19.01.2025
Turnover brechen Lions das Genick
Die Washington Commanders haben überraschend den Top-Seed der NFC aus den Playoffs gekegelt. In einem unterhaltsamen Offensiv-Spektakel fanden die favorisierten Detroit Lions kein Mittel gegen Rookie-Quarterback Jayden Daniels, der kaum einen Fehler machte - ganz im Gegensatz zur Lions-Offense.

33 Jahre haben die Fans in Washington auf diesen Moment gewartet: Erstmals seit dem Gewinn des Super Bowls 1992 steht das Team aus der US-amerikanischen Hauptstadt wieder im Championship Game der NFC. Mit dem 45:31-Erfolg in Detroit in der Nacht auf Sonntag beendeten die Commanders damit die längste aktive Durststrecke dieser Art in der NFL - und die Super-Bowl-Träume der Lions um Amon-Ra St. Brown.
"Das ist ein surrealer Moment. Es ist etwas Besonderes für D.C.", meinte Quarterback Jayden Daniels nach dem Überraschungserfolg - Washington war als deutlicher Underdog in die Partie gegen die Lions, die in der Regular Season 15 Siege bei nur zwei Niederlagen geholt hatten, gegangen. "Wir haben viel Arbeit investiert, um an diesen Punkt zu kommen. Ich bin ruhig, ich bin cool."
pja
Das stellte der 24 Jahre alte Rookie auch auf dem Feld unter Beweis. Daniels, unter anderem beschützt vom deutsch-amerikanischen Offensive Lineman Brandon Coleman, glänzte mit 299 Yards und zwei Touchdowns durch die Luft (22/31, keine Interception, kein Sack) und legte weitere 51 Rushing Yards obendrauf. Selbst gegen Blitzes der Lions-Defense blieb er ruhig und lieferte unter Druck ab.
So führte er die Commanders-Offense zu 481 Total Yards, Washington musste nur einmal in der Partie punten. Zwar sammelte Detroit in einem über weite Teile unterhaltsamen Spiel ganze 521 Total Yards in der Offense, die Lions aber leisteten sich - im Gegensatz zu den Gästen - zahlreiche Fehler.
Dabei legten die Hausherren im ersten Viertel mit dem Scoring los, Running Back Jahmyr Gibbs gelang per kurzem Lauf von der 1-Yard-Linie der erste Touchdown der Partie. Nach einem Field Goal der Commanders legte Gibbs mit einem Lauf über 33 Yards nach. Doch in der Red Zone verlor Quarterback Jared Goff bei einem Sack das Ei - Fumble.
Anschließend drehte Washington die Partie im punktreichsten zweiten Viertel der NFL-Playoff-Geschichte: Erst drückte Running Back Brian Robinson den Ball über die Linie, Goff antwortete unter Druck mit einem Touchdown-Pass auf Sam LaPorta, Washingtons Terry McLaurin rannte nach einem Screen Pass 58 Yards in die Endzone. Es folgte Goffs zweiter Fehler: Er zielte bei seinem Wurf deutlich zu hoch, das Ei segelte über seinen Receiver direkt in die Hände von Commanders-Safety Quan Martin, der den Ball für einen Pick-Six in die Endzone trug.
Damit war das Viertel noch nicht vorbei: Es folgte ein 61-Yard-Touchdown-Lauf von Detroits Jameson Williams, ein kurzer Touchdown-Pass von Daniels, den er mit einem punktgenauen Zuspiel über 38 Yards zuvor eingeleitet hatte, und Interception Nummer 2 für Goff. Dieses Mal sogar beim Versuch, die Endzone zu erreichen, doch Mike Sainristil fing den Football ab.
So ging es schließlich nach 42 Punkten allein im zweiten Viertel in die Halbzeitpause, im Anschluss fand Washington auf den zweiten Touchdown von Gibbs (insgesamt 105 Yards, 2 Touchdowns) erneut die perfekte Antwort. Erst per achteinhalbminütigem Drive, abgeschlossen von Running Back Robinson (77 Yards, 2 Touchdowns), dann mit der nächsten Interception. Dieses Mal ging ein Trick-Spielzug der Lions schief, der Passversuch von Wide Receiver Williams wurde abgefangen.
Die Commanders-Offense war dagegen an diesem Abend nicht aufzuhalten, Jeremy McNichols stellte per kurzem Touchdown-Lauf auf 45:28 bei nur noch etwas mehr als sieben Minuten auf der Uhr. Ein weiteres Field Goal der Lions brachte den Hausherren nichts mehr, ebenso wenig der Fehlversuch von Commanders-Kicker Zane Gonzalez aus 44 Yards. Die Uhr tickte unerbittlich runter, eine weitere Goff-Interception im letzten Drive der Lions machte letztlich den Deckel auf die Partie.
Goff kam auf 313 Yards (23/40), seinem einzigen Touchdown-Pass standen jedoch drei Interceptions gegenüber. Da half auch der gute Auftritt von St. Brown nichts, der 137 Yards bei acht Catches sammelte. Die fünf Turnover brachen den Lions das Genick, Washington leistete sich keinen einzigen Ballverlust.
Daniels ist damit erst der sechste Rookie-Quarterback der NFL-Historie, der es in seiner Premierensaison in ein Championship Game schafft. Als nächstes geht es entweder gegen die Los Angeles Rams oder die Philadelphia Eagles um den Einzug in den Super Bowl.