06.10.2026
Alle Infos zum ehemaligen NFL-Profi
Markus Kuhn gehört zu den bekanntesten deutschen Footballern der vergangenen Jahre. Der gebürtige Mannheimer schaffte 2012 den Sprung in die NFL und spielte vier Jahre für die New York Giants. 2014 schrieb er dabei deutsche NFL-Geschichte: Kuhn erzielte als erster in Deutschland geborener Spieler einen Touchdown in einem NFL-Spiel.

Markus Kuhn wurde am 5. Mai 1986 in Mannheim geboren und kam 2001 zum Football, im Alter von 14. Seine ersten Schritte machte er bei den Weinheim Longhorns in der German Football League. Dort wurde er direkt zum Rookie of the Year gewählt und schaffte es insgesamt viermal ins GFL-All-Star-Team.
2007 wagte Kuhn den Schritt in die Vereinigten Staaten. An der North Carolina State University spielte er fünf Jahre College Football und schloss gleichzeitig ein Studium der Betriebswirtschaftslehre ab. Der Weg dorthin war nicht alltäglich: Kuhn musste sich seinen Zugang zum College-Football weitgehend selbst erarbeiten, da er als deutscher Spieler nicht über das klassische Recruiting-System entdeckt worden war.
Im NFL Draft 2012 griffen schließlich die New York Giants zu. Sie wählten den Defensive Tackle in der siebten Runde an Position 239. Damit hatte Kuhn den Sprung geschafft, obwohl er beim Einstieg in die NFL bereits 26 Jahre alt war. Noch im selben Jahr schaffte er den Sprung in den 53-Mann-Kader und debütierte gegen die Dallas Cowboys.
Kuhn war vier Jahre bei den New York Giants. Zwischen 2012 und 2015 kam der Defensive Tackle in 39 Regular-Season-Spielen zum Einsatz, davon elf als starter. Seine erste NFL-Saison endete nach zehn Spielen aufgrund einer Verletzung vorzeitig.
Den wohl größten Moment seiner NFL-Karriere erlebte Kuhn am 7. Dezember 2014 gegen die Tennessee Titans. Nach einem Fumble nahm er den Ball auf und trug ihn über 26 Yards in die Endzone. Mit diesem Defensive-Touchdown schrieb Kuhn deutsche NFL-Geschichte. Er war der erste in Deutschland geborene Spieler, der in einem NFL-Spiel einen Touchdown erzielte. Die Giants gewannen die Partie mit 36:7.
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Insgesamt kam Kuhn während seiner Zeit bei den Giants auf 42 Tackles, 1,5 Sacks, vier abgewehrte Pässe und zwei Fumble Recoveries. Dazu kam der historische Touchdown im Jahr 2014. Auch wenn die Zahlen im Vergleich zu etablierten NFL-Stars nicht spektakulär ausfielen, machte Kuhn vor allem sein ungewöhnlicher Weg in die Liga zu einer besonderen Figur des deutschen Footballs.
Nach der Saison 2015 endete seine Zeit in New York. 2016 unterschrieb Kuhn bei den New England Patriots, schaffte es dort allerdings nicht in den endgültigen Kader für die Regular Season. Anfang 2017 gab er schließlich sein Karriereende bekannt.
Auch finanziell war Kuhns NFL-Karriere nicht mit den Millionenverträgen heutiger Stars vergleichbar. Laut Over The Cap hatte sein Vierjahresvertrag bei den New York Giants ein Gesamtvolumen von rund 2,15 Millionen Dollar. Bei den New England Patriots unterschrieb er 2016 anschließend einen Vertrag über rund 1,2 Millionen Dollar, kam dort jedoch nicht zu einem Einsatz in der Regular Season.
Nach seinem Karriereende blieb Kuhn dem Football und dem US-Sport eng verbunden. Er absolvierte an der Columbia University in New York einen Master im Sportmanagement und wechselte zunehmend auf die Business-Seite des Sports. Dabei arbeitete er unter anderem mit der NFL, der NFL Players Association sowie auf geschäftlicher Ebene mit den Giants und Patriots.
Kuhn sammelte Erfahrungen aus mehreren Perspektiven des Sports: als Spieler auf dem Feld, als Medienexperte und später auch hinter den Kulissen im Sportbusiness. Diese Kombination spielt heute eine wichtige Rolle bei seiner Arbeit im europäischen Football.
Parallel zu seiner Arbeit im Sportbusiness etablierte sich Kuhn als TV-Experte. Bereits 2015 schrieb er als NFL-Kolumnist für ran.de, anschließend war er unter anderem bei mehreren Super Bowls als Co-Kommentator im Einsatz. Seit 2017 arbeitet Kuhn regelmäßig als NFL-Analyst und Kommentator im deutschen Fernsehen.
Auch 2026 gehört Kuhn weiterhin zum NFL-On-Air-Team von RTL. Gemeinsam mit weiteren ehemaligen NFL-Profis ist er Teil der deutschen NFL-Berichterstattung.
Seine Erfahrungen aus der Liga machen ihn dabei zu einer besonderen Stimme in der deutschen Football-Berichterstattung. Kuhn kennt den Sport nicht nur aus der Sicht eines Zuschauers oder Journalisten, sondern hat selbst jahrelang in einem NFL-Kader gestanden und anschließend im Umfeld der Liga gearbeitet.

Auch mit seinem ehemaligen Team ist Kuhn weiterhin verbunden. 2024 holten ihn die Giants für ihre Deutschland-Aktivitäten zurück. Als deutscher Markenbotschafter und Content-Stratege unterstützte er das Franchise bei ihrer Arbeit auf dem deutschen Markt und war unter anderem in die Bereiche Social Media, Content, Veranstaltungen und Markenaktivierung eingebunden.
Damit blieb Kuhn auch nach seiner aktiven Karriere den Giants treu. Seine Rolle zeigt gleichzeitig, wie sich sein Tätigkeitsfeld verändert hat: War er früher selbst Teil des NFL-Kaders, arbeitet er heute vor allem an der Schnittstelle zwischen Football, Medien und Sportbusiness.
Seit August 2026 hat Kuhn einen neuen Job im europäischen Football. Die European Football Alliance ernannte ihn mit sofortiger Wirkung zum Präsidenten der Liga. Sein Vertrag läuft zunächst mindestens drei Jahre.
Die EFA will sich als professionelle American-Football-Liga in Europa etablieren. In der Premierensaison 2026 traten sechs Teams aus fünf Ländern an. Mit seiner Erfahrung aus der NFL, dem deutschen Football und dem Sportbusiness soll Kuhn dabei helfen, die Liga weiter zu professionalisieren und langfristig auf dem europäischen Markt zu etablieren.
Für Kuhn ist die neue Position die Verbindung aus seinen beiden wichtigsten Football-Welten. Er kennt den europäischen Football aus seinen Anfängen selbst und war später jahrelang Teil des NFL-Geschäfts. Nun soll er seine Erfahrungen nutzen, um die EFA weiterzuentwickeln und dem europäischen Football eine richtige professionelle Liga zu geben.
Markus Kuhns aktive NFL-Karriere war vergleichsweise kurz. Sein Einfluss auf den deutschen Football reicht jedoch deutlich darüber hinaus. Vom Spieler aus Mannheim, der es als einer der frühen Deutschen bis in die NFL schaffte, über den ersten in Deutschland geborenen NFL-Touchdown-Scorer bis hin zum TV-Experten und Präsidenten der EFA hat Kuhn seinen Platz im Football in Deutschland auch nach seiner aktiven Karriere behalten.
par