vor 4 Stunden
500-Millionen-Marke
Patrick Mahomes hat erneut NFL-Geschichte geschrieben. Die Kansas City Chiefs haben ihren Franchise-Quarterback mit einem neuen Rekordvertrag ausgestattet, der erstmals in der Geschichte der Liga die Marke von 500 Millionen Dollar überschreitet. Doch die Auswirkungen dieses Deals gehen weit über Kansas City hinaus.

Auf den ersten Blick handelt es sich lediglich um eine weitere Vertragsverlängerung für den erfolgreichsten Quarterback seiner Generation. Tatsächlich könnte die Einigung zwischen Mahomes und den Chiefs jedoch den gesamten Quarterback-Markt der kommenden Jahre verändern. Denn das neue Arbeitspapier setzt nicht nur finanzielle Maßstäbe, sondern schafft auch eine neue Benchmark für die nächste Generation von NFL-Spielmachern.
Die Chiefs und Mahomes haben sich auf eine Neuverhandlung seines bisherigen Vertrags geeinigt. Dabei werden zwei zusätzliche Jahre an den bestehenden Deal angehängt, wodurch Mahomes nun statt bis 2031 bis einschließlich der Saison 2033 an die Organisation gebunden ist.
Der neue Vertrag besitzt einen Gesamtwert von 504,75 Millionen Dollar über die kommenden acht Jahre. Durch Boni und weitere Vertragsmechanismen kann das Volumen sogar auf bis zu 522,25 Millionen Dollar anwachsen.
Besonders bemerkenswert ist dabei das neue Jahresgehalt. Mahomes wird künftig durchschnittlich rund 63 Millionen Dollar pro Saison verdienen. Damit übertrifft er den bisherigen NFL-Rekord von Dak Prescott, der bislang mit durchschnittlich 60 Millionen Dollar pro Jahr der Topverdiener der gesamten NFL war.
Als Mahomes 2017 von den Chiefs gedraftet wurde, unterschrieb er zunächst seinen Rookie-Vertrag über rund 16,4 Millionen Dollar verteilt auf vier Jahre.
Nach seinem kometenhaften Aufstieg folgte 2020 bereits der erste historische Vertrag. Damals statteten die Chiefs ihren Superstar mit einem Zehnjahresvertrag über insgesamt 450 Millionen Dollar aus. Das entsprach einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 45 Millionen Dollar und stellte damals ebenfalls einen neuen NFL-Rekord dar. Sechs Jahre später wirkt selbst dieser Vertrag inzwischen überholt.
Die Quarterback-Gehälter sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, während Mahomes trotz seiner Erfolge finanziell immer weiter vom oberen Ende des Marktes entfernt wurde. Die aktuelle Anpassung sorgt nun dafür, dass sein Gehalt wieder seinem Status innerhalb der Liga entspricht.
Für viele Beobachter ist Mahomes längst das Gesicht der NFL. Der inzwischen 30-Jährige verfügt bereits über einen Lebenslauf, von dem die meisten Quarterbacks nur träumen können.
Nachdem er seine Rookie-Saison größtenteils auf der Bank verbracht hatte, übernahm er 2018 die Rolle des Starting Quarterbacks in Kansas City. Seitdem gewann er zwei MVP-Auszeichnungen, führte die Chiefs zu drei Super-Bowl-Titeln und wurde dreimal zum Super Bowl MVP gewählt.
Kaum ein Spieler hat die NFL der vergangenen Jahre so geprägt wie Mahomes. Entsprechend wenig Diskussionen dürfte es darüber geben, ob er einen Vertrag dieser Größenordnung verdient hat.
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Viel spannender als die Summe selbst ist jedoch die Signalwirkung des Vertrags. Mahomes ist nach Dak Prescott erst der zweite Quarterback der NFL-Geschichte, der die Marke von 60 Millionen Dollar pro Jahr überschreitet. Gleichzeitig setzt er die neue Messlatte für sämtliche zukünftigen Vertragsverhandlungen auf dieser Position.
In den vergangenen Jahren hatte sich Prescott mit seinem Vertrag deutlich vom restlichen Markt abgesetzt. Während er 60 Millionen Dollar pro Jahr verdiente, lagen andere Top-Quarterbacks trotz neuer Verträge meist im Bereich von 55 Millionen Dollar oder darunter. Kein Team neben den Dallas Cowboys hat sich bisher getraut, die Marke von 55 Millionen Dollar pro Jahr zu überbieten.
Mit dem Mahomes-Vertrag ist diese Grenze nun endgültig gefallen.

Vor allem junge Quarterbacks werden den neuen Vertrag genau analysieren. Spieler wie Caleb Williams, Drake Maye, Jayden Daniels oder C.J. Stroud befinden sich noch auf ihren Rookie-Verträgen. Sollten sie sich in den kommenden Jahren nicht nur weiter als Franchise-Quarterbacks ihrer Teams etablieren, sondern auch ligaweit als Elite-Quarterbacks angesehen werden, wird Mahomes' Vertrag als Ausgangspunkt ihrer Verhandlungen dienen.
Denn in der NFL erhält nicht zwangsläufig der beste Quarterback den höchsten Vertrag. Häufig entscheidet vielmehr der Zeitpunkt der Verhandlungen. Wer zu den besten Spielmachern der Liga gehört und zum richtigen Zeitpunkt einen neuen Vertrag unterschreibt, wird in der Regel die bisherige Bestmarke übertreffen. Genau deshalb könnte Mahomes' Rekord schon bald erneut gebrochen werden.
Der neue Deal zeigt vor allem eines: Die Zukunft des Quarterback-Marktes liegt deutlich oberhalb der 60-Millionen-Dollar-Grenze. Noch vor wenigen Jahren galten 50 Millionen Dollar pro Saison als unvorstellbar. Heute bewegen sich die besten Quarterbacks der Liga bereits deutlich darüber. Die nächste Generation an Spielmachern wird diese Entwicklung aller Voraussicht nach weiter vorantreiben.
Für die Teams bedeutet das eine immer größere Herausforderung beim Aufbau ihrer Kader, denn diese gigantischen Verträge müssen im Teambuilding-Prozess der NFL weiterhin unter dem Salary Cap untergebracht werden. Für die Quarterbacks hingegen ist Mahomes' neuer Vertrag ein weiterer Beweis dafür, wie wertvoll Elite-Spielmacher im modernen Football geworden sind.
Patrick Mahomes hat mit seinem neuen Vertrag nicht nur einen weiteren Rekord aufgestellt. Er hat auch die nächste Entwicklungsstufe des Quarterback-Marktes eingeläutet.
Die erste Vereinbarung über mehr als 500 Millionen Dollar in der NFL-Geschichte dürfte in den kommenden Jahren als Referenzpunkt für nahezu jede große Quarterback-Verhandlung dienen. Und wenn die jüngsten Talente der Liga ihre Entwicklung fortsetzen, könnte selbst dieser Rekord schneller fallen, als viele heute erwarten.
val