11.02.2026
Trotz Awards
Vor der Saison freuen sich alle Fans auf die neue NFL Season, denn alle erhoffen sich ein gutes Jahr oder zumindest eine Verbesserung gegenüber der Vorsaison. Doch nach der Regular Season heißt es für die meisten Teams schon wieder analysieren, was falsch gelaufen ist. So auch bei den Cleveland Browns, die wieder nicht überzeugen konnten.

Die Vorfreude auf die neue Saison ist bei allen Teams groß. Bei manchen ist die Euphorie allerdings etwas größer als bei anderen und manche Fans ahnen schon vor dem ersten Kickoff, dass das Jahr nach der Regular Season ein jähes Ende nehmen könnte. Bei den Cleveland Browns haben nur wenige mit einem tiefen Playoff-Run gerechnet und somit wurden auch nur wenige schwer enttäuscht.
Die Browns kamen in die Offseason aus einer haarsträubenden Saison 2024. Mit einem Record von 3-14 waren sie eines der schlechtesten Teams der NFL, die Baustellen im Kader waren demnach riesig. Wie ein Klotz am Bein war immer noch Quarterback Deshaun Watson auf dem Roster und somit der Cap Space begrenzt. Für noch mehr Verwunderung sorgte die Entscheidung der Browns vom zweiten Pick auf den fünften Pick runterzutraden und den Jaguars die Allzweckwaffe Travis Hunter zu überlassen. Stattdessen entschieden sich die Browns für Defensive Tackle Mason Graham und verstärkten ihre D-Line.
Für noch mehr Aufschrei sorgten die Picks in der dritten und fünften Runde. Denn an Stelle 67 wählten die Browns Quarterback Dillon Gabriel von Oregon, nur um zwei Runden später erneut einen Quarterback mit Shedeur Sanders in Runde fünf zu wählen. Mit Deshaun Watson, Joe Flacco, Kenny Pickett, Tyler Huntley und den beiden Rookies hatten die Browns sechs Quarterbacks im Pre-Season-Roster. Bei den Browns waren die Fragezeichen nach dem Draft also größer als davor und das Team aus Cleveland blieb lange Zeit ohne einen wirklichen Starting-Quarterback.
Nach einer erfolgreichen Preseason starteten die Browns mit zwei Divisions-Duellen gegen die Cincinnati Bengals und Baltimore Ravens, die beide verloren gingen. Während die Browns das Spiel gegen die Bengals noch knapp halten konnten, setzte es gegen die Ravens eine deftige 41:17-Niederlage zum Record von 0-2. Doch in Woche drei besiegten die Browns überraschend die Green Bay Packers und schöpften wieder Hoffnung, die nach drei darauffolgenden Niederlagen am Stück jedoch wieder versiegte.
Nach einem dominanten 31:6-Erfolg gegen die am Boden liegenden Dolphins kam bis Woche 16 nur ein weiterer Sieg gegen die Raiders hinzu. Alle anderen Spiele gingen verloren. Doch zum Ende der Saison drehten die Browns noch einmal auf. Obwohl alle Playoff-Hoffnungen längst begraben waren, holten die Browns aus den letzten beiden Spielen zwei Siege und vermiesten den Steelers beinahe die Playoffs. Sich selbst aber nahmen die Browns damit die Chance auf einen sehr hohen Draft Pick und wählen 2026 erst an sechster Stelle.
Ein Blick auf den Record genügt, um zu verstehen, warum es für die Browns keine gute Saison war. Mit 5-12 waren die Browns weit von den Playoffs entfernt und polierten die Bilanz mit zwei Siegen am Ende der Saison nur noch etwas auf. Bereits Mitte der Saison war Cleveland rechnerisch aus den Playoffs ausgeschieden und spielte auch dementsprechend Football.
Die Offense war die zweitschlechteste der Liga und die Browns rotierten mehrmals auf der Quarterback-Position. Nachdem Gabriel während der Saison die Starter-Rolle übernommen hatte, luchste Sanders sie ihm wieder ab und beendete die Saison als Starter und Hoffnungsträger für die Zukunft der Browns. Die Defense hingegen spielte solide und beendete die Saison im statistischen Mittelfeld. Nach der Saison entließen die Browns ihren Head Coach Kevin Stefanski nach sechs Jahren und ersetzten ihn durch Todd Monken.
Auch wenn die Saison der Browns früh zu Ende schien und sie die Playoffs weit verfehlten, gibt es dennoch eine positive Entwicklung in Cleveland. Allen voran lieferte Myles Garrett eine historische Saison ab, brach den Rekord für Sacks in einer Spielzeit mit 23 Sacks und erhielt verdient die Auszeichnung zum Defensive Player of the Year. Die gesamte Browns-Defense schien einen Schritt vorwärts zu machen. Neben Garrett hatte auch Rookie-Linebacker Carson Schwesinger einen großen Anteil daran. Als Spieler mit den sechstmeisten Tackles in der gesamten NFL war der Defensive Rookie of the Year überall auf dem Feld für die Browns unterwegs.
Auch in der Offense gibt es einige positive Trends zu beobachten. Sanders, der von einem First-Round-Prospect bis in die fünfte Runde gefallen war, zeigte immer wieder sein Potenzial und könnte mit viel Training und Arbeit eine realistische Option für die Quarterback-Frage werden. Zudem zeigten die beiden Rookies Running Back Quinshon Judkins und Tight End Harold Fannin Jr. starke Leistungen und könnten tragende Säulen der Offense für die nächsten Jahre sein.
Auch wenn es einige positive Entwicklungen bei den Browns gab, bleibt am Ende jedoch eine Saison stehen, bei der das Team als sechstschlechtestes Franchise der NFL die Regular Season abschloss. Die Erwartungen waren nicht allzu hoch, aber das Endergebnis auch nicht allzu berauschend. Daher haben die Browns zwar eine positive Entwicklung hingelegt und in den letzten beiden Spielen etwas Potenzial gezeigt, doch das weite Verfehlen der Playoffs und der sehr schlechte Record bleiben am Ende ausschlaggebend.
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nhu