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    NFL

    05.02.2026

    Die Playoffs im Zahlencheck

    Maye im Super Bowl LX: Reicht das aktuelle Niveau gegen Seattle?

    Drake Maye hat die New England Patriots in den Super Bowl geführt - und trotzdem steht seine individuelle Postseason-Leistung stärker in der Kritik, als man es bei einem Super-Bowl-Quarterback im zweiten NFL-Jahr erwarten würde. Während er sich in der Regular Season den Status als MVP-Kandidat erspielt hat, wirken seine Playoff-Zahlen ernüchternd. Ein Blick hinter die Statistik zeigt, warum die Wahrheit komplizierter ist.

    New England Patriots quarterback Drake Maye (10) reacts after defeating the Denver Broncos in the 2026 AFC Championship Game at Empower Field
    Drake Maye im Super Bowl - warum seine Postseason bislang nicht zu seiner MVP-Saison passt IMAGO/Imagn Images

    Drake Maye spielte eine überragende Regular Season. Er führte die New England Patriots nicht nur souverän in die Postseason, sondern stellte dabei mehrfach Franchise-Rekorde auf - und das bei einer Organisation, die mit Tom Brady über Jahre den besten Quarterback aller Zeiten stellte. Seine Effizienz, seine Accuracy, seine Ruhe unter Druck und seine Explosivität im vertikalen Passspiel katapultierten ihn früh in die MVP-Diskussion. Kritiker verwiesen zwar auf einen vermeintlich einfachen Spielplan, doch die nackten Zahlen waren elitär.

    In den Playoffs ist das große Ziel erreicht: der Super Bowl. Der Weg dorthin verlief für die Patriots erfolgreich, für Maye persönlich jedoch deutlich holpriger. Seine Leistungen liegen klar unter dem Niveau der Regular Season - und genau das wirft vor dem großen Spiel Fragen auf.

    Ein einfacher Playoff-Weg - zumindest auf dem Papier

    Der Run der Patriots wirkt auf den ersten Blick komfortabel. In der Wild Card besiegten sie die Chargers, deren Offensive Line komplett überfordert war. Es folgte ein Sieg gegen die Texans, bei dem C.J. Stroud einen der schwächsten Abende seiner bisherigen NFL-Karriere erlebte und zudem Superstar Nico Collins fehlte. Im AFC Championship Game setzten sich die Patriots knapp gegen die Broncos durch, die ohne ihren Starting Quarterback Bo Nix antreten mussten.

    Diese Umstände liefern Kritikern des "einfacher-Spielplan"-Narrativs weitere Munition. Doch sie erzählen nicht die ganze Geschichte.

    Was dabei häufig untergeht, ist eine entscheidende Dynamik: Drake Maye musste in der Postseason dreimal in Folge gegen eine Top-5-Defense der NFL antreten - und im Super Bowl wartet mit den Seattle Seahawks erneut eine Einheit, die viele als beste Defense der Liga einstufen. Der defensive Schwierigkeitsgrad war also maximal, selbst wenn der Weg auf dem Papier machbar aussah.

    Der statistische Absturz im Vergleich zur Regular Season

    Der Leistungsabfall zeigt sich deutlich in den Zahlen. In der Regular Season kam Maye auf 258 Passing Yards pro Spiel, 8,9 Yards pro Attempt und eine Completion Percentage von 72 Prozent, die gleichzeitig Ligabestwert war. In den Playoffs sinken diese Werte auf 178 Yards, 6,9 Yards pro Attempt und nur noch 56 Prozent angekommene Pässe - ein Niveau, das eher am unteren Ende der Liga liegt. Zum Vergleich: Eine Completion Percentage von 56 Prozent entspricht der von Shedeur Sanders.

    Auch bei Touchdowns und Turnovern kippt das Verhältnis. Aus 1,82 Passing Touchdowns pro Spiel werden 1,33, während die Interception-Rate leicht steigt. Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den sogenannten Turnover Worthy Plays - also Spielzügen, in denen der Quarterback den Ball in Gefahr bringt, unabhängig davon, ob die Situation am Ende tatsächlich in einem Turnover endet. Ein Fumble ist beispielsweise immer ein Turnover Worthy Play, weil nach dem Ballverlust das Outcome - eigene oder gegnerische Recovery - letztlich Glück ist. Gleiches gilt für Pässe direkt in die Hände von Verteidigern: Wird der Ball fallen gelassen, ist es keine Interception, die Entscheidung des Quarterbacks bleibt dennoch schlecht.

    Statt bei 2,7 Prozent seiner Plays produziert Maye in den Playoffs bei fast fünf Prozent seiner Aktionen einen potenziellen Turnover. Hochgerechnet wäre das einer der schlechtesten Werte der Liga in der Regular Season gewesen - nur der gebench­te Tua Tagovailoa hatte den Ball noch häufiger in Bedrängnis gebracht.

    Gleichzeitig ist nicht alles negativ. Mayes Big-Time-Throw-Rate, also Pässe in enge Fenster und meist tief geworfene Highlight-Würfe laut PFF, steigt minimal von 4,9 Prozent in der Regular Season auf 5,1 Prozent in den Playoffs. Er traut sich weiterhin die großen Würfe zu und bringt sie auch an. Das Problem: Diese Aggressivität geht häufiger mit Risiko einher - und produziert deutlich mehr Turnover Worthy Plays.

    Das Sack-Problem als Drive-Killer

    Der größte Bruch zur Regular Season zeigt sich im Spiel unter Druck des jungen Patriots-Quarterbacks. Während dort rund 20 Prozent der Pressures in Sacks endeten, sind es in den Playoffs massive 45,5 Prozent. Zum Vergleich: Der schlechteste Wert der Liga lag in der Regular Season bei 25,9 Prozent - also fast 19 Prozentpunkte weniger als der Wert von Maye bislang in der Postseason.

    Jeder Sack ist in der NFL ein Drive-Killer. Endet ein Drive mit einem Sack, liegt die Touchdown-Wahrscheinlichkeit nur noch bei rund acht Prozent. Dass die Patriots dennoch in den Super Bowl eingezogen sind, spricht eher für ihre dominante Defense-Performance als für konstante Quarterback-Dominanz und effizientes Offense-Play.

    Fazit

    Drake Maye spielt in dieser Postseason nicht seinen besten Football - das lässt sich nicht wegdiskutieren. Seine Effizienz ist eingebrochen, die Fehlerquote gestiegen, und unter Druck wirkt er verwundbarer als noch in der Regular Season. Gleichzeitig hat er sein Team als Leader bis ins Endspiel geführt. Seine gestiegene Big-Time-Throw-Rate ist kein Zufall, sondern ein Schlüssel dafür, dass die Patriots trotz enger Spiele im Super Bowl stehen.

    In jedem Playoff-Spiel gab es ein oder zwei Momente, in denen ein herausragender Maye nötig war - und genau dann hat er geliefert. Mit spektakulären Pässen, mit Läufen, mit Präsenz. Im Super Bowl wird es erneut auf ihn ankommen. Gegen die Seahawks-Defense muss er deutlich effizienter spielen, wenn die Patriots als klarer Underdog überhaupt eine realistische Chance haben wollen. Mit dem aktuellen Postseason-Drake-Maye wird es nicht reichen, das starke Team aus Seattle zu schlagen. Sollte Maye jedoch an seine Regular-Season-Leistungen anknüpfen können, ist alles drin. Denn er ist nicht umsonst ein MVP-Kandidat - und gerade auf der größten Bühne gewinnt oft das Team mit dem besseren Quarterback.

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    val