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    NFL

    07.04.2026

    Draft-Check

    Ein deutscher Hoffnungsträger im Fokus: Die besten Tight Ends dieser Draft-Klasse

    Die diesjährige Tight-End-Klasse bietet vor allem in der Tiefe eine sehr gute Qualität. Der wohl beste Tight End im Draft ist Kenyon Sadiq aus Oregon. Doch auch hinter Sadiq sind einige Rohdiamanten zu finden. Darunter ein Deutscher, der bei einer der größten Universitäten Amerikas Teamcaptain war.

    Kenyon Sadiq
    Kenyon Sadiq ist wohl der beste Tight End in diesem Draft. IMAGO/ZUMA Press Wire

    Der Tight-End-Jahrgang 2026 zeichnet sich durch eine starke Spitze, aber gleichzeitig große Tiefe aus. Angeführt wird er von Kenyon Sadiq aus Oregon, einem klaren Ausnahmetalent, der voraussichtlich in der ersten Runde gedraftet wird. Auch wenn ihm die absolute Spitzenklasse des Jahrgangs 2025 fehlt, bietet er zahlreiche vielseitige Optionen mit Potenzial für einen starken Draft Pick in den mittleren Runden.

    Das sind die aktuell besten fünf Tight Ends laut dem Consensus Board, das über 100 Big Boards und zahlreiche Mock Drafts einbezieht.

    >> Draft vor der Tür: Auf diesen Positionen müssen die NFL-Teams nachbessern

    5. Sam Roush (Stanford)

    Sam Roush von Stanford hat sich in der Saison 2025 als einer der komplettesten Tight Ends im College Football etabliert. Mit einer beeindruckenden Statur von 1,98 m und rund 121 kg verkörpert er den klassischen "Y"-Tight-End, der direkt an der Line of Scrimmage agiert. In der vergangenen Spielzeit war er ein absoluter Dauerbrenner und startete in allen 12 Spielen. Dabei gelangen ihm 49 Receptions für insgesamt 545 Yards, was ihn statistisch zum führenden Tight End der ACC machte.

    Obwohl er primär für seine dominante Block-Arbeit im Laufspiel bekannt ist, blitzte sein Potenzial als Deep Threat immer wieder auf - unterstrichen durch zwei Touchdowns und ein spektakuläres 69-Yard-Play gegen das Boston College. Mit einem Durchschnitt von 11,1 Yards pro Catch bewies er, dass er weit mehr als nur ein "sechster Offensive Lineman" ist.

    Sam Roush
    Sam Roush aus Stanford ist einer der spannendsten Tight Ends in diesem Draft. IMAGO/ZUMA Press Wire

    Seine Draft-Aktien schossen nach der Saison weiter in die Höhe, als er beim Combine einen (inoffiziellen) Relative Athletic Score (RAS) von 9,99 erreichte. Diese Kombination aus massiver Physis und Elite-Athletik macht ihn für NFL-Teams besonders attraktiv, die ein physisches Laufspiel mit einem verlässlichen Passfänger über die Mitte kombinieren wollen. Aktuell wird er als einer der stärksten Allrounder der Klasse gehandelt, der spätestens an Tag 2 des Drafts vom Board gehen dürfte.

    4. Oscar Delp (Georgia)

    Oscar Delp von den Georgia Bulldogs gilt als einer der athletischsten Tight Ends im Draft-Jahrgang 2026, auch wenn seine statistische Ausbeute in der hochkarätigen Georgia Offense oft unter dem Radar blieb. Mit einer Größe von 1,96 m und einem Gewicht von etwa 111 kg bringt er eine dynamische Physis mit, die ihn besonders als gefährlichen "Move" Tight End auszeichnet. In der vergangenen Saison 2025 kam Delp auf 20 Receptions für insgesamt 261 Yards und erzielte dabei einen Touchdown.

    Auch wenn diese Zahlen im Vergleich zu anderen Top Prospects moderat wirken, unterstreicht sein Durchschnitt von 13,1 Yards pro Catch seine Gefährlichkeit als vertikale Anspielstation. Beeindruckend ist vor allem die Tatsache, dass er einen Großteil der Saison mit einem erst später diagnostizierten Haarriss im Fuß spielte, was seine Beweglichkeit auf dem Feld phasenweise einschränkte, seinen Einsatzwillen aber nur unterstrich.

    Oscar Delp
    Oscar Delp aus Georgia zeichnet sich besonders durch seine Vielseitigkeit aus. picture alliance / ASSOCIATED PRESS

    Seine wahre Qualität offenbarte sich aber spätestens beim NFL Combine, wo er mit einer 40-Yard-Zeit von 4,48 Sekunden und einem Vertical Jump von über 97 cm glänzte. Mit einem (inoffiziellen) Relative Athletic Score (RAS) von 9,82 bewies er, dass er ein absoluter Ausnahmeathlet auf seiner Position ist. NFL Scouts sehen in ihm einen Spieler, dessen Profi-Karriere seine College-Produktion weit übertreffen könnte, da er als technisch versierter Routenläufer ein klassisches Matchup-Problem für gegnerische Linebacker darstellt. Aktuell wird er als spannendes Talent für die Runden 3 bis 5 gehandelt.

    3. Max Klare (Ohio State)

    Max Klare von den Ohio State Buckeyes gilt als einer der technisch versiertesten und "spielintelligentesten" Tight Ends des Draft-Jahrgangs 2026 . Nachdem er als hochgelobter Transfer von Purdue nach Columbus kam, bestätigte er seinen Ruf als verlässliche Anspielstation in einer Offense voller Elite-Talente. Mit einer Größe von 1,94 m und einem Gewicht von etwa 112 kg bringt er eine athletische Statur mit, die ihn besonders für die Rolle des modernen Receiving Tight Ends prädestiniert.

    In der Saison 2025 absolvierte Klare alle 14 Spiele für die Buckeyes und startete dabei elfmal. Er fing insgesamt 43 Pässe für 448 Yards und erzielte zwei Touchdowns. Sein statistisches Highlight war das Spiel gegen Rutgers, in dem er mit sieben Catches für 105 Yards bewies, dass er eine Offensive auch als Hauptziel anführen kann, wenn die Top Receiver des Teams zugestellt sind. Für seine Leistungen wurde er sowohl von den Trainern als auch von den Medien in das First Team All-Big Ten gewählt.

    Max Klare
    Max Klare gilt als einer der intelligentesten Tight Ends im Draft. IMAGO/ZUMA Press Wire

    Scouts loben an Klare vor allem sein herausragendes Route Running und seine Fähigkeit, Räume in Zonen-Verteidigungen zu finden. Er gilt als sehr sicherer Fänger, der den Ball auch außerhalb seines Körperschwerpunkts kontrollieren kann. Während er im Blockspiel deutliche Fortschritte gemacht hat, sehen Experten hier noch sein größtes Entwicklungspotenzial für die NFL, da er physisch gegen kräftige Defensive Ends noch an Stabilität gewinnen muss. Aufgrund seines hohen spielerischen Niveaus und seiner Vielseitigkeit wird Klare aktuell als potenzieller Zweit- oder Drittrundenpick gehandelt.

    2. Eli Stowers (Vanderbilt)

    Eli Stowers von den Vanderbilt Commodores gilt als einer der faszinierendsten "Konvertiten" des Draft-Jahrgangs 2026. Ursprünglich als hochgelobter Quarterback gestartet, hat er sich über Stationen bei Texas A&M und New Mexico State zu einem der dynamischsten Tight Ends im College Football entwickelt. Mit einer Größe von 1,93 m und einem Gewicht von ca. 107 kg bringt er die Beweglichkeit eines Quarterbacks in den Körper eines modernen Receiving Tight Ends. In der vergangenen Saison 2025 war Stowers der Dreh- und Angelpunkt im Passspiel von Vanderbilt und startete in allen 12 Spielen. Er fing beeindruckende 59 Pässe für insgesamt 633 Yards und erzielte dabei vier Touchdowns.

    Diese Zahlen machten ihn statistisch zu einem der produktivsten Tight Ends der gesamten SEC. Besonders bemerkenswert ist seine Vielseitigkeit: Aufgrund seiner Vergangenheit als Quarterback wurde er häufig in "Wildcat"-Formationen eingesetzt, wo er zusätzliche 122 Rushing Yards und zwei Lauf-Touchdowns beisteuerte. Seine Fähigkeit, nach dem Fang (YAC) Verteidiger einfach stehen zu lassen, macht ihn zu einer gefährlichen Waffe im offenen Feld.

    Eli Stowers
    Eli Stowers aus Vanderbilt gilt als klare Nummer zwei im Draft. Steve Roberts-Imagn Images

    NFL Scouts schätzen an Stowers vor allem sein tiefes Verständnis für Defensiv-Systeme, das er aus seiner Zeit als Quarterback mitbringt. Er ist ein exzellenter Routenläufer, der Räume in der Secondary antizipiert, bevor sie entstehen. Beim Combine bestätigte er seinen Ruf als Elite-Athlet mit einer 40-Yard-Zeit von 4,52 Sekunden und einem (inoffiziellen) Relative Athletic Score (RAS) von 9,71. Da er körperlich eher einem "Big Slot"-Receiver ähnelt, liegt sein Fokus weniger auf dem klassischen Blocken an der Linie, sondern auf seiner Rolle als Matchup-Albtraum im Passspiel. Aktuell wird er als potenzieller Zweit- oder Drittrundenpick gehandelt, der in einer kreativen NFL Offense sofort für Furore sorgen könnte.

    1. Kenyon Sadiq (Oregon)

    Kenyon Sadiq von den Oregon Ducks gilt als das Kronjuwel der Tight-End-Klasse 2026 und wird von vielen Experten als der einzige sichere Erstrunden-Pick auf seiner Position gesehen. Er verkörpert den modernen Matchup-Albtraum, der weniger wie ein klassischer Blocker und mehr wie ein überdimensionaler Wide Receiver agiert. In der vergangenen Saison 2025 gelang ihm der endgültige Durchbruch, als er in 14 Spielen zum Herzstück des Passspiels der Ducks wurde.

    Er stellte mit 51 Receptions einen neuen Programm-Rekord für Tight Ends in Oregon auf und erzielte dabei 560 Yards, sowie beeindruckende 8 Touchdowns - der Bestwert unter allen Tight Ends der FBS in dieser Saison. Besonders gefährlich war er aus dem Slot heraus, wo er Verteidiger regelmäßig mit seiner explosiven Beschleunigung und seinem Gespür für freie Räume überforderte.

    Kenyon Sadiq
    Kenyon Sadiq ist ohne Frage der beste Tight End im Draft. IMAGO/ZUMA Press Wire

    Spätestens nach dem NFL Combine 2026 ist sein Status als Nummer eins der Klasse zementiert: Mit einer 40-Yard-Zeit von 4,39 Sekunden brach er den Allzeit-Rekord für Tight Ends und bewegte sich damit im Geschwindigkeitsbereich von Elite-Receivern. Sein Relative Athletic Score von 9,99 unterstreicht, dass er ein Athlet ist, wie man ihn auf dieser Position nur alle paar Jahre sieht. Während Scouts lediglich leichte Schwächen bei der Fangkonstanz anmerken, sehen sie in ihm eine vielseitige Offensiv-Waffe, die in der NFL sowohl als tiefe Anspielstation als auch nach dem Catch dominieren kann.

    >> NFL Draft 2026: Alle Picks von allen 32 Teams im Überblick

    Die Top 5 Tight Ends im Direktvergleich (Saison 2025)

    NameCollegeBig Board RankCatchesYardsTouchdowns
    Kenyon SadiqOregon17515608
    Eli StowersVanderbilt52627694
    Max KlareOhio State75434482
    Oscar DelpGeorgia91202611
    Sam RoushStanford110495452

    Marlin Klein (Michigan)

    Der in Köln aufgewachsene Tight End zog früh in die USA, um über die High School seinen Weg an die University of Michigan zu finden. Dort entwickelte er sich in einer Pro-Style-Offense zu einem physisch starken und athletischen Spieler mit klaren Stärken im Blocking und im Spiel mit Tempo. Auf dem Consensus Board liegt er aktuell im Bereich der Top-Tight-Ends und gilt als realistischer Kandidat für einen Pick innerhalb der ersten 100 Auswahlplätze. Draft-Experte Daniel Jeremiah hebt vor allem seinen idealen Körperbau, seine Explosivität von der Line of Scrimmage und seine Fähigkeiten nach dem Catch hervor.

    Besonders in Bewegung kann Klein seine Athletik und Geschwindigkeit effektiv einsetzen. Entwicklungspotenzial sieht Jeremiah noch im Route Running, insbesondere bei Richtungswechseln zurück zum Quarterback. Dennoch überwiegt die Perspektive deutlich. Aktuell wird Klein als möglicher Pick in der dritten Runde gehandelt und hat damit gute Chancen, bereits am zweiten Tag des Drafts ausgewählt zu werden.

    Michigan Wolverines Tight End Marlin Klein (#17) beim Aufwärmen vor dem Spring Game im Michigan Stadium in Ann Arbor, Michigan
    Marlin Klein war Teamcaptain bei Michigan IMAGO/Imagn Images

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