14.09.2026
Zahlen zum Staunen
Der erste NFL-Sonntag der neuen Saison lieferte einen Punkterausch, gleich zwei neue Endstände und mehrere historische Leistungen. Das sind die zehn verrücktesten Stats aus Week 1.

Die NFL ist zurück - und brauchte nicht einmal einen vollständigen Spieltag, um die ersten Statistikbücher umzuschreiben. Am Sonntag fielen beinahe 700 Punkte, Jahmyr Gibbs trat einem äußerst exklusiven Klub bei und die Minnesota Vikings gewannen ein Spiel, das aus gleich mehreren Gründen als Kuriosum eingestuft werden muss.
Auch Josh Allen, T.J. Watt und ausgerechnet der frisch bezahlte Baker Mayfield produzierten Zahlen, bei denen sich ein zweiter Blick lohnt. Das sind die verrücktesten Stats aus Week 1.
Die 26 Teams, die im Einsatz waren, erzielten in den 13 Sonntagsspielen zusammen 693 Punkte. Das entspricht einem Durchschnitt von 53,3 Zählern pro Partie.
Unter Einbeziehung der beiden zuvor ausgetragenen Begegnungen (Seahawks vs. Patriots & 49ers vs. Rams) kamen die Teams in Week 1 vor dem Monday Night Game damit auf durchschnittlich 25 Punkte - der höchste ligaweite Scoring-Schnitt zum Saisonauftakt seit dem Zusammenschluss von NFL und AFL im Jahr 1970.
Ganze sechs Begegnungen durchbrachen dabei die Marke von 60 Punkten. Drei weitere endeten mit mindestens 46 Zählern. Wer seine Sonntage also lieber mit dem Studieren von dominanten Defenses verbringt, dürfte beim Saisonauftakt nur bedingt auf seine Kosten gekommen sein.
Den größten Anteil am offensiven Ausnahmezustand hatten zweifellos die Chicago Bears und Carolina Panthers. Beim 59:37 fielen mehr Punkte als in jedem anderen Week-1-Spiel der NFL-Geschichte. Der bisherige Rekord hatte bei 88 Zählern gestanden, aufgestellt beim 48:40 zwischen den Buccaneers und Saints im Jahr 2018.
Chicago stellte mit seinen 59 Punkten zusätzlich einen neuen Franchise-Rekord für einen Saisonauftakt auf. Die Bears erzielten darüber hinaus sechs Rushing Touchdowns und produzierten insgesamt 552 Yards - ihr dritthöchster Wert in einem Spiel seit Beginn der Super-Bowl-Ära.
Jahmyr Gibbs eröffnete seine vierte NFL-Saison beim dramatischen Erfolg der Detroit Lions gegen New Orleans mit zwei Touchdowns. Damit steht der Running Back nach seinen ersten 50 Regular-Season-Spielen bei bereits 51 Scores.
Nur fünf Spieler erreichten die Marke von 50 Touchdowns ebenfalls innerhalb ihrer ersten 50 Partien: Chuck Foreman benötigte 44 Spiele, Steve Van Buren 45, Jim Brown 46, Larry Johnson 48 und Marcus Allen 49.
Auch abseits des historischen Meilensteins trug Gibbs die Lions-Offense beinahe im Alleingang. Mit 29 Läufen und 156 Rushing Yards stellte er zwei persönliche Bestwerte auf. Zusammen mit seinen fünf gefangenen Pässen produzierte er 186 der insgesamt 369 Yards Detroits.
Josh Allen war beim 36:31 der Buffalo Bills gegen Houston für vier Touchdowns verantwortlich. Der MVP von 2024 warf dabei für zwei Scores und fand zweimal selbst den Weg in die Endzone.
Damit erreichte Allen als erster Spieler der NFL-Geschichte innerhalb seiner ersten neun Spielzeiten 300 kombinierte Touchdowns. Gleichzeitig war es bereits seine neunte Partie mit mindestens zwei Passing und zwei Rushing Touchdowns.
Der Abstand zur Konkurrenz zeigt, wie ungewöhnlich diese Mischung aus starkem Arm und flinken Beinen ist: Kein anderer Spieler erreichte eine solche Statline überhaupt häufiger als viermal. Steve Young folgt mit genau diesen vier Spielen.
Gut fünf Minuten vor dem Ende des dritten Viertels lagen die Minnesota Vikings gegen die Green Bay Packers noch mit 10:22 zurück. Danach erzielten sie sämtliche restliche Punkte der Partie und verwandelten den Rückstand in einen deutlichen 39:22-Erfolg.
Minnesota wurde damit zum ersten Team der NFL-Geschichte, das innerhalb der letzten 20 Minuten einen Rückstand von mindestens zwölf Punkten noch in einen Sieg mit mindestens 17 Punkten Vorsprung verwandelte.
Noch kurioser: Die Vikings gewannen mit 17 Punkten, obwohl Green Bay mindestens 150 Total Yards mehr produzierte. Einen Sieg mit dieser Kombination hatte es in der Geschichte des Franchise zuvor ebenfalls noch nie gegeben.
Nicht nur der Spielverlauf in Minnesota war historisch. Das 39:22 zwischen den Vikings und Packers hatte es in der NFL zuvor noch nie gegeben. Gleiches galt - weniger überraschend - für Chicagos 59:37 gegen Carolina.
Damit brachte der erste Sonntag der neuen Saison direkt zwei sogenannte Scorigamis hervor. Als "Scorigami" wird ein Endstand bezeichnet, der in der langen Geschichte der NFL noch nie vorgekommen ist.
Das Ergebnis aus Minnesota war damit bereits der 1097. unterschiedliche Endstand der Ligageschichte. Nach gerade einmal einer Woche hat die NFL damit schon halb so viele Scorigamis produziert wie in der gesamten vergangenen Saison.
Wer beim nächsten Spiel selbst auf Scorigami-Jagd gehen möchte, sollte nach einem 36:23 Ausschau halten. Der erstaunlich gewöhnlich wirkende Endstand gilt als wahrscheinlichster noch nicht erreichter Score der NFL-Geschichte.
T.J. Watt beschränkte sich beim 20:13 seiner Pittsburgh Steelers gegen Atlanta nicht auf eine Spezialität. Der Pass Rusher verbuchte zwei Sacks und drei Tackles for Loss, ehe er im Schlussviertel auch noch einen Pass von Cooper Rush abfing.
Zunächst ging Watt nach der Interception zu Boden. Weil ihn jedoch kein Gegenspieler berührt hatte, durfte er wieder aufstehen und den Ball über 35 Yards in die Endzone tragen. Es war der erste Pick-Six seiner inzwischen zehnjährigen NFL-Karriere.
"Ich hatte keine Ahnung, wo ich war", scherzte Watt anschließend. Zum Glück habe ihm jemand gesagt, dass er wieder aufstehen und weiterlaufen dürfe.
Fünf Tage vor dem Saisonauftakt einigten sich die Tampa Bay Buccaneers mit Baker Mayfield auf eine Verlängerung über drei Jahre und 165 Millionen Dollar. Das durchschnittliche Jahresgehalt von 55 Millionen Dollar machte ihn zum drittbestbezahlten Quarterback der NFL.
Gegen Cincinnati landete der Ball anschließend auffällig häufig bei der falschen Mannschaft. Tampa Bay verlor vier Fumbles, drei davon gingen ausgerechnet auf Mayfields Konto. Die Bengals verwandelten drei der Ballverluste noch vor der Halbzeit in Touchdowns und gewannen am Ende mit 33:27.
Mayfield hatte nach seiner Unterschrift betont, dass der neue Vertrag nicht bedeute, dass er "es bereits geschafft habe". Der erste Auftritt mit dem neuen Deal dürfte ihn in dieser Haltung bestätigt haben.
Die New York Jets ließen sich bei einem ihrer Drives reichlich Zeit. Ihre Angriffsserie bestand aus 19 Spielzügen, führte über 74 Yards und nahm ganze 11 Minuten und 48 Sekunden von der Uhr. 14 der 19 Plays waren Läufe.
Für einen derart langen Marsch fiel die Belohnung erstaunlich klein aus: Denn die Jets mussten sich mit einem Field Goal zum 10:3 begnügen. Dafür bekam Tennessee aber auch beinahe ein komplettes Viertel lang keine Gelegenheit, seine Offense auf das Feld zu schicken.
New York kontrollierte den Ball insgesamt 38:46 Minuten und gewann mit 23:10. Der Titans-Offense blieben dadurch nur wenige Chancen - mehr als 195 Total Yards sprangen nicht heraus.
Tyler Shough erlebte gegen Detroit eine der widersprüchlichsten Partien des ersten Spieltags. Seine zwei Interceptions und sein verlorener Fumble halfen den Lions erst dabei, mit 21:0 davonzuziehen. Danach führte der Saints-Quarterback seine Mannschaft aber noch einmal zurück und erzwang mit drei Touchdownpässen die Overtime.
Shough beendete das Spiel mit 410 Passing Yards. Nach Drew Brees und Aaron Brooks ist er erst der dritte Quarterback in der Geschichte der Saints, der die Marke von 400 Yards in einer Partie übertraf. Gleichzeitig war er der erste seit Brees im Jahr 2018.
Zum Sieg reichte das spektakuläre Comeback trotzdem nicht. Nach einem weiteren Touchdown in der Overtime scheiterte New Orleans mit der Two-Point Conversion und verlor 30:31 - das passende Ende für einen Sonntag, an dem gewöhnliche Zahlen offenbar nicht vorgesehen waren.
mhh