm schwere Special-Teams-Spieler stand 2025 zunächst als Undrafted Free Agent bei den Atlanta Falcons unter Vertrag und verbrachte die gesamte Saison im Practice Squad im Rahmen des International Player Pathway Program. In dieser Offseason wechselte er zu den New York Jets, wurde dort jedoch Anfang Juni wieder entlassen.
Zuvor hatte sich Krieg bei der Stuttgart Surge in der European League of Football (ELF) empfohlen. In 24 Partien der Spielzeiten 2023 und 2024 verwandelte er 19 seiner 26 Field-Goal-Versuche (73,1 Prozent). Sein längster erfolgreicher Kick gelang aus 52 Yards. Zudem traf er 101 von 126 Extrapunkten (80,2 Prozent). Auch in vier Playoff-Spielen kam der Deutsche für die Surge zum Einsatz.
Bei seinem neuen Team erwartet Krieg ein harter, aber womöglich offener Konkurrenzkampf. Nach einer unterdurchschnittlichen Saison entließen die Packers ihren erfahrenen Kicker Brandon McManus, nachdem dieser nur 80 Prozent seiner Field-Goal-Versuche verwandeln konnte. Im Draft hatte sich das Team bereits in Runde 6 mit Rookie Trey Smack verstärkt. Der ebenfalls 23-Jährige kickte für die University of Florida und konnte in drei Jahren im Team eine Trefferquote von 82,8 Prozent aufweisen. Mit neun Field Goals aus einer Entfernung von mehr als 50 Yards brach er in seiner letzten Saison für die Gators den Team-Rekord.
Trotz des Draft-Picks und der guten Quote von Smack könnte es ein offener Konkurrenzkampf um die Starter-Rolle bei den Packers werden. Krieg bewies unter anderem beim NFL Scouting Combine sein Talent. Als einziger Kicker traf er alle seine Versuche und ebnete so seinen Weg in die NFL. Nun hat er im Trainingscamp die Chance, Trainer und Verantwortliche davon zu überzeugen, dass er der bessere und sicherere Kicker ist und für das traditionsreiche Franchise auflaufen sollte. Bei den Packers bekommt Krieg die Nummer 18 - die gleiche Nummer, die er beim NFL Combine trug.
nhu