23.05.2026
Auch Jaxson Dart im Fokus
Die NCAA hat offiziell Ermittlungen gegen Ole Miss eingeleitet. Auslöser sind massive Tampering-Vorwürfe von Clemson-Coach Dabo Swinney rund um Star-Linebacker Luke Ferrelli.

Die NCAA untersucht offiziell das Football-Programm von Ole Miss. Hintergrund sind schwere Tampering-Vorwürfe von Clemson rund um den Transfer von Linebacker Luke Ferrelli - und die Geschichte liest sich wie ein weiteres Extrembeispiel für die immer chaotischeren Zustände im modernen College Football.
Wie aus Dokumenten hervorgeht, die das Sportmedium ESPN über eine Open-Records-Anfrage erhalten haben soll, eröffnete die NCAA demnach bereits am 23. Januar eine Untersuchung gegen Ole Miss.
Der Verband forderte dabei unter anderem die forensische Auswertung mehrerer Handys aus dem Umfeld des Programms an - darunter Geräte von Head Coach Pete Golding, General Manager Austin Thomas sowie weiteren Coaches und Funktionären.
Auch Ferrellis private und universitäre Telefonnummern sowie Verbindungsdaten aus dem Zeitraum Dezember 2025 bis Januar 2026 sollen untersucht werden.
Die Ermittlungen begannen dabei nur wenige Stunden bevor Clemson-Coach Dabo Swinney öffentlich schwere Vorwürfe gegen Ole Miss erhob.
Swinney bezeichnete den Vorgang damals als "glasklaren Fall von Tampering". Im College Football ist damit die unerlaubte Kontaktaufnahme oder Abwerbung eines Spielers gemeint, obwohl dieser bereits bei einem anderen Programm unter Vertrag steht oder eingeschrieben ist.
Ferrelli war nämlich zunächst von California nach Clemson gewechselt, hatte dort bereits sein Apartment bezogen, sich eingeschrieben und an Workouts teilgenommen. Kurz darauf entschied sich der ACC Defensive Rookie of the Year von 2025 jedoch überraschend doch für Ole Miss.
Laut Swinney soll Ole Miss weiterhin aktiv um den Spieler geworben haben - obwohl dieser bereits vollständig bei Clemson integriert gewesen sei.
Besonders brisant: Swinney behauptet, Golding habe Ferrelli sogar während einer Vorlesung direkt kontaktiert und ihm ein angebliches Vertragsangebot über eine Million Dollar geschickt.
Zusätzlich sollen auch Ole-Miss-Quarterback Trinidad Chambliss sowie Ex-Rebels-QB und derzeitiger New-York-Giants-Star Jaxson Dart versucht haben, Ferrelli von einem Wechsel nach Oxford zu überzeugen.

Swinney kritisierte das Verhalten von Ole Miss ungewöhnlich scharf. "Das ist eine völlig neue Dimension von Tampering", sagte der Clemson-Coach damals. "Wir haben ein kaputtes System. Wenn es dafür keine Konsequenzen gibt, dann haben wir überhaupt keine Regeln mehr."
Clemson reichte schließlich am 16. Januar offiziell Beschwerde bei der NCAA ein. Ole Miss wollte sich bislang nicht zu den laufenden Ermittlungen äußern. Auch Clemson gab keinen weiteren Kommentar ab.
Der Fall dürfte die Diskussion rund um das Transferportal, NIL-Verträge und mögliche Manipulationen im Recruiting auf alle Fälle erneut massiv anheizen.
Gerade direkte Kontaktaufnahmen zu Spielern, die bereits bei anderen Programmen eingeschrieben sind, gelten im College Football als besonders sensibles Thema. Gleichzeitig wird seit Jahren kritisiert, dass die NCAA solche Fälle nur schwer kontrollieren oder nachweisen kann.
Ole-Miss-Coach Pete Golding erklärte im April lediglich, "dass es immer zwei Seiten einer Geschichte gebe".
Die Ermittlungen der NCAA befinden sich laut ESPN aktuell noch in einem frühen Stadium. Dennoch könnte der Fall rund um Luke Ferrelli schnell zu einem der prominentesten Tampering-Verfahren der NIL- und Transferportal-Ära werden.
mhh