15.10.2026
Postseason-Teams unter Druck
Woche 6 der NFL wird eröffnet von den Denver Broncos und den Seattle Seahawks. Im Thursday Night Game muss der amtierende Super Bowl Champions bei den Broncos in Denver ran. Trotz des positiven Records sind beide Teams nicht mit ihrem Saisonstart zufrieden und wollen im direkten Aufeinandertreffen ein Zeichen setzen.

Im Empower Field at Mile High in Denver treffen im Thursday Night Game die Denver Broncos auf die Seattle Seahawks. Sowohl der amtierende Super Bowl Champion, als auch der Verlierer des AFC Championship Games der vergangenen Saison stehen bei einem Record von 3-2. Beide Franchises haben sich den bisherigen Saisonverlauf anders vorgestellt. Mit drei Siegen und zwei Niederlagen stehen die Denver Broncos und die Seattle Seahawks zwar noch solide da, wirklich zufrieden ist jedoch keines der beiden Teams. Umso wichtiger wird das direkte Duell: Der Verlierer fällt auf 3-3 zurück und beginnt das zweite Viertel der Saison mit einer Bilanz, die den eigenen Ansprüchen kaum gerecht wird.
Für Denver begann die Spielzeit mit einer Niederlage gegen die Kansas City Chiefs. Anschließend gelangen den Broncos drei Siege, ehe sie sich den bislang ungeschlagenen San Francisco 49ers geschlagen geben mussten. Trotz der positiven Bilanz ist die Stimmung im Mile High Stadium angespannt. Nach dem schwachen Start der Offense zog Head Coach Sean Payton Konsequenzen und entzog Offensive Coordinator Davis Webb das Playcalling.
Die Broncos vertrauen ganz auf ihren Quarterback Bo Nix, doch die Offense gehört mit durchschnittlich 19,4 Punkten und 269 Yards Raumgewinn pro Spiel zu den schwächsten der NFL. Neben Nix, der sich in der Pocket zunehmend unwohl zeigt und diese teilweise frühzeitig verlässt, steht auch die Interior Offensive Line um Ben Powers und Luke Wattenberg in der Kritik.
Zusätzlich fehlt Denver die Durchschlagskraft im Laufspiel: Mit lediglich 86,2 Rushing Yards pro Partie gehört das Team auch in dieser Kategorie zum hinteren Drittel der Liga. Die verletzungsbedingte Abwesenheit von Rookie Jonah Coleman verschärft die Probleme im Backfield zusätzlich. Da weder das Laufspiel noch der Schutz des Quarterbacks konstant funktionieren, muss Nix immer wieder schwierige Situationen lösen - bislang gelingt ihm das jedoch zu selten und auch gegen die starke Seahawks-Defense dürfte das kaum leichter werden.
Auch bei den Gästen läuft längst nicht alles nach Plan. Mit der Rückkehr von Sam Darnold nach seiner Verletzung in Woche 1 hatten die Seahawks gehofft, wieder konstant Siege einzufahren. Die ersten beiden Spiele konnte das Team unter der Führung von Backup-Quarterback Drew Lock gewinnen. Zwar spielte Lock keine herausragenden Spiele, lieferte aber genug, um seinem Team den Erfolg einzubringen.

Doch mit der Rückkehr von Darnold als Starting-Quarterback verlor der amtierende Super Bowl Champion zwei seiner drei Spiele. Besonders die Niederlage gegen die Washington Commanders dürfte dabei schwer wiegen, da das Team zu den schwächeren der Liga gehört und ein Sieg gegen das Franchise fest eingeplant war.
Auf der Running-Back-Position fehlt es dem Team an Unterschiedsspielern. Nachdem der Titelträger den MVP des Endspiels Kenneth Walker III in der Free Agency ziehen ließ, hofften die Verantwortlichen darauf, den Starspieler durch einen Rookie ersetzen zu können. Doch Jadarian Price zeigte sich bisher vor allem verletzungsanfällig und auch Backup Zach Charbonnet konnte nach seiner schweren Verletzung in den Playoffs der vergangenen Saison noch nicht eingesetzt werden.
Mit 530 Rushing Yards liegen die Seahawks nur auf Platz 17 der NFL und haben damit in fünf Spielen weniger Raumgewinn am Boden erzielt als Walker alleine bei den Kansas City Chiefs in nur vier Spielen. Ohne ein starkes und effektives Laufspiel funktioniert auch das von den Seahawks perfektionierte Play-Action-Game nicht mehr so gut, da gegnerische Defensiven keine große Angst mehr vor dem Laufspiel haben müssen und sich zuerst um die Passverteidigung kümmern können. Somit ist das offensive System der Seahawks anfällig.
Beide Teams haben also einiges zu beweisen und besser zu machen als in den vergangenen Wochen. Neben der dünneren Luft in einer solchen Höhe erwartet die Seahawks dazu eine laute Fanbase der Broncos, die ihr Team lautstark unterstützen werden. Die Broncos hingegen brauchen einen guten Start in die Partie, um die schon leicht frustrierten Fans auf die eigene Seite zu bekommen. Läuft das Spiel gegen das Heimteam wird der Vorteil durch die Fans eher zu einem unangenehmen Druck.
nhu