13.01.2026
Das Playoff-Lazarett füllt sich
Die Wild Card Round hat bereits einen hohen Tribut gefordert: George Kittle, T.J. Edwards und Ikem Ekwonu haben schwere Verletzungen ertlitten. Auch Bills und Patriots bangen um wichtige Spieler. Im letzten Wild-Card-Spiel kam ein weiterer prominenter Name hinzu: Nico Collins verließ die Partie der Houston Texans mit einer Gehirnerschütterung und ist für die nächste Runde zumindest fraglich.

Die Wild Card Round hat deutliche Spuren hinterlassen. Mehrere Schlüsselspieler mussten ihre Playoff-Hoffnungen begraben, andere gehen angeschlagen in die nächste Runde. Besonders schwer traf es Teams, die den physischen Preis ihrer Siege zahlen mussten: San Francisco verliert mit George Kittle einen emotionalen Fixpunkt, Buffalo muss ohne Gabe Davis planen, Houston bangt um seinen Top-Receiver Nico Collins. Gleichzeitig zeigen die Beispiele von Matthew Stafford oder Josh Allen, wie entscheidend es ist, Leistungsträger rechtzeitig wieder auf dem Feld zu haben. Ein Überblick über die Verletzungslage aller acht verbliebenen Teams vor der Divisional Round.
Houstons überzeugender Sieg in Pittsburgh brachte einen bitteren Moment. Pro-Bowl-Receiver Nico Collins erlitt im vierten Viertel eine Gehirnerschütterung und wurde per Cart in die Kabine gebracht. Head Coach DeMeco Ryans erklärte anschließend, man müsse "die Woche abwarten". Collins hatte bereits earlier in der Saison eine Concussion erlitten - sein Status für Sonntag in Foxborough ist damit besonders sensibel.
Auch Receiver Justin Watson zog sich eine Gehirnerschütterung zu und ist fraglich. Safety Jaylen Reed, gerade erst von der Injured Reserve aktiviert, musste kurzzeitig wegen Knieproblemen raus, kehrte aber zurück. Die Texans gehen mit kurzer Woche und mehreren Fragezeichen in ihr Auswärtsspiel.
Der knappe 34:31-Erfolg gegen Carolina brachte die Rams sportlich weiter, medizinisch jedoch neue Sorgen. Quarterback Matthew Stafford verletzte sich im Spiel an seinem Wurfhand-Zeigefinger. Zwar klangen Stafford und Head Coach Sean McVay unmittelbar nach dem Spiel noch vorsichtig, doch die Untersuchungen brachten Entwarnung: Röntgenbilder waren negativ, McVay bestätigte am Montag eine Verstauchung des Zeigefingers. Stafford wird gegen Chicago einsatzfähig sein.
Weiter offen bleiben die Status von Guard Kevin Dotson, Receiver Jordan Whittington, Tight End Terrance Ferguson und Cornerback Josh Wallace. Alle vier fehlten bereits in der Wild Card Round und könnten auch im Divisional-Duell mit den Bears Fragezeichen bleiben.
Der emotionale Comeback-Sieg gegen Green Bay kostete die Bears gleich zwei Stammkräfte für den Rest der Playoffs. Linebacker T.J. Edwards erlitt eine Fraktur des Wadenbeins und wird ebenso ausfallen wie Left Tackle Ozzy Trapilo, der sich eine Patellasehnenverletzung zuzog. Beide Verletzungen beenden ihre Postseason.

Zusätzlich verließ Defensive Tackle Andrew Billings das Spiel mit einer Hüftverletzung. Sein Status für Sonntag ist fraglich. Bereits zuvor fehlten Chicago Safety C.J. Gardner-Johnson, Defensive End Joe Tryon-Shoyinka und Linebacker Amen Ogbongbemiga. Auch ihr Einsatz gegen die Rams ist unsicher. Die Bears-Defense geht damit deutlich angeschlagen in die Divisional Round.
Buffalos dramatischer Auswärtssieg in Jacksonville hatte ebenfalls Konsequenzen. Josh Allen wurde im Spiel gleich mehrfach im Medical Tent untersucht - wegen möglicher Gehirnerschütterung sowie Knie-, Fuß- und Fingerproblemen. Entwarnung folgte schnell: Allen wird gegen Denver spielen.
Gabe Davis fällt mit einem Kreuzbandriss im linken Knie für den Rest der Postseason aus. Mit Joshua Palmer bereits auf Injured Reserve bleiben Buffalo damit nur vier gesunde Receiver im aktiven Kader. Tyrell Shavers kehrte nach einer kurzen Knieblessur in Jacksonville zurück, sein Status wird weiter beobachtet.
Definitiv nicht in Denver dabei ist Safety Jordan Poyer (Hamstring). Positive Signale gibt es bei Terrel Bernard, Maxwell Hairston und Ty Johnson, die allesamt Fortschritte machen. Tight End Dalton Kincaid trug nach dem Spiel zwar einen Walking Boot, dies war laut Sean McDermott jedoch nur eine Vorsichtsmaßnahme.
Hoffnung auf Verstärkung gibt es zudem durch Ed Oliver und Curtis Samuel, deren 21-Tage-Trainingsfenster geöffnet wurde. Ein Einsatz gegen Denver ist aber noch offen.
Der größte personelle Verlust dieser Playoffs betrifft San Francisco. Tight End George Kittle erlitt gegen Philadelphia einen Achillessehnenriss und ist für die gesamte restliche Postseason - und womöglich darüber hinaus - raus. Emotional wie sportlich ein herber Rückschlag.
Zusätzlich musste Safety Ji’Ayir Brown mit einer Hamstring-Verletzung vom Feld und ist für das Divisionsduell in Seattle fraglich. Bereits zuvor fehlten mit Fred Warner, Nick Bosa, Mykel Williams, Brandon Aiyuk und Ricky Pearsall gleich mehrere Eckpfeiler, die sich allesamt auf der Injured Reserve befinden. Die 49ers gehen damit erneut stark dezimiert in ein Playoff-Spiel - ein Zustand, an den sie sich in dieser Saison bereits gewöhnen mussten.
Auch der Top-Seed der NFC ist nicht sorgenfrei. Left Tackle Charles Cross, Defensive Back Coby Bryant und Tight End Elijah Arroyo laborieren allesamt an Langzeitverletzungen. Ihr Status für das Rematch gegen San Francisco ist offen, trainierten aber unter der Woche allesamt das erste mal wieder. Alle drei gelten als zentrale Bausteine für Seattles Ambitionen, den Einzug ins NFC Championship Game zu schaffen. Eine Entscheidung wird erst im Wochenverlauf erwartet.
Beim 16:3-Erfolg gegen die Chargers verließ Cornerback Christian Gonzalez im vierten Viertel mit einer Kopfverletzung das Feld. Er kehrte nicht zurück, gab sich nach dem Spiel aber optimistisch. Gonzalez muss das Concussion Protocol durchlaufen; sein Status für Sonntag ist offen.
Unabhängig davon stehen mehrere Spieler definitiv nicht zur Verfügung: Running Back Terrell Jennings, Defensive Tackle Joshua Farmer, Receiver Mack Hollins und Cornerback Alex Austin befinden sich auf Injured Reserve und sind für die Divisional Round keine Option.
Die Denver Broncos gehen mit überschaubaren Verletzungssorgen in die Divisional Round. Linebacker Drew Sanders (Fuß) ist am Samstag ins Training zurückgekehrt und hat damit sein 21-Tage-Fenster für eine Aktivierung vom Injured Reserve eröffnet.
Head Coach Sean Payton zeigte sich nach der Einheit am Freitag zuversichtlich, dass "die meisten Spieler rechtzeitig zurückkommen". Dre Greenlaw (Hamstring) macht Fortschritte, während J.K. Dobbins (Fuß) frühestens für ein mögliches AFC Championship Game infrage kommt. Tight End Lucas Krull gilt als kurzfristiger Kandidat.
mgs