08.12.2020
NFL, Week 13: Allen führt Bills zum Sieg über die 49ers
Die bislang milde belächelten Teams der NFC East haben in Week 13 für zwei faustdicke Überraschungen gesorgt. Nach dem Coup der New York Giants bei den Seattle Seahawks triumphierte nun auch das Washington Football Team bei den zuvor ungeschlagenen Pittsburgh Steelers.

Elf Siege, keine Niederlage und Washington zu Hause vor der Brust: Mit einer Fortsetzung der formidablen Serie der Steelers hatten alle NFL-Experten ebenso gerechnet wie am Sonntag mit einem Heimsieg der Seahawks über die Giants. Doch mit den Hauptstädtern schaffte ein weiteres Team aus der NFC East - bislang die Pleiten-Pech-und-Pannen-Division der Liga - an diesem 13. Spieltag eine nicht für möglich gehaltene Überraschung.
Die Hauptstädter gewannen nach 0:14-Rückstand noch mit 23:17 und raubten den Steelers damit die Chance auf eine perfekte Saison. Auch das vorzeitige Lösen des Play-off-Tickets schaffte Pittsburgh nicht.
Die Hausherren führten nahezu über die komplette Spielzeit und kassierten dann gut zwei Minuten vor dem Ende ein 45-Yard-Field-Goal von Dustin Hopkins zum 17:20. Weil sich Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger im Anschluss eine Interception leistete, konnte Washington anschließend mit einem weiteren Schuss durch die Stangen erneut punkten.
Und so hieß der Sieger unter den Spielmachern nicht "Big Ben" (33/53, 305 Yards, 2 TD, 1 INT), sondern Alex Smith. Washingtons Quarterback, in dieser Saison nach langer und vor allem heftiger Verletzungspause zurückgekehrt, brachte 31 seiner 46 Würfe für 296 Yards an und sorgte mit einem Pass auf Logan Thomas (98 Receiving Yards) zum 17:17 neun Minuten vor Schluss auch für einen Touchdown.
Die Steelers haben nun bei noch vier ausstehenden Spielen in der AFC North zwei Siege Vorsprung auf die starken Cleveland Browns. Beide Mannschaften treffen am letzten Spieltag der Hauptrunde aufeinander. Sorgen um die Play-off-Teilnahme muss sich Pittsburgh wegen der immer noch sehr guten Bilanz von elf Siegen aus zwölf Spielen nicht machen, eine "Bye-Week" in der ersten Runde für das beste Team der AFC aber ist in Gefahr.
Washington erhielt mit dem unerwarteten Erfolg die Chance auf den Division-Titel in der NFC East und kommt nun wie die New York Giants auf fünf Siege und sieben Niederlagen.
Titelverteidiger Kansas City Chiefs kommt wie die Steelers auf die Bilanz von 11:1, die Buffalo Bills hielten mit dem 34:24 am Montagabend gegen die San Francisco 49ers und der Siegbilanz von 9:3 den Kontakt. Der Erfolg in Glendale, Arizona, wo die Niners (5:7) wegen der Corona-Pandemie und strenger Restriktionen im heimischen County vorerst spielen müssen, fußte auf einer brillanten Vorstellung von Bills-Quarterback Josh Allen, der mit vier Touchdown-Pässen seinen Karrierebestwert einstellte und 375 Yards mit seinen Würfen sammelte (keine Interception). Damit gewann Buffalo auch an dem Ort, wo es vor drei Wochen durch die Hail Mary von DeAndre Hopkins den Arizona Cardinals auf so dramatische Weise unterlegen war.
Während die Bills vor ihrem ersten Titel in der AFC East seit 1995 stehen (ein Spiel Vorsprung vor den Miami Dolphins), konnten die weiterhin von schlimmen Verletzungssorgen geplagten 49ers in der NFC West keinen Boden gutmachen. Quarterback Nick Mullens spielte durchaus variabel und brachte 26 Pässe für drei Touchdowns und 316 Yards an, allerdings unterliefen ihm auch zwei Interceptions. Am Sonntag geht es für den Vizemeister erneut in Glendale gegen Washington weiter, das Überraschungsteam in dieser Week 13.
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aho