09.08.2026
Tomlin entfachte altes Feuer
Aaron Rodgers war bereits mit seinem Karriereende im Reinen. Mike Tomlin gab ihm jedoch die verlorene Liebe zum Football zurück - ehe die Wiedervereinigung mit Mike McCarthy den 42-Jährigen zu einer letzten Saison bewegte. Auch auf seine schwierige Zeit bei den Jets blickt Rodgers bemerkenswert offen zurück.

Aaron Rodgers liebt den Football wieder. Dass diese Feststellung für einen der besten Quarterbacks der NFL-Geschichte überhaupt erwähnenswert ist, zeigt, wie nah seine Karriere in den vergangenen Jahren mehrfach vor dem Ende stand.
Im Interview mit US-Sender SiriusXM NFL Radio wurde Rodgers vor kurzem gefragt, wie er sich von einem Sport verabschieden könne, den er noch immer liebe. Seine Antwort machte deutlich, weshalb die Saison 2026 dennoch definitiv seine letzte sein soll.
"Ja, ich liebe es", sagte Rodgers. "Aber ich bin auch 42 Jahre alt. Ich spiele seit 22 Jahren in der NFL und habe zuvor drei Jahre am College gespielt. Ich hatte noch nie einen Herbst für mich. Ich möchte mit meiner Frau eine Familie gründen. Irgendwann muss man einfach erkennen, wann die Zeit gekommen ist."
Die Gedanken an einen Rücktritt begleiten den viermaligen MVP bereits seit mehreren Jahren. Immer wieder entschied sich Rodgers jedoch für eine weitere Saison - weil sich neue Möglichkeiten ergaben, die er als Zeichen für eine Fortsetzung seiner Karriere deutete.
Mittlerweile räumt der Quarterback allerdings ein, dass ihn diese Zeichen womöglich nicht immer in die richtige Richtung geführt haben.
"In den vergangenen drei Offseasons gab es immer wieder Momente, in denen ich dachte, dass es vielleicht Zeit ist", erklärte Rodgers. "Aber dann haben sich Türen geöffnet und ich habe versucht, auf die Zeichen zu hören."
Dabei blickte er auch selbstkritisch auf seinen Wechsel zu den New York Jets zurück: "Vielleicht habe ich auf die falschen Zeichen gehört, als ich nach New York gegangen bin. Trotzdem war es eine wertvolle Erfahrung. Ich habe in dieser Zeit viel gelernt und bin dafür dankbar."

Rodgers war 2023 nach 18 Jahren bei den Green Bay Packers zu den Jets gewechselt. Bereits bei seinem vierten Snap für das neue Team riss er sich jedoch die Achillessehne. Nach der langwierigen Reha erreichte er auch in der darauffolgenden Saison nicht mehr dauerhaft sein früheres Niveau.
Erst der Wechsel zu den Pittsburgh Steelers und die Zusammenarbeit mit Mike Tomlin veränderten die Gefühlslage des Quarterbacks grundlegend.
"Ich bin dankbar für das vergangene Jahr mit Coach Tomlin, weil er mir diese Liebe zurückgegeben hat - diese tiefe Liebe zum Spiel", sagte Rodgers. "Der Achillessehnenriss, ein ganzes Jahr Reha und das Gefühl, nie wirklich ich selbst zu sein, zermürben einen irgendwann. Ich wollte nicht, dass meine Zeit in diesem Sport, den ich so sehr liebe, auf diese Weise endet."
Tomlin und seine neuen Teamkollegen sorgten dafür, dass Rodgers wieder Freude am Football fand. Mit 3322 Passing Yards, 24 Touchdowns und nur sieben Interceptions führte er Pittsburgh zu einer Bilanz von 10-7 und zum Gewinn der AFC North.
Die Saison endete dennoch enttäuschend. In der Wild Card Round unterlagen die Steelers den Houston Texans deutlich mit 6:30. Kurz darauf trat Tomlin nach 19 Jahren als Head Coach zurück.
Damit schien zunächst auch Rodgers’ Karriere beendet. Der Quarterback fühlte sich nach seinem Jahr unter Tomlin bereit, den Helm endgültig abzulegen. "Mike und die Zeit mit den Jungs haben mir diese Liebe zurückgegeben", erklärte Rodgers. "Danach war ich eigentlich damit im Reinen, meine Karriere zu beenden."
Dann aber verpflichteten die Steelers ausgerechnet Mike McCarthy als neuen Head Coach. "Da dachte ich: 'Okay, vielleicht brauchen Mike und ich noch diesen einen Kreis, der sich schließt'", schilderte Rodgers.
McCarthy hatte Rodgers bereits von 2006 bis 2018 bei den Green Bay Packers trainiert. Gemeinsam gewannen sie in der Saison 2010 den Super Bowl XLV, in dem Rodgers zum wertvollsten Spieler gewählt wurde.
Für eine letzte gemeinsame Saison kehren beide nun in Pittsburgh zusammen. Rodgers hat bereits unmissverständlich erklärt, dass nach 2026 definitiv Schluss sein wird. Nach den schwierigen Jahren in New York, der wiederentdeckten Leidenschaft unter Tomlin und der überraschenden Wiedervereinigung mit McCarthy soll sich seine außergewöhnliche NFL-Karriere nun ein letztes Mal schließen.
mhh