16.04.2026
Klare Nummer 1
Der Ruf des wohl vielseitigsten und gleichzeitig spannendsten Cornerbacks dieser Draft-Klasse eilt ihm bereits voraus. Denn Mansoor Delane ist nicht nur begabt, sondern auch enorm beliebt.

Die Delanes sind ein Family-Business: Während Mansoor auf dem Spielfeld zuhause ist, managt sein Bruder Zayd seine Finanzen. Als ausgebildeter Analyst bei der J.P. Morgan Bank weiß er wie man mit zukünftigen Mega-Verträgen umgehen muss, eine Baustelle um die sich der Cornberback schon mal keine Sorgen machen muss.
Schon in seiner Jugend genoss Mansoor die Abwechslung: Quarterback, Wide Receiver, Safety, Linebacker oder Defensive Back - der Junge aus Maryland spielte auf diversen Positionen Football. Die Entscheidung fiel aber schließlich auf die Defense. In seiner letzten Saison an der Highschool zeigte er 78 Tackles und sicherte sich, wenn auch zunächst nur als einer der besten 59 CBs des Landes, sein Ticket für Virginia Tech.
Nach drei Saisons bei Viriginia Tech war Delane kurz davor in den Draftprozess 2025 einzusteigen. Doch ein Angebot von LSU lockte den Mann aus der Secondary ein weiteres Jahr in den Kosmos des College Footballs. Und das Ausharren sollte sich auszahlen: Mit 45 Tackles und zwei Interceptions zeigte er seine bislang beste Saisonleistung. Mit einem Jahr Verspätung wagt der 22-Jährige nun den Schritt in die NFL.

Delane vereint kontrolliertes Movement mit sauberer Fußarbeit und erstklassigen physischen Voraussetzungen. Er liest Quarterbacks hervorragend und bestraft Fehler sofort, was sich in 18 verteidigten Pässen in 23 Spielen der letzten beiden Saisons zeigt. Er bringt viel Starter-Erfahrung mit, die sich auch auf NFL-Level auszahlen dürfte. Zudem scheut er keinen Körperkontakt im Tackling, was zu seinem starken Ruf passt - bei LSU erhält er durchweg Lob von Coaches und Mitspielern.
Spätestens beim Pro Day wischte Mansoor Delane Zweifel zu seiner vermeintlich mangelnden Geschwindigkeit weg - mit einem 40 Yard Dash von 4.38 zeigte der Cornerback, dass die notwendigen PS vorhanden sind. Doch physische Limitierungen bleiben (mit 183 Zentimeter und circa 85 Kilogramm etwas zu klein und leicht). Die Armlänge und der damit verbundene Frame sind ein Handicap, dass sich auch mit Training nicht kompensieren lässt.
Nichtsdestotrotz ist Delane ein klassischer Day-1-Starter: Egal bei welchem Team, dieser Spieler kann sofort als Outside-Corner in der NFL funktionieren. Entwicklungspotenzial gibt es ebenfalls en masse und man braucht nicht allzu viel Vorstellungskraft, um seine Vielseitigkeit zu erkennen. Nicht umsonst wird der 22-Jährige von Experten als bester Cornerback dieser Klasse eingestuft.
tih