21.04.2026
Aus Idaho in die NFL
Eine spektakuläre Vorstellung beim Combine in Indianapolis befeuerte seine Aktien im kommenden Draft. Nun könnte Idahos bestes Tight-End-Talent in den Top 20 vom Board gehen: Kenyon Sadiq ist einer der spannendsten Namen dieses Jahrgangs.

Erfolge in der High School, Geduld im College, absolutes Talent im Combine. Mit gerade einmal 21 Jahren hat Kenyon Sadiq bereits einen bemerkenswerten Weg hinter sich.
Sadiq stammt aus Idaho und ist dort bei seiner Mutter und seinen zwei Geschwistern aufgewachsen. Zum Football kam er durch seinen Großvater, der ihn in der vierten Klasse zunächst zum Flag Football brachte. Später folgte der Wechsel zum Tackle Football - und damit der Beginn einer steilen Entwicklung.
Während seiner High-School-Zeit an der Skyline High School in Idaho Falls schuf er seine persönliche Highlight-Sammlung. Zwischen 2020 und 2022 führte der 1,90 m große und 109 kg schwere Tight End sein Team zu drei Staatsmeisterschaften in Folge. Allein in seinem Abschlussjahr kam er auf 62 Receptions, 1303 Yards und 18 Touchdowns.
Als Vier-Sterne-Rekrut ging er, nachdem er zahlreiche Angebote von verschiedenen Universitäten bekommen hatte, an die University of Oregon. In seinen ersten beiden Saisons blieb er Ergänzungsspieler und sammelte nur begrenzte Einsatzzeit. In seinem Freshman Jahr kam er nur auf 24 Yards und fünf Receptions. In seiner zweiten Saison konnte er sich steigern und erreichte seinen Höhepunkt in seinem letzten Jahr für die Oregon Ducks.
Endlich als Starting Tight-End gesetzt generierte der 21-Jährige 51 Receptions für 560 Yards und ganze acht Touchdowns. Die körperliche Verwandlung spricht für sich: Er kam mit 220 Pfund an und baute sich auf 255 Pfund auf.
Beim Combine 2026 setzte Sadiq ein Ausrufezeichen. Mit einer Zeit von 4,39 Sekunden beim 40-Yard-Dash stellte er einen neuen Rekord auf: Kein Tight End seit mindestens 2003 konnte diesen Wert überbieten. Auch seine anderen Werte sprachen für ihn. Im Vertical Jump kam er auf 110,5 cm - Platz zwei unter den Tight Ends - und beim Broad Jump erreichte er 3,38 m, was Platz drei auf seiner Position entsprach. Spätestens seit diesem Auftritt, hat Sadiq sich in den Fokus der Franchises und der Manager spielen können.
Wie seine Zeit beim 40 zeigt, ist Sadiq unfassbar schnell auf den Beinen. Für einen Tight End bewegt er sich auf einem Niveau, das sonst eher Wide Receivern vorbehalten ist - sowohl auf kurzen als auch auf tiefen Routen. Auch die weiteren Werte des Combine unterstreichen seine unvergleichliche Athletik. Sadiq zeigt sich als dynamischer Spieler, den seine Explosivität besonders gefährlich nach dem Catch macht. Währenddessen seine Flexibilität und Körperkontrolle ihm helfen, auch schwierige Pässe zu sichern. Er ist ein moderner Playmaker, der jede Defensive vor große Probleme stellen kann.
Trotz seiner Athletik bringt Sadiq nicht die idealen Maße für einen klassischen Tight End mit. Seine Größe könnte ihn insbesondere im physischen Spiel einschränken. Hinzu kommen Defizite im Blocking sowie gelegentliche Unsauberkeiten im Spiel ohne Ball - etwa wenn es darum geht, konsequent für den Quarterback zu arbeiten. Zudem fehlt ihm aufgrund seiner begrenzten Einsatzzeit als Starter noch Erfahrung auf konstant hohem Niveau.
Der Combine hat nicht nur bestätigt, was bereits angedeutet wurde - er hat Sadiq in eine neue Kategorie gehoben. Seine Kombination aus Tempo, Athletik und Spielverständnis macht ihn zu einer echten Waffe im Passspiel.
Das Blocken ist nach wie vor eine Schwäche, und mit 241 Pfund wird er sich gegen NFL-Edge-Rushers nicht behaupten können. Aber darum geht es bei einem Spieler wie ihm eigentlich gar nicht. Man draftet Sadiq nicht, um ihn an der Line zu lassen. Man draftet ihn, weil er Probleme schafft, die Defensive Coordinators nicht lösen können. Nach dem was er in Indianapolis abgerufen hat, bleibt nur die Frage, wie früh Sadiq vom Board geht.
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