vor 5 Stunden
Pick-Six
In Las Vegas herrscht aktuell eine ungewöhnliche Stimmung aus Vorfreude und Panik zugleich. First-Overall-Pick Fernando Mendoza soll die lange Durststrecke an schlechten Quarterbacks im Team endlich beenden. Seine ersten Preseason-Spiele zeigten aber eher, dass der Rookie noch einiges zu lernen hat, bevor er ein Franchise aus der Bedeutungslosigkeit zum Erfolg führen kann.

Fernando Mendoza hat sein zweites NFL-Preseason-Spiel absolviert. Nachdem der Nummer-1-Pick beim Debüt noch ohne größere Probleme durch die Partie gekommen war, musste der Quarterback der Las Vegas Raiders gegen die Houston Texans erstmals Lehrgeld zahlen.
Der Quarterback durfte gegen die Texans die komplette erste Hälfte ran. Mendoza unterlief im ersten Drive direkt ein folgenschwerer Fehler. Der Rookie bewegte sich zunächst nach links, warf dann aber anschließend zurück in die Mitte und übersah dabei Linebacker Wade Woodaz. Der konnte den Pass problemlos abfangen und über 80 Yards zum Pick-Six zurücktragen. Dabei gibt es eine klare Regel für Quarterback: Wenn du zu einer Seite schaust, wirf nicht zurück in die Mitte oder gar auf die andere Seite. Im College konnte Mendoza durch seine einzigartige Qualität diese Regel ignorieren, in der NFL wird er für das Missachten hart bestraft.
Eine Situation, aus dem Mendoza lernen muss. Gerade bei Pässen über die Mitte ist die Geschwindigkeit der Verteidiger in der NFL eine andere als im College. Der 23-Jährige zeigte anschließend allerdings, dass er sich davon nicht aus der Ruhe bringen ließ.
Mehrfach agierte Mendoza aus der Shotgun, aber auch Under Center. Letzteres hatte er während seiner College-Zeit bei Indiana kaum gespielt. Beim Footwork bestand der Rookie den Test. Auch sein Arm hinterließ einen guten Eindruck. Bereits früh fand er Jalen Nailor für 22 Yards bei einem 2nd&Long.
Allerdings bekam Mendoza nicht immer die nötige Unterstützung. Die Offensive Line konnte den Rookie nicht durchgehend schützen, sodass er in der ersten Hälfte mehrere harte Treffer einstecken musste.
Auch seine Receiver machten ihm das Leben nicht leichter. Malik Benson ließ gleich zwei wichtige Pässe fallen. Beide Male wäre ein neuer First Down möglich gewesen, stattdessen mussten die Raiders jeweils punten.
So fiel die Bewertung von Mendozas Auftritt am Ende schlechter aus, als es seine eigentliche Leistung vermuten lässt. Zusammen mit der Interception führte dies schnell zu ersten kritischen Stimmen. Von einem möglichen "Bust" zu sprechen, wäre nach gerade einmal zwei Preseason-Spielen allerdings deutlich zu früh.
Mendoza war insgesamt ordentlich, aber keineswegs überragend. In seinen bisherigen Preseason-Einsätzen führte er die Raiders erst zu zwei Scoring Drives. Damit zeigt sich auch, dass der Rookie aktuell noch nicht bereit ist, das Team als Quarterback anzuführen.
Kirk Cousins bleibt deshalb vorerst der klare Favorit auf den QB1-Job. Mendoza hat gegen Houston allerdings erneut wertvolle Erfahrungen gesammelt - und genau dafür ist die Preseason da.
nhu