13.04.2026
Ein Guide zum Höhepunkt der NFL Offseason
Alle Fragen und Antworten rund um den anstehenden NFL-Draft in Pittsburgh im Überblick.

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Die alljährliche Lotterie um die besten College-Talente, die in der Folge als Rookies in die Liga einsteigen, geht zwischen dem 23. und 25. April 2026 in Pittsburgh, Pennsylvania über die Bühne. Um eine gewisse Balance zwischen den einzelnen Mannschaften zu gewährleisten, dürfen die Teams, die in der vorangegangenen Saison - in diesem Fall 2025/26 - am schlechtesten abgeschnitten haben, zuerst wählen.
Beim NFL Draft geht es darum, dass NFL-Teams in einer festgelegten Reihenfolge die besten Nachwuchsspieler aus dem College auswählen. Der Draft erstreckt sich über sieben Runden und findet an drei aufeinanderfolgenden Tagen statt.
Der Draft findet vom 23. bis 25. April 2026 statt und wird in Pittsburgh, Pennsylvania, ausgetragen. Gastgeber ist die Steel City mit dem Acrisure Stadium (Heimstätte der Pittsburgh Steelers) sowie dem Point State Park als zentralem Fan-Event-Gelände - damit kehrt die Draft-Show erstmals seit 1948 wieder in die Stadt zurück.
Der Draft wird in den USA von NFL Network, ESPN und NFL+ sowie über den NFL Game Pass live übertragen. In Deutschland siehst du die Talenteziehung bei DAZN im Livestream, teils gebunden an den NFL Game Pass, sowie bei RTL/NITRO und RTL+ mit eigener deutschsprachigen Produktion.
Die erste Runde läuft in der Nacht auf Freitag, den 24. April 2026, ab etwa 01:00 Uhr deutscher Zeit im Free-TV auf NITRO und parallel im Stream auf RTL+ - und das komplett werbefrei. Die Runden 2 und 3 sind am Samstag ausschließlich auf RTL+ im Livestream zu sehen, bevor die späteren Runden über den NFL-Network-Livestream via RTL+ kostenlos zugänglich sind.
RTL präsentiert den Draft zudem als Community-Event: Moderator Florian Ambrosius und die Expertenrunde aus Patrick Esume, Björn Werner, Kasim Edebali, Jan Weinreich und Community-Host Christian Schulz diskutieren live mit rund 30 eingeladenen Fans im Kölner Studio, was die Draft-Show in Deutschland zusätzlich interaktiv macht.
Ein Draftboard ist in der NFL (und anderen Profisport-Ligen) eine interne Rangliste von verfügbaren Spielern (auch Prospects genannt) im Draft, die ein Team führt. Auf dem Draftboard erscheint jeder Spieler in einer von den Scouts und Entscheidern festgelegten Reihenfolge, meist nach Talent, Position und Fit in der eigenen Offense/Defense.
Das Board dient als Entscheidungshilfe beim Draft: Es zeigt, welche Spieler die Organisation im jeweiligen Pick-Bereich überhaupt annehmen würde, und hilft, schnelle Trades oder Überraschungspicks strukturiert zu planen. In der Regel ruht das Board vor dem Draft nicht auf einer "einzig wahren" Meinung, sondern ist das Ergebnis eines komplexen Scouting- und Ranking-Prozesses innerhalb des Front Office.
Compensatory Picks sind zusätzliche Draftpicks, die die NFL jedes Jahr an Teams vergibt, die in der Free Agency mehr oder wertvollere Spieler verlieren als sie verpflichten. Vereinfacht gesagt: Verliert ein Team wichtige Free Agents und hält sich selbst auf dem Markt eher zurück, wird es im nächsten Draft mit Extra-Picks entschädigt. Diese zusätzlichen Picks liegen am Ende der Runden drei bis sieben. Pro Team sind maximal vier solcher Picks möglich.
Der First-Overall-Pick im Draft bekommt einen voll garantierten Vierjahresvertrag im Rahmen des vertraglich festgelegten Rookie-Wage-Scales. Laut aktuellen Projektionen (u.a. OverTheCap/Spotrac) liegt der Gesamtwert des Vertrags des ersten Picks bei etwa 54,5-58 Millionen US-Dollar - der höchste Wert aller 257 Draft-Picks.
Ein großer Teil dieser Summe steckt in einem Signing Bonus von rund 36-39 Millionen Dollar, der beim Abschluss des Vertrags sofort fällt. Bereits der zehnte Pick im Draft erhält deutlich weniger: rund 29-30 Millionen Dollar Gesamtsumme mit einem Signing Bonus von etwa 18 Millionen Dollar; der letzte First-Round-Pick liegt bei ungefähr 16 Millionen Dollar Gesamtwert.
Spieler, die im NFL Draft ausgewählt werden, unterschreiben in der Regel einen standardisierten Vierjahresvertrag. Für Erstrundenpicks besteht zusätzlich die Möglichkeit einer Fifth-Year-Option, durch die das Team den Vertrag um ein weiteres Jahr verlängern kann. Die Vertragswerte sind fest an die jeweilige Draftposition gebunden, wodurch der Verhandlungsspielraum minimal ist. Entsprechend bestimmt der Pick maßgeblich das Gehalt der ersten Vertragsjahre. Im Jahr 2026 erhält der First Overall Pick einen Vertrag im Wert von rund 54,6 Millionen Dollar über vier Jahre, während der letzte Pick, auch als "Mr. Irrelevant" bekannt, bei etwa 4,4 Millionen Dollar liegt.
Ganz am Ende der siebten Runde wird mit dem letzten Pick des Drafts der aus den Augen vieler irrelevanteste Spieler des Drafts gewählt. In den meisten Jahren haben die Spieler mit der Bezeichnung Mr. Irrelevant keinen großen Einfluss auf das Team und stehen in vielen Fällen kein einziges Mal in einem regulären NFL-Spiel auf dem Feld. Als berühmtestes Beispiel für einen positiven Ausgang als letzter Draft-Pick kann man den Quarterback Brock Purdy von den San Francisco 49ers nennen.
Der NFL Draft funktioniert wie die Börse, weil Teams ihre Draft-Picks als wertvolle Handelsobjekte einsetzen und sie je nach Bedarf tauschen, bündeln oder nach oben traden. So entsteht ein ständiges Austarieren von Risiko, Wert und Chance - ganz ähnlich wie bei Aktien oder anderen Assets.
Der Weg in die NFL beginnt nicht erst beim NFL Draft, sondern schon Jahre vorher. Bereits in der Highschool werden Spieler bewertet und entscheiden mit ihren Leistungen, welche Colleges auf sie aufmerksam werden. Während ihrer College-Zeit stehen sie dann permanent unter Beobachtung der 32 Teams der National Football League. Scouts verfolgen ihre Entwicklung, sammeln Daten und erstellen detaillierte Profile. Vor dem Draft folgt schließlich die letzte Phase: All-Star-Games, der NFL Combine, Pro Days und zahlreiche Interviews. Erst danach kommt der Moment, in dem entschieden wird, welches Team zugreift und ein jahrelanger Prozess sein Ziel erreicht.
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NFL-Teams wählen Spieler im Draft durch ein mehrstufiges System aus: Zuerst erfolgt jahrelanges Scouting mit College-Spielen, Pro Days und dem NFL Scouting Combine, wo Athletik (z.B. 40-Yard-Dash, Bankdrücken) getestet wird. Ergänzt um medizinische Untersuchungen, Interviews und Background-Checks, ranken Scouts Talente auf einem Big Board - individuell nach Team-Bedarf (z. B. Quarterback oder Defense).
Taktisch gibt es zwei Hauptstrategien: Best Player Available (BPA) - den besten verfügbaren Spieler nehmen, unabhängig von Position - oder das Auswählen nach eigenem Bedarf, bei dem der passendste für Lücken im Kader priorisiert wird (z. B. Quarterback bei Schwäche auf der Position).
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Ein Fünf-Sterne-Recruit ist das Top-Talent im College Football Recruiting: Dienste wie 247Sports oder Rivals bewerten Highschool-Spieler mit 1-5 Sternen basierend auf Potenzial, Statistiken, Athletik und Versatilität - Fünf-Sterne gelten als zukünftige NFL-Stars (oft Top-32 im Draft).
Der Sprung ins College-Football ist jedoch brutal: Höhere Spielgeschwindigkeit, Verletzungsrisiken, ein anderer Coach und mentale Belastbarkeit fordern viel. Viele scheitern beim Übergang in die NFL durch ausbleibende Weiterentwicklung, Partyleben oder die falsche Position - nur rund 60-70% schaffen den Profi-Erfolg.
Der NFL Draft ist ein Glücksspiel, weil die Trefferquote extrem niedrig ist: Nur ca. 50-60% der Top-10-Picks werden langfristig Stars, der Rest floppt durch Verletzungen, mangelnde Anpassung oder Fehleinschätzungen der Scouts. Unvorhersehbare Faktoren wie Verletzungsrisiken, Coaching-Fit und der Sprung von College zur NFL machen jeden Pick zur Wette - ab Runde 3 sinkt die Erfolgsquote sogar auf unter 10%.
Ein Draft Bust ist ein Spieler, der früh (meist Top-10 oder Top-32) ausgewählt wurde, aber die hohen Erwartungen nie erfüllt - sei es durch schwache Leistung, schwere Verletzungen oder ein schnelles Karriereende. Klassische Beispiele sind unter anderem Charles Rogers oder Trent Richardson.
Gutes Draften ist der Schlüssel zum Erfolg, weil Teams damit junge Top-Talente langfristig und vor allem günstig verpflichten können - Rookie-Verträge passen perfekt unter die Gehaltsobergrenze. Hits wie Patrick Mahomes (Chiefs) bauen oft Dynastien auf.
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Der NFL Draft ist nicht nur ein mediales Spektakel und eine große Chance für jedes Franchise der Liga, sondern auch ein emotionales Highlight für alle Spieler, die nach Jahren der harten Arbeit endlich für ihre Mühen belohnt werden.
Einige dieser Spieler teilen dabei ganz besondere Schicksale und Geschichten, die für besonders emotionale auf der großen Bühne sorgen.
Der NFL Draft steckt immer wieder voller verrückter Geschichten. Entscheidungen müssen in kürzester Zeit getroffen werden und entscheiden über die Zukunft von Trainer, Spielern und ganzen Organisationen. Daher kommt es immer wieder vor, dass die kuriosesten Geschichten rund um den Draft entstehen.
Der NFL Draft ist komplex und durch die Vielzahl an Prospects oft schwer zu überblicken. Unterschiedliche Namen, Colleges und Leistungsdaten machen die Einordnung nicht einfach. Eine klare Orientierung über die wichtigsten Spieler und Positions-Rankings kann dabei helfen, den Überblick zu behalten.
mgs