10.04.2026
Top-Talent künftig Verteidiger
Travis Hunter galt als eines der seltenen Two-Way-Talente im modernen Football. Nach einem aggressiven Trade-Up im Draft 2025 planen die Jacksonville Jaguars nun jedoch eine klar definierte Rolle für ihr Top-Talent.

Die Jacksonville Jaguars planen, Travis Hunter künftig primär in der Defense einzusetzen. Laut NFL-Insider Ian Rapoport soll der Second Overall Pick des Drafts 2025 nach vollständiger Genesung von seiner Knieverletzung überwiegend als Cornerback spielen, während Einsätze als Wide Receiver nur situativ vorgesehen sind.
General Manager James Gladstone erklärte zuletzt, dass Hunter im Offseason-Programm noch eingeschränkt trainiert, jedoch rechtzeitig zum Training Camp vollständig einsatzbereit sein soll.
Der 22-Jährige galt bereits im College als Ausnahme-Talent, das sowohl in der Verteidigung als auch in der Offense auf hohem Niveau eingesetzt werden konnte. In seiner Rookie-Saison in Jacksonville kam er deshalb auch in der NFL direkt auf beiden Seiten des Balls zum Einsatz.
Die Jaguars sehen die dauerhafte Doppelrolle nun jedoch offenbar als schwer umsetzbar an. Insbesondere angesichts der physischen Anforderungen einer kompletten NFL-Saison.
Durch die Fokussierung auf eine Hauptposition soll Hunter konstanter eingesetzt werden können und sich gezielter weiterentwickeln, ohne die zusätzliche Belastung eines permanenten Two-Way-Einsatzes tragen zu müssen.
Die Jaguars hatten im Draft 2025 einen kostspieligen Trade mit den Cleveland Browns eingefädelt, um Hunter an Position zwei auszuwählen. Jacksonville gab dafür unter anderem Pick Nr. 5, mehrere Day-2-Picks sowie einen Erstrundenpick 2026 ab.
Die hohe Investition wurde damals natürlich auch damit begründet, dass Hunter als vielseitiger Difference-Maker sowohl die Defense als auch situativ die Offense verstärken könnte.
Da der Second Overall Pick künftig primär als Cornerback eingeplant ist, wirkt der aggressive Trade-Up rückblickend jedoch noch kostspieliger. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die Entwicklung des 22-Jährigen auf dieser Position, damit die Investition langfristig nicht als Draft-Fehler bewertet wird.

Doch genau darin liegt auch die Chance, dass es nicht so weit kommt: Bereits im College wurden insbesondere seine Instinkte in Coverage als NFL-ready bewertet.
Auf der Wide-Receiver-Position hätte neben der physischen Belastung auch zusätzliche Entwicklungszeit eingeplant werden müssen, etwa im Route-Running und im Timing innerhalb komplexer Passing-Offenses.
Auch die aktuelle Besetzung der Wide-Receiver-Position dürfte eine Rolle bei der Entscheidung spielen. Die Jaguars verfügen nach der erfolgreichen vergangenen Saison nämlich über mehrere produktive Optionen im Passspiel. Brian Thomas Jr. kam auf 707 Receiving Yards, während Jakobi Meyers - im Laufe der Saison per Trade verpflichtet - in neun Spielen etwa 500 Yards beisteuerte.
Zudem verzeichnete Parker Washington mit 847 Receiving Yards einen deutlichen Leistungssprung. Die vorhandene Production im Receiver-Room reduziert also zusätzlich den unmittelbaren Bedarf, Hunter regelmäßig offensiv einzusetzen, und erleichtert es dem Team nun, seinen Fokus auf die Cornerback-Position zu legen.
Dadurch erhoffen sich die Jaguars, ihr Top-Talent konstanten Impact liefern zu lassen und ihn gezielter in einer klar definierten Rolle aufzubauen. Offensive Snaps bleiben weiterhin möglich, dürften künftig jedoch eher situativ eingesetzt werden.
mhh