04.05.2026
Später Pick mit viel Potenzial
Die Kansas City Chiefs haben im Draft voll auf die Defense gesetzt - doch ein später Pick könnte sich auch offensiv als echter Gewinn entpuppen. Running Back Emmett Johnson sorgt bereits im Rookie Minicamp für positive Schlagzeilen.

Johnson kam von den Nebraska Cornhuskers in die NFL und machte dort vor allem in seiner letzten College-Saison auf sich aufmerksam. 2025 erzielte er über 1400 Rushing Yards und insgesamt 15 Touchdowns, dazu kamen zahlreiche Receptions aus dem Backfield.
Damit gehörte er zu den produktivsten und vielseitigsten Running Backs seines Jahrgangs. Trotz dieser Zahlen fiel er bis in die fünfte Runde (Pick 161) - unter anderem, weil seine athletischen Testing-Werte nicht auf absolutem Top-Niveau lagen.
Für die Chiefs könnte sich genau dieser Umstand nun als Glücksfall erweisen.
Bereits bei den ersten Eindrücken im Rookie Minicamp hinterließ Johnson nämlich einen starken Eindruck. Head Coach Andy Reid zeigte sich entsprechend angetan:
"Er hat ein gutes Gefühl für das Spiel. Ein smarter Spieler, ein guter Typ. Er hat diese seitliche Explosivität", erklärte Reid. Besonders bemerkenswert: Der Coach zog sogar einen Vergleich zu einem seiner früheren Stars.
"Wir hatten LeSean McCoy hier - und er hat ein bisschen etwas davon", erklärte der 68-Jährige laut NBC Sports. Ein sehr adelnder Vergleich, McCoy zählte nämlich zu den prägendsten Running Backs seiner Generation.
Als mehrfacher Pro Bowler und All-Pro war er vor allem für seine Agilität, seine schnellen Richtungswechsel und seine Fähigkeiten im Passspiel bekannt - Qualitäten, die ihn gerade in Reids Offense bei den Philadelphia Eagles so wertvoll machten.
Genau in diesen Bereichen sieht Reid erste Parallelen zu Johnson, insbesondere bei dessen Fähigkeit, Tempo zu variieren und gleichzeitig effizient Raumgewinn zu erzielen.
Neben seiner Beweglichkeit überzeugte Johnson auch mit seiner Vielseitigkeit. Sein neuer Coach hob außerdem hervor, dass der Rookie sowohl im Passspiel als auch im Blocking positive Ansätze gezeigt habe.
"Er fängt den Ball sehr mühelos. In unserer Offense ist das extrem wichtig - du musst fangen, blocken und laufen können (...) Je mehr du kannst, desto mehr werden wir dich in diesen Bereichen einsetzen" so Reid. Diese Kombination macht Johnson zu einem potenziell wertvollen Baustein in einem System, das stark auf flexible Skill-Player setzt.
Gerade deshalb könnte Johnson schneller als erwartet Einsatzzeit sehen. Reid deutete an, dass der Rookie vor allem über die Special Teams früh eine Rolle finden könnte. Von dort aus bietet sich ihm die Chance, sich auch in der Offense Schritt für Schritt weitere Snaps zu erarbeiten.
Noch steht Johnson am Anfang, doch der Weg zu Spielzeit beginnt genau hier. Im Backfield trifft er auf Konkurrenz wie Neuzugang und Super-Bowl-MVP Kenneth Walker, Emari Demercado und Brashard Smith. Die Eindrücke aus dem Minicamp könnten ihm jedoch helfen, sich früh in Position zu bringen.
Zwischen Rookie Minicamp und NFL-Realität liegt noch ein großer Schritt - doch Johnson hat die ersten Weichen gestellt. Wenn er diese Entwicklung fortsetzt, könnte aus einem späten Draftpick schnell ein vielseitiger Baustein für die Chiefs-Offense werden.
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mhh