04.04.2026
Trump erlässt Executive Order
Die US-Regierung versucht, klare Rahmenbedingungen für College-Sport zu schaffen. Eine neue Executive Order soll Transfers beschränken und die maximale Einsatzdauer von Athleten definieren. Juristen zweifeln jedoch an der rechtlichen Durchsetzbarkeit.

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag eine Executive Order unterschrieben, die neue Regeln für College-Athleten vorsieht. Demnach sollen Spieler künftig maximal fünf Jahre im College-Sport aktiv sein dürfen und nur einmal ohne Sperre die Universität wechseln können.
Aktuell erlaubt die NCAA (National Collegiate Athletic Association) Athleten vier Spielzeiten innerhalb eines Fünfjahreszeitraums, wobei Transfers inzwischen grundsätzlich auch mehrfach ohne ein Jahr Pause möglich sind.
Die Änderungen sollen laut Anordnung ab dem 1. August gelten. Hochschulen, die nicht regelkonforme Athleten einsetzen, riskieren so den Verlust von Bundesmitteln.
Die Executive Order fordert die NCAA konkret auf, verbindliche Vorgaben zur Spielberechtigung und zum Transfermarkt zu entwickeln. Zudem soll ein nationales Register für Spielerberater eingeführt werden.
Gleichzeitig sollen Regelungen geschaffen werden, die verhindern, dass Hochschulen Stipendien oder Fördermittel für Frauen- und olympische Sportarten kürzen, um Zahlungen an Athleten zu finanzieren.
In einer Mitteilung betont das Weiße Haus auch die Notwendigkeit klarer Regeln im Umgang mit Vergütung und Spielberechtigung, um langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden.
Mehrere auf Sportrecht spezialisierte Anwälte erklärten gegenüber ESPN, dass Gerichte die Executive Order voraussichtlich als verfassungswidrig einstufen könnten. NCAA-Präsident Charlie Baker äußerte sich bislang zurückhaltend und verweist auf laufende Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern.
Er betonte, dass eine dauerhafte Lösung vermutlich nur durch ein parteiübergreifendes Gesetz im Kongress erreicht werden könne.
Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2021, das die NCAA stärker an das Kartellrecht bindet und ihre Möglichkeiten einschränkt, Einnahmen von Athleten zu begrenzen.
Seitdem erlaubt die Organisation jährliche Transfers und sieht sich mit zahlreichen Klagen konfrontiert, in denen Spieler zusätzliche Einsatzzeiten einklagen.
Ob die Executive Order tatsächlich umgesetzt wird, bleibt offen. Beobachter sehen die Maßnahme vor allem als Signal an den US-Kongress, eine langfristige gesetzliche Lösung für die Regulierung des College-Sports zu verabschieden. Diskussionspunkte bleiben jedoch unter anderem die mögliche Einstufung von Athleten als Angestellte ihrer Universitäten sowie die Verteilung von TV-Einnahmen.
mhh