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    NFL

    02.06.2026

    Nummer-1-Receiver

    Super-Bowl-Window und Zukunftsvision: Die Gewinner und Verlierer des Brown-Trades

    Am Montagnachmittag gab es in der aktuell eher ruhigen NFL-Landschaft einen großen Knall: Doch neben dem Garrett-Trade wurde auch A.J. Brown zu den New England Patriots getradet. Dieser Trade könnte die Patriots in ein Super-Bowl-Window bringen und den Eagles langfristigen Erfolg garantieren.

    Philadelphia Eagles Wide Receiver AJ. Brown (11) feiert einen Touchdown gegen die Los Angeles Rams im Lincoln Financial Field in Philadelphia, Pennsylvania.
    A.J. Brown wurde von den Philadelphia Eagles zu den New England Patriots getradet. IMAGO/ZUMA Press Wire

    Nachdem die erste Aufregung verflogen ist und sich die Wogen geglättet haben, analysieren Fans und Experten die Trades und versuchen herauszufinden, wer den Trade gewonnen hat. Wie bei jedem dieser Moves in der NFL gibt es auch bei Brown sowohl positive als auch negative Seiten für beide Teams.

    Super-Bowl-Window für die Patriots?

    Bei den New England Patriots ist nun eines klar: Sie haben die Probleme der letzten Saison erkannt und in dieser Offseason aktiv gegengesteuert. Mit A.J. Brown kommt der klare Nummer-1-Receiver, den sich Patriots-Fans letzte Saison in Stefon Diggs erhofft hatten. Dieser konnte der Rolle aber nicht ganz gerecht werden. Mit Brown kommt ein physischer, talentierter und erfahrener Receiver, der mehrmals bewiesen hat, dass er die wichtigsten Anspielstation auf dem Platz sein kann.

    Brown zeigte ebenfalls, dass er sich schnell neuen Situationen anpassen kann und kein Problem mit einem Teamwechsel hat. Nach seinem Trade von den Titans zu den Eagles während des Drafts 2022 erzielte er sofort in seiner ersten Saison in Philadelphia 1496 Yards und stellte einen Franchise-Rekord auf. Er wird der Patriots-Offense also sofort weiterhelfen können.

    Drake Maye wird von diesem Deal extrem profitieren, denn es gab in den letzten Jahren kaum verlässlichere und konstantere Wideouts als A.J. Brown. Mit ihm als klaren Zielspieler hat Maye immer eine sichere Anspielstation, die Brown alleine durch seine physische Präsenz auf dem Feld unterstreicht. Der 29-Jährige zieht eine Menge Aufmerksamkeit der Defense auf sich und wird damit andere Receiver in New England entlasten.

    Einziges Manko bei Brown ist, seine etwas launische Art. Die Eagles hatten immer wieder mit der Unzufriedenheit von Brown zu kämpfen, wenn der Receiver beispielsweise zu wenig angeworfen wurde. Ähnliche Probleme können auch in New England auftreten und ein Teamgefüge stören. Zumal die Patriots sich gerade erst von Stefon Diggs trennten, der ebenfalls für solche Aktionen bekannt ist. Mit Mike Vrabel haben die Patriots aber einen Head Coach, der nicht nur sehr erfahren in solchen Bereichen ist, sondern A.J. Brown aus der gemeinsamen Zeit bei den Titans noch gut kennt. Die Chemie zwischen den beiden scheint zu stimmen, denn Vrabel war einer der Hauptgründe, warum Brown sich einen Trade zu den Patriots gut vorstellen konnte.

    Head Coach Mike Vrabel begrüßt A.J. Brown #11 von den Tennessee Titans vor dem Spiel gegen die Kansas City Chiefs.
    A.J. Brown und Mike Vrabel kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in Tennessee. Getty Images

    Als Gegenleistung mussten sich die Patriots von einem Fünftrundenpick im nächsten Draft und einem Erstrundenpick im Draft 2028 trennen. Ein Preis, der für einen 29-Jährigen Star-Receiver in Ordnung geht. Zwar war klar, dass die Eagles ihren Wideout eher loswerden als halten wollten, mit Brown gibt Philly dennoch einen der besten Receiver der letzten Jahre ab. Besonders scheint der Fokus auch auf dem Draft 2027 zu liegen, bei dem eine besonders hohe Dichte an spannenden Talenten erwartet wird. Deshalb konnten sich Patriots und Eagles auf den Erstrundenpick für 2028 einigen.

    Eagles setzen auf die Zukunft

    Bei den Eagles war es im Grunde nur eine Frage der Zeit und eine Frage des Preises bis Philly den Receiver abgeben würde. Neben den immer wiederkehrenden Problemen mit A.J. Brown, kostete der Receiver die Eagles eine Menge an Cap Space. Nun muss das Team jedoch einen Cap Hit von über 43 Millionen Dollar hinnehmen - diesen Cap Hit können die Eagles durch den Trade nach dem 1. Juni aber aufteilen. 16,3 Millionen Dollar fallen dabei in die aktuelle Saison und etwa 27 Millionen Dollar in den Cap Space nächstes Jahr. Dadurch werden die Eagles in beiden Jahren noch in der Lage sein mit Cap Space zu arbeiten.

    Zudem richtet sich der Fokus der Eagles ganz klar in die Zukunft. Mit Makai Lemon sicherten sich die Eagles bereits im Draft einen neuen Receiver in Runde 1, der mit DeVonta Smith zusammen das neue Receiver-Duo der Eagles bilden soll. Damit geht Philly den gleichen Schritt wie die Titans beim Draft 2022, als Brown zu den Eagles für einen Erstrundenpick kam, den die Titans in Treylon Burks investierten. Dass dieser Move für die Titans nicht aufging, heißt aber nicht, dass es den Eagles ähnlich ergehen wird. Dennoch ist das Setzen auf einen Rookie immer mit einem gewissen Risiko verbunden.

    Die Kompensation für Brown ist allerdings ein positives Ergebnis für Jalen Hurts und sein Team. Der Erstrundenpick im Draft 2028 eröffnet den Eagles viele Möglichkeiten sich für die Zukunft zu verstärken. Egal ob direkt durch den Draft oder durch einen weiteren Trade. Die Eagles haben mit dieser Lösung besonders die eigene Zukunft und die Cap-Situation im Blick, da Rookies immer günstiger sind als erfahrene NFL-Spieler.

    Neuanfang für A.J. Brown

    Für A.J. Brown selbst hätte es kaum besser kommen können. Der 29-Jährige wirkte bei den Eagles immer wieder nicht ganz zufrieden und konnte vorletzte Saison mit den Eagles zwar einen Super Bowl gewinnen, doch die Eagles taten sich in der vergangenen Saison bereits in der ersten Runde der Playoffs sehr schwer und schieden gegen die 49ers aus.

    Mit den Patriots kommt Brown jetzt in ein Team, das es letzte Saison in den Super Bowl schaffte und er das fehlende Puzzlestück sein könnte, der den Patriots den ganz großen Erfolg beschert. Zudem kehrt er zu seinem ehemaligen Coach Mike Vrabel zurück, der genau weiß, wie Brown am besten einzusetzen ist.

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    nhu