29.04.2026
Favoriten auf den Titel
Mit Free Agency und Draft sind die zwei größten Möglichkeiten für NFL-Teams, ihren Kader zu formen, abgeschlossen. Genau deshalb lohnt sich jetzt der Blick auf den aktuellen Stand der Liga. Welche Organisationen gehören mit ihrem jetzigen Roster wirklich zum engen Kreis der Super-Bowl-Anwärter? Hier sind aktuell die Top-Contender aus AFC und NFC.

Der März der NFL-Offseason war geprägt durch die Free Agency, die viele Teams genutzt haben, um aktiv ihre Baustellen anzugehen. Nach der Free Agency richtete sich dann der Fokus auf den NFL Draft, eine weitere Chance für alle Mannschaften, nicht nur Baustellen im Roster zu attackieren, sondern auch langfristig den Kader zu verjüngen. Mit dem Ende der alljährlichen Lotterie steht nun der Großteil der Kader für die kommende Saison fest, auch wenn es noch einige große Namen auf dem offenen Markt gibt. Aber welche Teams sind nach Free Agency und Draft jetzt in der Position, wirklich um den Super Bowl mitzuspielen?
Die Los Angeles Rams hatten bereits vor dem Draft eines der besten Roster der gesamten NFL, und daran hat sich auch trotz des viel kritisierten Drafts nichts geändert. Nach der vergangenen Saison, in der die Rams ohnehin schon zur Spitze gehörten, gab es eine klare Baustelle: die Secondary. Diese haben sie bereits in der Free Agency attackiert.
Mit dem Trade für Trent McDuffie und dem Signing von Jaylen Watson wurde dieses Problem nicht nur adressiert, sondern in eine Stärke verwandelt. In Kombination mit einem der besten Playcaller der Liga, Sean McVay, dem aktuellen MVP Matthew Stafford auf Quarterback sowie einer stabilen Defense unter Defensive Coordinator Chris Shula ergibt sich ein extrem komplettes Team.
Gepaart mit einem starken Receiver-Duo, einer gefährlichen Defensive Line und einer nun sehr kompetitiven Secondary gehören mehrere Units der Rams zum absoluten Top-Level der Liga. Dieses Roster ist auf allen Ebenen bereit für einen Super-Bowl-Run.
Als amtierender Super-Bowl-Champion dürfen die Seattle Seahawks in dieser Liste nicht fehlen. Das Team ging mit einigen wenigen Needs in den Draft und konnte gezielt nachlegen.
Mit Running Back Jadarian Price wurde Kenneth Walker III zunächst ersetzt, auch wenn er im College nie eine klare Workhorse-Rolle hatte.
Seattle dominierte in der vergangenen Saison eine der stärksten Divisions der Liga und gewann mehrere Playoff-Spiele deutlich. Der Großteil des Kaders ist seitdem zusammengeblieben, was zumindest für die kommende Saison für Stabilität sorgt.
Ein entscheidender Faktor ist jedoch der Abgang von Klint Kubiak. Die große Frage wird sein, ob die Offense ihr Niveau ohne ihn halten kann. Dennoch gehört Seattle klar zu den Top-Favoriten.

Die Denver Broncos erreichten zuletzt das AFC Championship Game und gingen danach aggressiv in die Offseason. Mit dem Trade für Jaylen Waddle wurde zwar einiges an Draftkapital geopfert, dafür aber ein etablierter Playmaker geholt.
Im Draft selbst kam mit Jonah Coleman ein physischer Running Back hinzu, der zusammen mit R.J. Harvey und J.K. Dobbins die Tiefe im Backfield erhöht. Entscheidend wird die Entwicklung von Bo Nix und der gesamten Offense sein.
Wenn hier ein Schritt nach vorne gelingt, entlastet das die Defense, die im vergangenen Jahr teilweise überperformen musste, ihre Aufgabe aber sehr gut erfüllt hat. Spielt die Defense weiter auf ihrem Elite-Niveau und wird die Offense noch ein Stück besser, ist Denver eines der besten Teams der gesamten Liga.
Die Buffalo Bills gehören weiterhin zu den gefährlichsten Teams der AFC. Mit Josh Allen haben sie einen der besten Quarterbacks der Liga, und die Offense wurde durch den Trade für D.J. Moore weiter verstärkt.
Trotz vieler Downtrades im Draft verfolgte General Manager Brandon Beane einen klaren Plan und adressierte mehrere Needs gleichzeitig. Die zusätzliche Tiefe könnte ein entscheidender Faktor sein.
Die größte Frage liegt in der Defense. Nach dem Abgang von Head Coach Sean McDermott übernimmt Jim Leonhard als Coordinator. Wie schnell sich diese Unit findet, wird eine zentrale Storyline der Saison.
Allerdings muss man auch hier sagen, dass die Bills-Defense in den letzten Jahren alles andere als eine klare Stärke war. Solange Joe Brady und Josh Allen die Offense anführen und die Defense zumindest auf durchschnittlichem Niveau spielt, ist mit Buffalo auch in diesem Jahr zu rechnen.

Die San Francisco 49ers haben trotz eines kritisierten Drafts insgesamt eine starke Offseason hingelegt. Besonders die Free Agency brachte wichtige Verstärkungen.
Mit Mike Evans und Christian Kirk wurde der Receiver Room deutlich verbessert. In der Defensive Line kam mit Osa Odighizuwa ein unterschätzter Difference Maker hinzu.
Zudem kehren Schlüsselspieler wie Nick Bosa und Fred Warner von Verletzungen zurück. Der Abgang von Robert Saleh muss kompensiert werden, doch mit Raheem Morris steht ein erfahrener Nachfolger bereit, der in der DC-Rolle bereits einen Super Bowl gewonnen hat.
Wenn Brock Purdy weiterhin konstant spielt und Kyle Shanahan die Offense auf gewohnt hohem Niveau hält, gehören die 49ers klar zum Favoritenkreis.
Die Kansas City Chiefs hatten im vergangenen Jahr eine ungewöhnliche Saison, bleiben aber ein fester Bestandteil jedes Contender-Gesprächs. Solange Patrick Mahomes fit ist und den Großteil der Saison als Starter spielen kann, gehört dieses Team zur absoluten Spitze.
Die Abgänge von McDuffie und Watson wurden zumindest teilweise im Draft kompensiert, unter anderem mit Mansoor Delane. In der Defensive Line sollen R Mason Thomas und Peter Woods für mehr Druck sorgen.
Mit Kenneth Walker III im Backfield bekommt die Offense zusätzlich Explosivität im Run Game. Dazu kommen mit Andy Reid und Steve Spagnuolo zwei der besten Coaches der Liga. Wer Kansas City aufgrund der schwächeren letzten Saison unterschätzt, macht einen Fehler.

Die Los Angeles Chargers verfügen mit Justin Herbert über einen der besten Quarterbacks der NFL. Trotz einer extrem schwachen Offensive Line führte er das Team bis in die Playoffs.
Mit der Rückkehr der Starting Tackles, die beide verletzungsbedingt viel Zeit verpasst haben, und gezielten Verstärkungen in Free Agency und Draft sollte diese Unit deutlich verbessert sein. Zusätzlich bringt der neue Offensive Coordinator Mike McDaniel ein System mit, das Schwächen kaschieren und gleichzeitig explosive Plays kreieren kann.
Die Defense muss den Abgang von Jesse Minter kompensieren. Wenn das gelingt, könnten die Chargers zu den gefährlichsten Teams der Liga gehören.
Die Philadelphia Eagles haben ihr Roster ebenfalls gezielt verstärkt. Mit Makai Lemon, Jonathan Greenard und Dontayvion Wicks kamen mehrere neue Playmaker hinzu.
Trotz eines möglichen Trades von A.J. Brown bleibt die Offense talentiert. Entscheidend wird sein, wie gut Jalen Hurts und Co. das neue System von Sean Mannion umsetzen.
Wenn die Offense wieder auf Top-10-Niveau kommt und die Defense an ihre starke Form aus der Vorsaison anknüpft, gehören die Eagles erneut zu den Top-Teams der NFC.

Nach Free Agency und Draft zeigt sich ein klares Bild: Mehrere Teams haben ihre Kader gezielt verstärkt und gehen mit realistischen Super-Bowl-Ambitionen in die Saison.
Auffällig ist, dass viele dieser Teams entweder bereits auf hohem Niveau performt haben oder ihre größten Schwächen gezielt adressieren konnten. Gleichzeitig bleibt die entscheidende Frage, wie schnell neue Systeme greifen und neue Spieler integriert werden.
Denn Talent allein reicht nicht. Am Ende entscheidet, wie gut diese Puzzleteile zusammenpassen.
>> Gewinner und Verlierer der Free Agency: Murray als Darnold 2.0 - und viele Fragezeichen
>> Draft Grades für alle 32 NFL-Teams: Bucs glänzen - Rams und Jaguars höchst fragwürdig
>> Deutsche Draft-Hoffnung Klein geht in Runde 2 zu den Texans
>> Die Gewinner und Verlierer des NFL Draft
>> Alle Schlagzeilen der NFL
val