11.10.2026
College Football Recap
Selten hat ein einziges Wochenende das College-Football-Playoff-Rennen so durcheinandergewirbelt wie dieses. Georgia bezwang Alabama in Tuscaloosa unter kontroversen Umständen, Texas verlor als Nummer eins die Red River Rivalry gegen Oklahoma, UCLA sorgte in Eugene für die nächste Überraschung des Wochenendes, und Kentucky schockte LSU in der Overtime. Ein Spieltag, der die gesamte College-Football-Landschaft neu sortiert.

In der Red River Rivalry gewann Oklahoma gegen Texas (Rang #1 nach dem AP Top 25 Ranking) mit 27:24 - entschieden erst durch ein 47-Yard-Field-Goal von Tate Sandell beim allerletzten Spielzug. Es war für die Sooners der erste Sieg gegen ein Team der Nummer eins seit 2007. Besonders prägend: Zwei Nicht-Offensiv-Touchdowns, darunter eine von Safety Peyton Bowen über 42 Yards zum Touchdown zurückgetragene Interception - Oklahomas erster Touchdown gegen Texas seit 2023.
Texas-Quarterback Arch Manning warf zwar drei Touchdown-Pässe, leistete sich aber auch zwei entscheidende Interceptions, darunter die finale 19 Sekunden vor Schluss. Zuvor hatte Texas-Kicker Gianni Spetic zudem ein Field Goal aus 53 Yards vergeben. Für Texas bedeutet die Niederlage das Ende einer Serie von sieben Siegen in Folge und aller Voraussicht nach den Verlust der Spitzenposition im AP-Ranking an Georgia - das Playoff-Bild dürfte sich nach diesem Wochenende grundlegend neu sortieren.
Georgia (#2) setzte sich bei Alabama mit 20:17 durch und sicherte sich damit den ersten Sieg in Tuscaloosa seit 2014 sowie den ersten Kirby-Smart-Erfolg überhaupt an diesem Ort. Dwight Phillips Jr. lief für 120 Yards, Quarterback Gunner Stockton war bei 18 von 22 Pässen für 249 Yards, einen Touchdown und eine Interception effizient wie selten. Entschieden wurde die Partie jedoch von zwei Schiedsrichter-Momenten: Zunächst blieb eine offensichtliche Pass-Interference-Strafe gegen Georgia-Safety KJ Bolden im eigenen Endzonenbereich ungeahndet, kurz darauf sackte ausgerechnet Bolden Alabama-Quarterback Keelon Russell und zwang die Crimson Tide zum Punt.
In der Schlussphase sicherte dann eine Personal-Foul-Strafe gegen Alabama-Cornerback Dijon Lee Jr. - der nach dem Pfiff einen Receiver zu Boden stieß - Georgia das Recht, die Partie einfach auszuknien. "Wir können das Spiel nicht in eine Situation bringen, in der die Schiedsrichter eine Rolle spielen. Wir müssen einfach die Dinge kontrollieren, die wir kontrollieren können", sagte Alabama-Coach Kalen DeBoer. Zusätzlich musste Alabamas Star-Receiver Ryan Coleman-Williams gleich zweimal verletzungsbedingt vom Feld.
Für eine weitere echte Überraschung des Wochenendes sorgte UCLA (#21), das bei Oregon (#13) mit 17:15 gewann - und das, obwohl Stammquarterback Nico Iamaleava nach einer Beinverletzung die zweite Halbzeit auf der Bank verbrachte. Backup Ty Dieffenbach, ein Senior, der die gesamte bisherige Saison über keine einzige Spielminute erhalten hatte, komplettierte drei von sechs Pässen für 43 Yards und einen Touchdown und führte die Bruins in einem fehlerreichen Spiel mit insgesamt zehn Turnovern - sieben davon allein auf Oregons Seite - zum Sieg. "Nico war heute nicht annähernd in der Lage zurückzukommen. Ich dachte, er wurde am Oberschenkel getroffen, aber da könnte noch mehr dahinterstecken", sagte UCLA-Head-Coach Bob Chesney.
Bei Oregon wurde zudem Quarterback Dylan Raiola nach drei Turnovern zur Pause auf die Bank gesetzt, Head Coach Dan Lanning kündigte eine komplette Überprüfung der eigenen Offense an. UCLA steht damit bei einer makellosen 5:0-Bilanz.
Kentucky (unranked) bezwang LSU (#10) mit 35:34 nach Overtime - bereits der zweite Overtime-Sieg der Wildcats in Folge mit identischem Ergebnis. Quarterback Kenny Minchey lief in der Verlängerung nach einem Touchdown von C.J. Baxter ungedeckt zur entscheidenden Two-Point-Conversion. Baxter selbst lief für 123 Yards und zwei Touchdowns, Minchey kam auf 246 Passing-Yards, davon 206 allein in der zweiten Halbzeit.
Besonders bitter für LSU: Kicker-Patzer und ein verpatzter Punt Return zum 41-Yard-Touchdown für Kentucky besiegelten die Überraschung. "Enttäuschend in allen drei Phasen. Wenn man nicht exekutiert, wird man gegen ein gutes Team bloßgestellt", resümierte LSU-Head-Coach Lane Kiffin.
| Heimteam | Auswärtsteam | Ergebnis |
|---|---|---|
| BYU (#8) | Iowa State | 24:10 |
| Washington | Iowa (#20) | 24:41 |
| Oklahoma | Texas (#1) | 27:24 |
| Notre Dame (#3) | Stanford | 58:7 |
| Ohio State (#5) | Maryland | 45:16 |
| Nebraska | Indiana (#7) | 17:20 |
| Vanderbilt | Ole Miss (#9) | 17:52 |
| Oregon (#13) | UCLA (#21) | 15:17 |
| Missouri (#14) | Texas A&M | 27:6 |
| Arkansas | Tennessee (#15) | 17:24 |
| Florida (#16) | South Carolina |
mgs
| 19:38 |
| Oklahoma State (#18) | UCF | 42:28 |
| Kansas State | Houston (#22) | 16:35 |
| Pittsburgh (#25) | North Carolina | 17:21 |
| Alabama (#6) | Georgia (#2) | 17:20 |
| Kentucky | LSU (#10) | 35:34 (OT) |
| Utah (#12) | Kansas | 41:24 |
| Penn State | USC (#19) | 23:31 |
| Fresno State | Boise State (#23) | 31:38 |