25.01.2026
Von Brady bis Mahomes - und mittendrin "Jimmy G"
Wenn es um Conference Championship Games geht, fallen normalerweise dieselben Namen: Brady, Montana, Mahomes. Und dann ist da Jimmy Garoppolo. Oft belächelt, selten im Rampenlicht - und trotzdem steht er nun vor seinem siebten Conference Championship Game. Eine NFL-Geschichte, die so absurd wie faszinierend ist. Und die noch kurioser wird, wenn man einen Blick darauf wirft, was sie ihm finanziell eingebracht hat.

Jimmy Garoppolo wird an diesem Wochenende erneut auf der größten Bühne stehen. Der Backup-Quarterback der Los Angeles Rams zieht mit seinem Team ins Conference Championship Game ein - zum siebten Mal in seiner Karriere. Damit liegt er gleichauf mit Patrick Mahomes auf Rang drei der ewigen Bestenliste. Vor ihm stehen nur noch Tom Brady (14) und Joe Montana (8).
Was diese Zahl so besonders macht: Garoppolo war dabei nie das Gesicht der Liga. Er war häufig nicht einmal Starter und stand in mehreren dieser Championship Games lediglich als Backup an der Seitenlinie. Und doch ist er immer wieder dabei, wenn es um den Einzug in den Super Bowl geht.
Garoppolo erreichte diese Marke mit drei verschiedenen Franchises: den New England Patriots, den San Francisco 49ers und nun den Los Angeles Rams. In nur zwei der sieben Spiele stand er als Starter auf dem Feld - aber am Ende zählt in der NFL vor allem eines: Super-Bowl-Ringe. Und davon hat er zwei, wenn auch "nur" als Backup.
Die Bilanz seiner Teams in diesen Spielen steht bei 3-3. Das anstehende Duell gegen die Seattle Seahawks wird für Garoppolo zum persönlichen Tiebreaker.
Die nackten Zahlen wirken fast provokant. Jimmy Garoppolo hat mehr Conference-Championship-Auftritte als große Namen wie Aaron Rodgers, Peyton Manning, Brett Favre, Russell Wilson, Steve Young oder Joe Namath. In puncto Super-Bowl-Titeln liegt er sogar gleichauf mit Manning - und vor einigen dieser Legenden. Auch wenn er diese Titel nur als Backup gewann, war er faktisch Teil dieser Teams.
Seine prägendste Phase erlebte Garoppolo bei den 49ers. Ab 2019 war er dort klarer Starter und führte San Francisco zu mehreren NFC Championship Games. Sein größter Erfolg: ein 37:20-Sieg gegen die Green Bay Packers in einem der zwei Championship Games, die er als Starter absolvierte - und der ihn in seinen einzigen Super Bowl als QB1 brachte. Dort unterlag er später den Kansas City Chiefs.
Kurios ist dabei, dass er beim Sieg über die Packers im Championship Game gerade einmal für 77 Passing Yards warf. Dennoch erzielten die 49ers im Halbfinale gegen Green Bay 37 Punkte - obwohl ihr Quarterback lediglich acht Passversuche hatte.

Nur Brady und Montana haben häufiger ein Conference Championship Game erreicht als Jimmy Garoppolo. Sieben Teilnahmen in zwölf NFL-Saisons - unabhängig davon, wie groß sein individueller Anteil jeweils war - sind längst kein Zufall mehr.
Man kann darüber streiten, wie viel Garoppolo selbst zu diesen Erfolgen beigetragen hat. Unbestreitbar ist aber: Wo er ist, kommt sein Team oft sehr weit. Und das hat sich für ihn auch finanziell gelohnt. Obwohl Garoppolo insgesamt weniger Playoff-Spiele gestartet hat (6), als er Conference Championship Games erlebt hat, verdiente er in seiner Karriere bislang rund 155 Millionen US-Dollar.
Insgesamt warf "Jimmy G" in den Playoffs 132 Pässe, von denen knapp 61 Prozent ankamen. Oder anders ausgedrückt: Für jeden geworfenen Playoff-Pass erhielt Garoppolo im Schnitt rund 1,17 Millionen US-Dollar - eine der kuriosesten NFL-Karrieren überhaupt.
Jimmy Garoppolo verkörpert eine der ungewöhnlichsten Karrieren der NFL-Geschichte. Kein Superstar, kein Stat-Monster, selten der Hauptgrund für Siege - und doch immer wieder Teil der größten Spiele. Vielleicht ist das tatsächlich der entspannteste Job der NFL: präsent sein, vorbereitet sein, funktionieren, wenn es nötig ist.
Ob Beobachter oder entscheidender Faktor - Garoppolo steht erneut dort, wo es zählt. Und während andere Quarterbacks ihre gesamte Karriere davon träumen, überhaupt einmal ein Conference Championship Game zu spielen, ist es für ihn fast schon Routine.
>> Alles Wichtige zu den NFL Championship Games - zum Durchklicken
>> Das sind die Finalisten für MVP, Rookie of the Year & Co.
>> NFL kompakt: Die Championship Games im Überblick
>> NFL-Kolumne von Adrian Franke: Seahawks gegen Rams, Part 3: Staffords Hand gegen Darnolds Geister
>> Alle Schlagzeilen der NFL
val