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    NFL

    24.07.2026

    Fan-Kolumne

    Unvergessene Legenden: Carolina Panthers in der Pro Football Hall of Fame

    In weniger als vier Wochen eröffnet das traditionelle Hall of Fame Game zwischen den Carolina Panthers und den Arizona Cardinals die NFL-Preseason. Die Partie findet am 6. August in Canton, Ohio, dem Sitz der Pro Football Hall of Fame, statt. Nur zwei Tage später werden die neuen Mitglieder des Jahrgangs 2026 feierlich aufgenommen. Mit Linebacker Luke Kuechly wird dabei eine weitere Panthers-Legende zum Hall of Famer gekürt. Grund genug, sich in der heutigen Kolumne mit den Mitgliedern der Hall of Fame zu beschäftigen, die in besonderer Weise mit den Carolina Panthers verbunden sind.

    Luke Kuechly prägte die Defense der Carolina Panthers wie kaum ein anderer Spieler und gilt bis heute als einer der besten Linebacker der NFL seiner Generation
    Sieben Pro Bowls, Defensive Player of the Year und Publikumsliebling: Luke Kuechly gehört zu den größten Panthers-Legenden aller Zeiten. IMAGO/USA TODAY Network

    Die Panthers-Legenden

    Mit Julius Peppers wurde 2024 erstmals ein von den Carolina Panthers gedrafteter Spieler in die Hall of Fame aufgenommen. Die Panthers wählten den Defensive End im NFL Draft 2002 an zweiter Stelle aus.

    Bereits seit seiner Jugend galt er als Ausnahmeathlet. Seine Größe und sein außergewöhnliches Bewegungstalent machten ihn nicht erst an der University of North Carolina zu einem herausragenden Basketball- und Footballspieler. 1999 erreichte er mit den UNC Tar Heels das Final Four im College-Basketball. 2004 stand er mit den Panthers im Super Bowl. Bis heute ist Peppers der einzige Athlet, dem beides gelang.

    Er spielte insgesamt 17 Jahre in der NFL, zehn davon für die Carolina Panthers. Mit 159,5 Sacks steht der heute 46-Jährige bis heute auf Platz vier der ewigen NFL-Bestenliste. Bei den Panthers führt er sowohl die Franchise-Rangliste bei den Sacks (97) als auch bei den forced Fumbles (37) an.

    Neun Pro-Bowl-Nominierungen, drei Berufungen ins First-Team All-Pro und zahlreiche weitere Auszeichnungen unterstreichen seine außergewöhnliche Karriere. Darüber hinaus wurde Peppers sowohl in das All-Decade Team der 2000er- als auch in das der 2010er-Jahre gewählt.

    Luke Kuechly - einer der besten seiner Zeit

    Mit Luke Kuechly erhält die Hall of Fame einen weiteren Publikumsliebling der Panthers und einen der außergewöhnlichsten Footballspieler seiner Generation. Nach seiner Aufnahme am 8. August wird Kuechly der erste Spieler der Carolina Panthers sein, der seine gesamte NFL-Karriere in Charlotte verbracht hat.

    Bereits am Boston College zeigte der Linebacker, welch außergewöhnliches Talent in ihm steckte. Während seiner Zeit bei den Boston College Eagles sammelte er zahlreiche Auszeichnungen. Unter anderem führte er die NCAA 2010 und 2011 sowohl bei den Combined Tackles als auch bei den Solo Tackles an. Zudem wurde er 2011 zum ACC Defensive Player of the Year, 2012 zum ACC Athlete of the Year und bereits 2009 zum ACC Defensive Rookie of the Year gewählt. Von 2009 bis 2011 gehörte er dreimal in Folge zum First-Team All-ACC.

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    Diese beeindruckende Sammlung an Auszeichnungen weckte große Hoffnungen auf eine erfolgreiche NFL-Karriere. Die Panthers wählten Kuechly in der ersten Runde an neunter Stelle aus - und der Rookie machte in der NFL genau dort weiter, wo er am College aufgehört hatte.

    Seine Präsenz auf dem Feld, seine Spielintelligenz und seine akribische Vorbereitung auf den jeweiligen Gegner machten ihn zu einem der besten Linebacker seiner Zeit. Teilweise erkannte er Aktionen der gegnerischen Offense, noch bevor der Quarterback den Spielzug angesagt hatte.

    Mit Kuechly als zentralem Bestandteil ihrer Defense erreichten die Panthers in der Saison 2015 zum zweiten Mal den Super Bowl. Seine Auszeichnungen als Defensive Rookie of the Year und Defensive Player of the Year, sieben Pro-Bowl-Nominierungen sowie sein sympathisches Auftreten fernab von Skandalen und Star-Allüren machten ihn zu einem der beliebtesten Panthers-Spieler aller Zeiten.

    Sam Mills und seine einzigartige Football-Reise

    Die Geschichte von Sam Mills ist mehr als beeindruckend. Allein sein Weg als Undrafted Free Agent von den Cleveland Browns über die Canadian Football League zu den New Orleans Saints würde genügend Stoff für mehrere Kolumnen bieten.

    Von 1986 bis 1994 spielte Mills für die Saints. In dieser Zeit wurde er fünfmal in den Pro Bowl und dreimal ins First-Team All-Pro gewählt.

    Er kam erst im Alter von 36 Jahren zu den Panthers und entwickelte sich dort sofort zu einem Führungsspieler der jungen Defense. Mit ihm erreichten die Panthers bereits in ihrer zweiten Saison das NFC Championship Game. Doch das, was ihn bis heute mit den Carolina Panthers verbindet, entstand vor allem während seiner anschließenden Tätigkeit als Trainer in Charlotte.

    Mit seiner berühmten "Keep Pounding"-Rede schuf Sam Mills den bis heute wichtigsten Leitspruch der Carolina Panthers
    Sam Mills (r.) hinterließ bei den Panthers weit mehr als sportliche Erfolge - sein "Keep Pounding"-Mantra prägt die Identität des Franchise bis heute. IMAGO/ZUMA Press Wire

    Ein Vermächtnis für die Ewigkeit

    Mills arbeitete seit 1998 als Defensive Assistant und Linebacker Coach, als er im Sommer 2003 die Diagnose Darmkrebs erhielt. Trotz laufender Behandlung und Bestrahlung setzte er seine Arbeit als Trainer fort.

    Im Januar 2004, einen Tag vor dem Playoffspiel gegen die Dallas Cowboys, hielt er, gezeichnet von seiner Krankheit, eine Motivationsrede vor der Mannschaft, die den Grundstein für die heutige Identität und Kultur der Carolina Panthers legte.

    "Keep Pounding" lässt sich nur schwer direkt ins Deutsche übertragen. Die Aufforderung "Kämpft weiter" kommt der Bedeutung vermutlich am nächsten. Das Mantra ist heute der Schlachtruf der Panthers. Es ist im gesamten Bank of America Stadium präsent und in den Kragen jedes Trikots eingestickt.

    Mills erlag 2005 seiner Krebserkrankung. Seine Trikotnummer 51 ist bis heute die einzige Nummer, die von den Carolina Panthers offiziell nicht mehr vergeben wird. 2022 wurde er posthum in die Hall of Fame aufgenommen.

    Weitere Panthers-Hall-of-Famer

    Es gibt noch eine Handvoll weiterer Spieler mit Panthers-Vergangenheit, die einen Platz in der Hall of Fame haben. Den Großteil ihrer Karriere und ihrer Erfolge erlebten sie allerdings bei anderen Teams, müssen aber natürlich trotzdem kurz genannt und vorgestellt werden.

    Kevin Greene spielte 1996 sowie von 1998 bis 1999 für die Panthers. Gemeinsam mit Sam Mills gehörte er zu den Veteranen, die dem jungen Team den Weg bis ins NFC Championship Game ebneten.

    Greene gehörte zu den dominantesten Pass Rushern seiner Generation. Ursprünglich von den Los Angeles Rams gedraftet, spielte er im Laufe seiner Karriere außerdem für die Pittsburgh Steelers, die San Francisco 49ers und die Carolina Panthers.

    Er führte die NFL zweimal in Sacks an und wurde fünfmal in den Pro Bowl gewählt: einmal als Spieler der Rams, zweimal für die Steelers und zweimal für die Panthers. Greene wurde 2016 in die Hall of Fame aufgenommen und verstarb im Dezember 2020.

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    Defensive End Reggie White spielte im Jahr 2000 seine letzte NFL-Saison für die Panthers. Nachdem er seine Karriere zunächst 1999 beendet hatte, kehrte er noch einmal zurück und verbrachte sein letztes Jahr in Carolina.

    Den größten Einfluss hatte der als "Minister of Defense" bekannte White in den 1980er- und 1990er-Jahren bei den Philadelphia Eagles und den Green Bay Packers. White verstarb 2004 und wurde 2006 posthum in die Hall of Fame aufgenommen.

    Defensive End Jared Allen war Teil der Panthers-Mannschaft von 2015, die in der regulären Saison nur ein Spiel verlor und zum zweiten Mal in der Geschichte der Franchise den Super Bowl erreichte.

    Wie Reggie White spielte auch Allen seine letzte aktive NFL-Saison für die Panthers. Der fünfmalige Pro Bowler und viermalige All-Pro beendete seine dominante zwölfjährige Karriere mit beeindruckenden 136 Sacks. 2025 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen.

    Der bislang letzte Hall of Famer mit Panthers-Bezug ist kein Spieler

    Bill Polian war von 1995 bis 1997 der erste General Manager der Carolina Panthers. Zuvor hatte er von 1986 bis 1992 dieselbe Position bei den Buffalo Bills inne. Während dieser Zeit erreichten die Bills dreimal in Folge den Super Bowl, scheiterten jedoch bei jedem Versuch. Auch im Jahr nach Polians Abschied verloren die Bills das Endspiel.

    Bei den Panthers gelang es Polian, innerhalb kürzester Zeit ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen. Bereits im zweiten Jahr ihres Bestehens gewann die Franchise ihre Division und erreichte das NFC Championship Game.

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    1998 wechselte Polian als Team President zu den Indianapolis Colts. Im selben Jahr wählten die Colts Peyton Manning an erster Stelle des NFL Drafts aus. Polian wurde sechsmal zum NFL Executive of the Year gewählt und aufgrund seiner Leistungen 2015 in die Pro Football Hall of Fame aufgenommen.

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    Moritz Haist