25.02.2026
Titelverteidigung im Schatten des Verkaufs
Die Seattle Seahawks gehen als amtierender Super-Bowl-Champion in die neue Offseason - und das inmitten eines angekündigten Verkaufsprozesses. Team-Eigentümerin Jody Allen hat die Franchise offiziell zum Verkauf gestellt. General Manager John Schneider sieht dennoch keine Auswirkungen auf die sportliche Ausrichtung.

Die Seattle Seahawks stehen am Gipfel der NFL - und zugleich vor einer richtungsweisenden Offseason. Nach dem Triumph im Super Bowl LX beginnt für den Titelverteidiger die Phase der schwierigen Entscheidungen. Im Zentrum steht dabei der Architekt des Erfolgs: General Manager John Schneider.
Nur sechs Tage nach Bekanntgabe des Verkaufs stellte Schneider beim NFL Scouting Combine in Indianapolis klar, dass sich für ihn operativ nichts ändere. "Lasst uns angreifen, lasst uns Vollgas geben. Für uns ist es ganz normales Tagesgeschäft. Business as usual - und alles dreht sich um Football", sagte Schneider nach einem Gespräch mit Jody Allen.
Auch auf Nachfrage verneinte er, dass Budget oder Free-Agent-Strategie vom Eigentümerwechsel beeinflusst würden. Unklar bleibt allerdings, ob Allen zu Beginn der kommenden Saison noch im Amt sein wird. Der Verkaufsprozess soll laut Mitteilung des Allen-Nachlasses voraussichtlich die gesamte 2026-Offseason andauern.
Dringender als die Eigentümerfrage ist für Seattle jedoch der Kader. Die Seahawks gewannen 14 Spiele in der Regular Season - Franchise-Rekord - sowie drei weitere in den Playoffs und sicherten sich ihre zweite Lombardi Trophy.
Nun stehen sechs zentrale Leistungsträger vor der Free Agency: Super-Bowl-MVP Kenneth Walker III, Rashid Shaheed, Riq Woolen, Josh Jobe, Coby Bryant und Boye Mafe. "Es wird eine Herausforderung sein, dieses Jahr das Puzzle zusammenzusetzen", sagte Schneider. "Wir wollen alle zurückholen."
Mit rund 59 Millionen Dollar effektivem Cap Space verfügt Seattle über eine solide Ausgangslage. Gleichzeitig stehen mögliche Mega-Vertragsverlängerungen für Devon Witherspoon und Jaxon Smith-Njigba im Raum.
Nicht geplant ist laut ESPN-Insider Adam Schefter die Nutzung des Franchise Tags für Kenneth Walker III. Schneider wollte dazu nicht Stellung nehmen.
Auch Quarterback Sam Darnold, der noch zwei Jahre an einen Dreijahresvertrag über 100,5 Millionen Dollar gebunden ist, bleibt ein Faktor in der strategischen Planung.
Während im Hintergrund der Eigentümerwechsel vorbereitet wird, versucht die sportliche Führung, Kontinuität zu wahren. Schneider holt sich sogar Rat von Broncos-GM George Paton, der 2022 einen ähnlichen Prozess durchlief.
mgs