28.04.2026
Viel Geld im Spiel
Nach dem NFL Draft haben die meisten Franchises ihren Kader für die neue Saison weitgehend zusammen und einen klaren Plan für die Zukunft. Daher stehen nun diese 10 Receiver vor einem Zahltag bei ihren Teams und hoffen auf neue Verträge mit einem deutlich höheren Gehalt.

In den letzten Wochen lag der Fokus in der NFL auf dem Draft. Alle Coaches, Scouts, General Manager und Verantwortlichen bereiteten sich auf den Draft vor und andere Aufgaben rückten etwas in den Hintergrund. Doch nun, nach dem Ende des Drafts, kommen diese Themen wieder hervor. Dazu gehören einige Receiver, die sich noch vor dem Start der Saison 2026 einen neuen Vertrag erhoffen. Warum diese Spieler eine Vertragsverlängerung verdient hätten, wie viel sie verdienen könnten und wer die besten Chancen auf einen neuen Vertrag hat, wird im Folgenden analysiert:
Der junge Wide Receiver schaffte es in der jüngeren Vergangenheit mehr durch Fehlverhalten neben dem Platz als durch sportliche Leistung in die Schlagzeilen. Doch neben diesen Off-the-Field-Issues ist Nacua einer der dominantesten Receiver der NFL. Nacua erreichte 2023 und 2025 den Pro Bowl und seine 129 Catches für 1715 Yards und zehn Touchdowns verhalfen ihm in der vergangenen Saison zu seiner ersten Wahl ins First-Team All-Pro. Nacua könnte mit seinem neuen Vertrag zu einem der bestverdienenden Passempfänger der Liga aufsteigen, denn sein neuer Vertrag wird auf etwa 4 Jahre und 175 Millionen Dollar eingeschätzt.
Die Saints wählten im NFL Draft mit dem 8. Pick Wide Receiver Jordyn Tyson - doch das spricht nicht gegen eine Verlängerung mit Chris Olave. Denn die Saints brauchen zwei verlässliche Receiver für ihren jungen Quarterback Tyler Shough. Olave, der immer wieder von Verletzungen geplagt war und unter schlechtem Quarterback-Play litt, erzielte dennoch in drei von vier Saisons über 1000 Yards Receiving und hatte mit 100 Receptions für 1163 Yards und neun Touchdowns das beste Jahr seiner Karriere. Dem 25-Jährigen könnte ein neuer Vierjahresvertrag mit einem Gehalt von rund 130 Millionen Dollar winken.
In Atlanta sorgte die wacklige Quarterback-Situation für weniger erfolgreiche zeiten bei den Receivern. Dennoch zeigte London sein Potenzial und erzielte 2024 über 1200 Yards. In der vergangenen Saison spielte er allerdings nur zwölf Spiele, kam dabei aber 919 Yards und sieben Touchdowns. Mit 24 Jahren steckt in London noch eine Menge Potenzial und er kann auf einen Vertrag hoffen, mit einem Gehalt leicht unterhalb von Olaves potenziellem Vertrag.
Flowers steigerte sich in seinen ersten drei Jahren in der NFL stetig und steigerte seine Produktivität Jahr für Jahr. Das gipfelte in 86 Catches für 1211 Yards und fünf Touchdowns in der vergangenen Saison - ein starkes Bewerbungsschreiben für einen neuen Vertrag. Allerdings wird Flowers als kleinerer Slot Receiver ein etwas geringerer Wert als einem klassischen Wide Receiver zugeschrieben, weshalb sein Vertrag auf drei Jahre und 93 Millionen Dollar geschätzt wird - etwas weniger pro Jahr (31 Millionen Dollar) als London in Atlanta (32,5 Millionen Dollar). Allerdings könnte es mit der Verlängerung von Flowers auch noch etwas dauern, denn Lamar Jacksons Vertrag läuft nach der Saison 2027 aus und diese Situation wird in Baltimore Priorität haben. Deshalb zogen die Ravens seine Fifth-Year-Option und verlagern damit das Problem vermutlich in die nächste Offseason.
Nach dem Trade von Pickens von den Steelers zu den Cowboys spielte Pickens neben Star-Receiver CeeDee Lamb eine herausragende Saison. Mit 93 Catches für 1429 Yards und neun Touchdowns spielte Pickens die beste Saison seiner Karriere bei seinem neuen Team. Trotz dieser Saison belegten ihn die Cowboys erst einmal nur mit dem Franchise Tag, um sich mehr Zeit für eine Vertragsverlängerung zu verschaffen. Den Tag hat Pickens allerdings bisher nicht unterschrieben. Sobald er ihn unterschrieben hat, haben beide Parteien bis zum 15. Juli Zeit, sich auf einen neuen Vertrag zu einigen, der auf etwa fünf Jahre mit einem Gehalt von 160 Millionen Dollar geschätzt wird. Damit würden die Cowboys ihren beiden Top-Receivern zusammen fast 70 Millionen Dollar jährlich zahlen müssen.

Wilson spielte 2025 die beste Saison seiner Karriere. Mit 78 Catches für 1006 Yards und sieben Touchdowns verdoppelte Wilson fast seine bisherige Produktion und spielte sich bei den Cardinals ins Rampenlicht. Doch eine starke Saison allein reicht nicht, um einen wirklich hochdotierten Vertrag zu erhalten, weshalb Wilson sein letztes Vertragsjahr spielen könnte und mit ähnlichen Statistiken wie in der vergangenen Saison auf einen noch besseren Vertrag setzen könnte. Ob er dieses Risiko eingeht und ob diese Rechnung aufgeht, wird die Zukunft zeigen.
Rice Karriere bei den Chiefs war überschattet von einigen Verletzungen, die verhinderten, dass er alle Spiele der letzten beiden Saisons spielen konnte - im Gegenteil: er kam gerade einmal auf 12 NFL-Spiele in den letzten zwei Jahren. Und dennoch bleibt Rice damit der zuverlässigste Receiver in Kansas City. Obwohl die Chiefs dringend neue Offensivwaffen für Patrick Mahomes brauchen, werden sie die Situation vermutlich hinauszögern und erst nach der Saison über eine Verlängerung nachdenken, da sie zur Not den Franchise Tag für Rice verwenden können.
Josh Downs dürfte bei den Colts nach dem Trade von Michael Pittman Jr. zum zweiten Receiver hinter Alec Pierce werden. In seinen ersten beiden Saisons in der NFL erreichte Downs über 700 Yards, konnte in der Saison 2025 aber nicht daran anknüpfen. Mit nur 566 Yards empfahl sich der 24-Jährige nicht unbedingt für einen hochdotierten Vertrag. Zudem investierten die Colts diese Offseason sehr viel Geld in die Verlängerungen von Daniel Jones und Alec Pierce. Auch Star-Running-Back Jonathan Taylor erwartet einen neuen Vertrag von seinem Team, weshalb Downs ohne Verlängerung sein letztes Vertragsjahr bei den Colts spielen und sich in der nächsten Offseason in der Free Agency umschauen könnte.
Watson ist einer der konstantesten Receiver in Green Bay und erhielt deshalb Zweijahresvertrag in 2025 mit einem Gehalt von 13 Millionen Dollar. Watson ist einer der besten Receiver in Green Bay, wenn er fit ist - und das war leider häufig das Problem: in seinen vier Jahren in der NFL spielte Watson nie alle Spiele in einer Saison. Dennoch könnte es sich für die Packers lohnen, auf den 26-Jährigen zu setzen und ihm eine Vertragsverlängerung anzubieten. Dabei wird von einem Dreijahresvertrag mit einem Gehalt von etwa 50 Millionen Dollar ausgegangen.
Washington kam 2023 als Sechstrundenpick zu den Jaguars und hatte im vergangenen Jahr seine Breakout-Saison. Mit 58 Catches für 847 Yards und fünf Touchdowns zeigte Washington sein Potenzial und spielte sich somit in den Fokus für einen neuen Vertrag. Washington könnte vom Gehalt her etwas unter dem Durchschnittsgehalt des neuen Jaguars-Receivers Jerry Jeudy (17,5 Millionen Dollar) verlangen und auf einen Vierjahresvertrag mit etwas über 60 Millionen Dollar Gehalt aus sein.
nhu