27.05.2026
MVP der Liga
Die Vertragsverlängerung von Matthew Stafford bringt den Los Angeles Rams zunächst die erhoffte Stabilität auf der wichtigsten Position. Doch ein genauer Blick auf die Details zeigt: Der neue Deal setzt gleichzeitig mehrere entscheidende Deadlines, die über die weitere Karriere des Quarterbacks entscheiden werden.

Die neuen Vertragsdetails von Matthew Stafford zeigen, wie die Los Angeles Rams die Zukunft ihres Franchise-Quarterbacks planen. Laut einem Bericht von NFL-Network-Insider Tom Pelissero enthält der überarbeitete Vertrag sogenannte "Rolling Guarantees", die den Rams nach jeder Saison neue Entscheidungen ermöglichen und gleichzeitig Deadlines festlegen.
Stafford bleibt vorerst langfristig an das Franchise gebunden. Gleichzeitig behalten beide Seiten aber die Möglichkeit, die Situation Jahr für Jahr neu zu bewerten.
Für die Saison 2026 erhält Stafford weiterhin 40 Millionen Dollar Gehalt. Zusätzlich wurde jedoch ein garantierter Roster Bonus über fünf Millionen Dollar für März 2027 eingebaut.
Noch wichtiger sind allerdings die Garantien für die Jahre danach.
Sein Base Salary von 45 Millionen Dollar für die Saison 2027 sowie ein weiterer Fünf-Millionen-Dollar-Roster-Bonus für März 2028 werden vollständig garantiert, falls Stafford am dritten Tag des Ligajahres 2027 noch im Kader der Rams steht.
Damit müssen die Rams bereits bis Mitte März 2027 eine Entscheidung über die Zukunft ihres Quarterbacks treffen.
Zusätzlich enthält der Vertrag ein sogenanntes Dummy Year für 2029. Dort würde ein Base Salary von 100 Millionen Dollar garantiert werden, falls Stafford am zehnten Tag des Ligajahres 2028 noch im Kader steht. Diese Konstruktion dient allerdings vor allem dazu, beide Seiten frühzeitig zu neuen Vertragsgesprächen oder einer möglichen Trennung zu zwingen. Denn selbst für NFL-Sphären wäre ein Jahresgehalt von 100 Millionen Dollar utopisch.
Besonders interessant: Der Vertrag zeigt, dass Stafford und die Rams längerfristig noch aneinander gebunden sein können, aber nicht müssen. Aktuell wirkt es nicht so, als hätte der amtierende MVP Interesse daran, seine Karriere bei einem anderen Team zu beenden.
Bereits vergangene Offseason galten unter anderem die Raiders und Giants als mögliche Interessenten. Stafford entschied sich jedoch bewusst dafür, in Los Angeles zu bleiben, obwohl andere Teams möglicherweise finanziell attraktivere Optionen geboten hätten.
Genau deshalb gilt intern als wahrscheinlich, dass Stafford entweder für die Rams spielen oder seine Karriere beenden wird. Der neue Vertrag spiegelt genau dieses Szenario wider.
Die Rams erhalten durch den Deal die Kontrolle über Staffords Rechte bis mindestens 2027. Gleichzeitig bekommt Stafford eine Gehaltserhöhung und behält trotzdem jederzeit die Möglichkeit, seine Karriere zu beenden.
Sollte Stafford nach der Saison 2026 doch noch woanders spielen wollen, könnten die Rams im Gegenzug immerhin Trade-Kompensation erhalten.
Sportlich bleibt Stafford weiterhin extrem wichtig für Los Angeles. Der Quarterback gewann vergangene Saison den MVP Award und führte die Rams erneut tief in die Playoffs. Trotz seines Alters zählt Stafford weiterhin zu den besten Passern der gesamten NFL.
Insgesamt könnte Stafford über die kommenden beiden Jahre inklusive aller Bonuszahlungen bis zu 105 Millionen Dollar verdienen.
Auch die Details dieser Boni sind interessant. Stafford kann jeweils weitere 2,5 Millionen Dollar durch einen NFC-Championship-Sieg und weitere 2,5 Millionen Dollar durch einen Super-Bowl-Sieg verdienen, sofern er in den jeweiligen Spielen mindestens 70 Prozent der Snaps absolviert.
Der neue Vertrag zeigt vor allem eines: Die Rams glauben weiterhin an Matthew Stafford, auch trotz des viel diskutierten Picks von Quarterback Ty Simpson in der ersten Runde des NFL Draft Ende April. Die Los Angeles Rams sind weiterhin das Team von Stafford. Gleichzeitig wollen sich beide Seiten maximale Flexibilität für die Zukunft offenhalten.
Los Angeles sichert sich damit die Kontrolle über die nächsten Entscheidungen rund um den Franchise-Quarterback, während Stafford finanziell nochmals profitiert und trotzdem keinen langfristigen Zwang eingeht.
Gerade weil Stafford im Februar 2028 bereits 40 Jahre alt wird, dürfte seine Zukunft in Los Angeles nun Jahr für Jahr neu bewertet werden.
val