football-world
    • Football Heute
    • Schlagzeilen
    • Videos
    • Wettbewerbe
  • USA
    • NFL
    • College
    • NFL in Deutschland
  • Europa
    • Football in Europa
  • Deutschland
    • GFL
    • Nationalmannschaft
  • Mehr Football
    • Flag Football
    • Regeln
  • Sonstiges
    • Facebook
    • Instagram
    • Impressum
    • Datenschutz
    • Nutzungsbedingungen
Partner des kicker.de

    NFL

    vor 9 Stunden

    Auf nach Latrobe

    Das Steelers Training Camp 2026: Neue Ära, bekannte Fragen

    Am 28. Juli melden sich die Pittsburgh Steelers zum 59. Mal in Folge vom Saint Vincent College in Latrobe, Pennsylvania. Eine Zahl, die Kontinuität suggeriert - und doch täuscht. Denn was auf dem Chuck Noll Field stattfindet, ist das erste Steelers Camp seit fast zwei Jahrzehnten ohne Mike Tomlin. Was wird sich verändern, was kann man erwarten und wie präsentiert sich Head Coach Mike McCarthy vor den Fans?

    Pittsburgh Steelers Quarterbacks Drew Allar und Will Howard #18 werfen bei den Trainingseinheiten der OTAs.
    Viele Fragen werden beim Trainingscamp der Steelers in Latrobe beantwortet werden. Getty Images

    McCarthy verändert die Atmosphäre - von Anfang an

    Wer die Steelers unter Tomlin kannte, kannte auch seine Camps. Training am Nachmittag, harte Arbeit in der Sommerhitze, ein Coach der allgegenwärtig und schwer greifbar zugleich war, der seine Einheiten mit roher Energie aufzuladen verstand. Tomlin delegierte die Detailarbeit, behielt das Gesamtbild. Es gab Rituale: Seven Shots oder Backs-on-Backers als stimmungsgeladener Klassiker, gehörten bei den Fans zu den zeitlosen Höhepunkten.

    Mike McCarthy macht das anders. Die Einheiten beginnen nun morgens um 11 Uhr - kein Zufall, kein Zugeständnis. McCarthy ist nach eigener Aussage ein Morgenmensch, und sein Camp soll effizienter sein. Wo Tomlin die Umgebung zur Prüfung machte, setzt McCarthy auf strukturierte Intensität auf dem Feld. ESPN berichtete, dass er in den OTAs deutlich hands-on an den Quarterbacks arbeitete - eine bewusste Abkehr von Tomlins Ansatz, der QB-Coaching seinen Assistenten überließ.

    Welche Drills und Formate McCarthy in Latrobe einführt, welche Tomlin-Traditionen er beibehält und welche er einfach verschwinden lässt - das wird einer der interessantesten Beobachtungspunkte der ersten Camp-Woche sein. Backs-on-Backers ohne Tomlin? Das wäre ein stiller, aber symbolischer Schnitt.

    QB-Battle: Die Frage nach der Zukunft

    Aaron Rodgers ist der Starter. Das ist keine Diskussion. Die spannende Frage in Latrobe ist eine andere: Wer spielt danach?

    Mason Rudolph ist nominell noch da. Er ist ein solider QB2, der seinen Platz ausfüllt. Doch Pittsburgh sucht in diesem Camp nicht den verlässlichsten Backup. Pittsburgh sucht seinen nächsten Starter. Und deshalb liegt der echte Fokus auf Will Howard und Drew Allar.

    Das ist ein faszinierendes Battle, gerade weil es so unterschiedliche Typen aufeinandertreffen lässt. Howard - sechste Runde 2025, ein Jahr durch Verletzung verloren, kein einziger NFL-Snap. Aber McCarthy hat ihn explizit gelobt, sein Football-IQ und seine Führungsqualität hervorgehoben. Howard ist ruhig, strukturiert und verfügt über gute Mechanik. Kurz: Er hat das mentale Profil, das man sich für einen Franchise-Quarterback wünscht.

    Allar - dritte Runde 2026, starker Arm, aber inkonsistente Mechanik, die laut Coaching-Staff von Grund auf neu aufgebaut wird. Mehr Draft-Kapital, mehr Commitment. Es ist klar: Aaron Rodgers spielt 2026 seine letzte Saison - doch wie geht es danach weiter?

    Was zu beobachten sein wird: Wer bekommt mehr Reps mit dem First Team? Wer reagiert besser auf das NFL-Tempo? Und was passiert, wenn Allar trotz höherem Draft-Kapital plötzlich Probleme bekommt? Fest steht: Jeder Snap dieser beiden in Latrobe wird ein Diskussionspunkt für Fans und Experten und genauestens beobachtet werden.

    Die Offensive Line: Das Herzstück dieser Saison

    Die Steelers haben in den letzten Drafts konsequent in die Trenches investiert - und in Latrobe werden all diese Investitionen erstmals gemeinsam auf dem Feld stehen.

    Gesetzt sind Zach Frazier in der Mitte, sowie Troy Fautanu und Mason McCormick als Tandem auf der linken Seite. Beide haben in der zweiten Hälfte der Saison 2025 stark gespielt und wechseln jetzt gemeinsam die Seiten. Ihre Chemie ist real, und McCarthy hat bewusst entschieden, dieses Tandem nicht aufzubrechen.

    Der eigentliche Wettbewerb liegt rechts. Dylan Cook hat zum Ende der letzten Saison als Starter übernommen und in den OTAs auf Right Tackle gestartet. Broderick Jones arbeitet sich derweil nach einer Nackenverletzung zurück. Ob und wann er einsatzbereit ist, bleibt die große Unbekannte. Auf der Right-Guard-Position sind sowohl Spencer Anderson und Brock Hoffman als auch der Rookie Gennings Dunker im Rennen.

    Und dann ist da Max Iheanachor - erster Pick der diesjährigen Draftklasse. Als Right-Tackle-Prospect aus Arizona State hat er in den OTAs bereits solide ausgesehen. Er wird in Latrobe nicht sofort starten - aber wenn er überzeugt, könnte er früher als erwartet einen Namen für sich machen.

    Dazu hat O-Line-Coach James Campen - der 15 Jahre lang als solcher in Green Bay an McCarthys Seite stand - klar kommuniziert: Die besten fünf spielen, egal welcher Draftpick sie sind.

    Warum das so entscheidend ist? Pittsburgh hat in den letzten Jahren auf ein physisches Laufspiel gesetzt. Wenn Frazier, Fautanu und McCormick als Kern gesetzt sind und die rechte Seite Stabilität findet, könnte 2026 das Jahr werden, in dem man am Boden endlich einen echten Faktor zurückbekommt - mit Warren und Dowdle, die davon profitieren.

    Die Highsmith-Frage: Pittsburgh hat ein gutes Problem

    In der Defensive war zuletzt viel in Bewegung - Brisker als Safety, Dean als Cornerback, Everette als Rookie. Und trotzdem: Der Kern dieser Defense ist derselbe wie im Vorjahr. T.J. Watt. Cameron Heyward. Joey Porter Jr.

    Pittsburgh Steelers Linebacker Alex Highsmith (56) läuft vom Feld nach dem NFL-Spiel gegen die Baltimore Ravens.
    Alex Highsmith dominierte jahrelang zusammen mit T.J. Watt gegnerische Offenses. IMAGO/Icon Sportswire

    Die heißeste Diskussion des Sommers rankt sich um den Edge-Rusher-Raum. Nick Herbig hat einen Vierjahresvertrag über 100 Millionen Dollar unterschrieben - womit er mehr verdient als Alex Highsmith. Highsmith war zuletzt der nominelle Starter gegenüber von Watt, hat aber in letzter Zeit unter Verletzungen gelitten. Herbig dagegen hat in der Rolle als Rotationsspieler konstant Plays produziert.

    Herbig sollte daher mehr Vertrauen bekommen. Nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Leistung und dem Potenzial. Er ist 24 Jahre alt und hat bereits bewiesen, dass er auf dem Feld Spiele beeinflussen kann. Highsmith ist wertvoll und kein schlechter Spieler - aber wenn man ehrlich ist, lautet die Frage für diese Saison: Herbig und Watt statt Watt und Highsmith?

    Ein Trade ist denkbar. Highsmith hat Marktwert, sein Vertrag läuft noch zwei Jahre. NFL.com-Reporter Ian Rapoport hat für 2026 Entwarnung gegeben - alle drei bleiben. Aber klar ist: Nach dieser Saison wird voraussichtlich einer von beiden gehen: Watt oder Highsmith. Vieles spricht für Herbig in einer größeren Rolle. Das Camp wird zeigen, ob der Coaching Staff das genauso sieht.

    Was bleibt

    Latrobe wird in wenigen Tagen wieder viele Fragen aufwerfen: Welchem Quarterback vertraut Pittsburgh seine Zukunft an? Kann die neue Offensive Line ihren Anspruch einlösen und das Run Game zurückbringen? Gibt Herbig die Antwort auf die Edge-Rusher-Frage, die Pittsburgh noch nicht laut stellen will? Es liegt am Team um Head Coach Mike McCarthy diese zu beantworten.

    Die Hitze in Latrobe wird dieselbe sein wie immer. Ob das Feuer auf dem Feld auch so brennt - das werden wir ab dem 29. Juli sehen.

    Here we go, Steelers. Here we go.

    >> Brady vs. Mahomes: Stellt sich auch im Football bald die GOAT-Frage?
    >> Star-Running-Back pessimistisch: Mixons Football-Karriere könnte zu Ende sein
    >> Stafford knackt 60.000 Yards: Die Top 10 Quarterbacks nach Passing Yards
    >> Warum das Quarterback Rating 2026 keine valide NFL-Statistik mehr ist

    Jonas Wedlich