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    NFL

    vor 1 Tag

    Die größten Fragezeichen

    Von Mahomes bis Rodgers: Diese 16 Fragen könnten die AFC entscheiden

    Die Offseason hat viele Fragen beantwortet, aber längst nicht alle. Free Agency, Draft und Coaching-Wechsel haben neue Hoffnung geschaffen, gleichzeitig aber auch neue Unsicherheiten entstehen lassen. Mit noch rund drei Monaten bis zum Saisonstart gibt es in der AFC für jedes Team mindestens eine zentrale Frage, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden könnte.

    Quarterback Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs läuft bei den Spieler-Vorstellungen vor dem NFL-Spiel gegen die Washington Commanders ins Arrowhead Stadium in Kansas City ein (American Football, USA)
    Die Gesundheit von Patrick Mahomes ist eine der größten Fragen der NFL-Offseason. IMAGO/Imagn Images

    Ganz egal, welche Kaderentscheidungen oder Coaching-Wechsel ein Team in der NFL-Offseason vollzogen hat, am Ende bleiben immer offene Fragen. Rund drei Monate vor dem Start der NFL-Saison 2026 steht jedes AFC-Franchise vor mindestens einer davon. Manche davon könnten über den Super Bowl entscheiden, andere über die Zukunft ganzer Organisationen.

    Steelers: Wie gut ist Aaron Rodgers wirklich noch?

    Der 42-jährige Quarterback kehrt für seine letzte NFL-Saison zurück. Ohne Frage gehört Aaron Rodgers in die Hall of Fame. Für viele Experten ist er sogar der talentierteste reine Passer, den die NFL jemals gesehen hat. Tom Brady war der größte Quarterback aller Zeiten, darüber gibt es kaum Diskussionen. Doch wenn es ausschließlich um Armtalent und die Fähigkeit geht, Würfe aus allen Winkeln des Feldes anzubringen, dann lässt sich durchaus argumentieren, dass Rodgers in dieser Kategorie die Nase vorn hatte.

    Doch seine letzte MVP-Saison liegt inzwischen fünf Jahre zurück. 2021 war das letzte Mal, dass wir Rodgers auf absolutem Elite-Niveau gesehen haben. Seine Boxscore-Zahlen waren auch in den vergangenen Jahren noch solide, doch das gewohnte MVP-Level erreichte er nicht mehr.

    Dabei scheint das Problem nicht körperlicher Natur zu sein. Rodgers hat im Gegensatz zu Peyton Manning oder Drew Brees kaum sichtbar an Armstärke verloren. Er kann noch immer jeden Wurf der NFL machen. Vielmehr wirkt es teilweise so, als würde er dem Spiel nicht mehr vollständig vertrauen. Er wirft den Ball schneller weg, liest das Feld nicht mehr so konsequent wie früher und spielt deutlich vorsichtiger.

    Die große Frage lautet nun, wie sehr die Reunion mit Mike McCarthy helfen kann. Fühlt sich Rodgers in einem vertrauten System wieder wohler? Oder ist McCarthys Offense selbst nicht mehr auf die moderne NFL ausgelegt? Es ist das letzte Kapitel einer legendären Karriere. Wie erfolgreich es wird, bleibt abzuwarten.

    Bengals: Wie gut ist die neue Defense?

    Die Bengals haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass Joe Burrow eine Elite-Offense anführen kann. Das Problem lag fast immer auf der anderen Seite des Balls. Vergangene Saison stellte Cincinnati die drittschlechteste Scoring Defense der NFL. Auch 2024 gehörte die Einheit bereits zu den schwächsten der Liga. Entsprechend aggressiv ging das Front Office in dieser Offseason vor. Mit Dexter Lawrence gelang ein Blockbuster-Trade für einen der besten Defensivspieler der NFL. Dazu kamen Boye Mafe, Jonathan Allen und Bryan Cook. Auch die ersten beiden Draftpicks wurden in die Defense investiert.

    Auf dem Papier sieht diese Einheit deutlich besser aus als in den Vorjahren. Niemand erwartet, dass die Bengals plötzlich eine Top-5-Defense stellen. Aber wenn die Gruppe den Sprung vom unteren Ligadrittel ins Mittelfeld schafft, könnte das bereits reichen. Denn wenn Burrow gesund ist, liefert die Offense fast automatisch.

    Ravens: Wie lange braucht Jesse Minter, um 18 Jahre Harbaugh vergessen zu machen?

    Mit Jesse Minter beginnt in Baltimore eine neue Ära. Gleichzeitig übernimmt Declan Doyle die Offense als neuer Coordinator. Die Ravens verlieren damit einen der erfolgreichsten Head Coaches der vergangenen zwei Jahrzehnte. John Harbaugh gewann zwar nie einen Super Bowl mit Lamar Jackson, doch kaum ein Team war über Jahre hinweg so konstant erfolgreich.

    Minter bringt einen beeindruckenden Ruf als Defensivstratege mit. Auf jeder Ebene des Footballs, auf der er zuletzt gearbeitet hat, gehörten seine Defenses zu den besten des Wettbewerbs. Wenn es ihm gelingt, Baltimore defensiv wieder zu einer Elite-Einheit zu formen und Lamar Jackson die Offense auf MVP-Niveau bewegt, bleiben die Ravens einer der gefährlichsten Anwärter der AFC.

    NFL-Coach Jesse Minter posiert gemeinsam mit Familienangehörigen nach einer Pressekonferenz im Under Armour Performance Center in Owings Mills, Maryland (American Football, USA)
    Jesse Minter ist der neue Head Coach der Ravens. Lexi Thompson-Imagn Images

    Browns: Wer wird Starting Quarterback?

    Die Browns befinden sich weiterhin im Quarterback-Limbo. Shedeur Sanders beendete die vergangene Saison als Starter und kämpft unter Todd Monken um die Rolle. Gleichzeitig ist Deshaun Watson wieder gesund und konkurriert um denselben Job.

    Watsons Vertrag läuft nach der kommenden Saison aus und es erscheint nahezu ausgeschlossen, dass Cleveland ihn über die Saison 2026 hinaus halten wird. Gleichzeitig besitzen die Browns nach dem Myles-Garrett-Trade zusätzliche Draftmunition für die Zukunft.

    Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wer läuft die Saison als Starting Quarterback auf? Und sollte es Sanders sein, kann er genug zeigen, um die Browns davon zu überzeugen, keinen weiteren Quarterback früh im Draft auszuwählen? Oder ist keiner der Quarterbacks, die sich aktuell im Positionskampf um den Titel des QB1 befinden, nächstes Jahr noch Teil der Browns?

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    Titans: Kann das neue Trainerteam sofort alles verändern?

    Die Titans setzen voll auf ihren Neustart. Robert Saleh übernimmt als Head Coach und gilt seit Jahren als einer der angesehensten Defensivtrainer der Liga. Seine Defenses gehörten regelmäßig zu den besten der NFL.

    Auf der anderen Seite des Balls soll Brian Daboll den nächsten Entwicklungsschritt von Cam Ward einleiten. Ward zeigte als Nummer-1-Pick des Drafts 2025 bereits vielversprechende Ansätze.

    Die Hoffnung in Tennessee ist klar: Ward soll die Entwicklung nehmen, die Josh Allen unter Daboll in Buffalo durchlief. Die Titans haben massiv in ihre Receiver-Gruppe investiert und alles dafür getan, ihrem jungen Quarterback bessere Voraussetzungen zu bieten.

    Jaguars: Was ist der nächste Schritt für Trevor Lawrence?

    Die Verpflichtung von Liam Coen erwies sich bereits im ersten Jahr als voller Erfolg. Lawrence führte Jacksonville zu einer 13-4-Saison, gewann die AFC South und zeigte seinen Kritikern, warum er damals ein First Overall Pick war. Nun stellt sich die unvermeidbare Frage: Was kommt als Nächstes?

    Brian Thomas Jr., Jakobi Meyers, Parker Washington und die Rückkehr von Travis Hunter geben Lawrence so viele Waffen wie nie zuvor. Alles andere als ein gleichbleibendes Niveau aus dem Vorjahr wäre eine Enttäuschung, aber vielleicht gibt es noch einen Schritt nach vorne.

    Wenn Coen die Entwicklung seines Quarterbacks fortsetzen kann, besitzen die Jaguars das Potenzial, sich dauerhaft in der Spitzengruppe der AFC festzusetzen.

    Quarterback Trevor Lawrence und Head Coach Liam Coen von den Jacksonville Jaguars an der Seitenlinie während des Wild-Card-Playoffspiels gegen die Buffalo Bills in Jacksonville, Florida (NFL Playoffs, USA)
    Wie wird Jahr 2 in Jacksonville laufen? IMAGO/ZUMA Press Wire

    Texans: Ist C.J. Stroud wirklich der Franchise-Quarterback der Zukunft?

    Die Karriere von C.J. Stroud verläuft bislang in die falsche Richtung. Nach einer herausragenden Rookie-Saison wurde er jedes Jahr etwas schlechter. Der bisherige Tiefpunkt seiner Karriere war die Divisional-Round-Niederlage der vergangenen Saison gegen die Patriots, die er mit vier Interceptions beendete.

    2026 ist deshalb ein Schlüsseljahr. Stroud ist mittlerweile für eine Vertragsverlängerung berechtigt. Wenn er den großen Franchise-Vertrag erhalten möchte, muss er wieder näher an das Niveau seiner Rookie-Saison herankommen.

    Colts: War Daniel Jones wirklich die richtige Entscheidung?

    Die Colts haben sich festgelegt. Statt auf einen neuen Quarterback zu setzen, hielten sie Daniel Jones mit einer Vertragsverlängerung über zwei Jahre und 88 Millionen Dollar in Indianapolis.

    Bevor ihn seine Verletzung stoppte, spielte Jones die beste Football-Saison seiner Karriere. Doch seine Historie zeigt auch, dass Verletzungen immer wieder ein Problem darstellen.

    Die Colts haben ihre Zukunft erst einmal auf Jones gesetzt. Jetzt müssen sie hoffen, dass diese Entscheidung richtig war.

    Bills: War Sean McDermott wirklich das Problem?

    Sean McDermott ist nicht länger Head Coach der Buffalo Bills. Joe Brady wurde intern befördert und übernimmt nun die Verantwortung. Die Bills gehörten unter McDermott über Jahre hinweg zu den erfolgreichsten Teams der NFL. Nur die Chiefs gewannen seit 2020 mehr Spiele.

    Die große Frage lautet nun, ob ein neuer Impuls an der Spitze ausreicht, um endlich den letzten Schritt Richtung Super Bowl zu machen.

    Quarterback Josh Allen von den Buffalo Bills spricht vor dem AFC Divisional Round Playoff-Spiel gegen die Baltimore Ravens mit Offensive Coordinator Joe Brady im Highmark Stadium in Orchard Park, New York (NFL Playoffs, USA)
    Das Duo bleibt zusammen: Joe Brady (links) und Josh Allen (rechts) IMAGO/Imagn Images

    Patriots: Kann A.J. Brown Drake Maye noch besser machen?

    Drake Maye machte in seinem zweiten NFL-Jahr einen gewaltigen Sprung. Auf dem Weg zum Super Bowl brach er mehrere Franchise-Rekorde, die zuvor Tom Brady gehört hatten. Nun bekommt er mit A.J. Brown einen der besten Receiver der gesamten Liga an die Seite.

    Wie gut dieses Duo funktioniert, könnte maßgeblich darüber entscheiden, ob die Patriots erneut zu den Topteams der AFC gehören.

    Dolphins: Hat Malik Willis überhaupt eine Chance auf Erfolg?

    Die Dolphins überraschten viele Beobachter mit der Verpflichtung von Malik Willis. Gleichzeitig verlor Miami mit Tyreek Hill und Jaylen Waddle seine beiden besten Receiver. Der neue Quarterback muss nun mit einer Receiver-Gruppe arbeiten, die vielleicht die schwächste der gesamten Liga ist.

    Die Frage lautet deshalb nicht nur, wie gut Willis ist, sondern auch, ob sein Umfeld überhaupt gut genug ist, um erfolgreich zu sein.

    Jets: Welchen Geno Smith bekommen die Jets?

    Geno Smith kehrt zurück an den Ort, an dem seine Karriere einst begann. Nach schwierigen Jahren in New York und Los Angeles fand er in Seattle schließlich seinen Durchbruch. Doch sein anschließendes Abenteuer bei den Raiders entwickelte sich zur Katastrophe.

    Nun erhält er bei den Jets eine letzte Chance. Welche Version von Geno Smith auftaucht, könnte nicht nur über die Saison der Jets entscheiden, sondern über seine gesamte Zukunft in der NFL.

    Quarterback Geno Smith von den New York Jets während des NFL-Spiels gegen die Baltimore Ravens im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey (American Football, USA)
    Geno Smith hat früher schon das Jets-Trikot getragen. imago/Icon SMI

    Chiefs: Wann spielt Patrick Mahomes wieder wie Patrick Mahomes?

    Zum ersten Mal in der Mahomes-Ära verpassten die Chiefs die Playoffs. Dazu kam dann auch noch die schwere Knieverletzung des Star-Quarterbacks. Danach wurde die gesamte Organisation mit einer neuen Realität konfrontiert.

    Die Berichte über seine Reha sind positiv. Eine Rückkehr in Week 1 scheint realistisch. Doch die eigentliche Frage lautet nicht, wann Mahomes zurückkommt. Die Frage lautet, wann er auf dem Platz wieder wie der Patrick Mahomes spielt, den die NFL-Welt gewohnt ist.

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    Raiders: Wann übernimmt Fernando Mendoza?

    Die Raiders betonen weiterhin, dass Fernando Mendoza Zeit bekommen soll. Kirk Cousins wurde als Brückenlösung verpflichtet, während der Rookie lernen und sich entwickeln soll.

    Doch die NFL funktioniert selten nach Plan. Wenn die Niederlagen kommen, steigt der Druck. Und genau deshalb dürfte die Frage nicht sein, ob Mendoza 2026 spielt, sondern wann.

    Chargers: Kann Mike McDaniel Justin Herbert auf ein neues Level heben?

    Mike McDaniel hat bereits gezeigt, was er mit Quarterbacks anstellen kann. Unter ihm entwickelte sich Tua Tagovailoa zu einem der produktivsten Passer der NFL. Nun arbeitet McDaniel mit Justin Herbert zusammen, der sich auch ohne ihn als einer der besten Quarterbacks der Liga etabliert hat.

    Und Herbert bringt noch mehr physische Voraussetzungen mit als Tagovailoa. Wenn die Offensive Line gesund bleibt, könnte dies die beste Saison von Herbert überhaupt werden.

    Head Coach Jim Harbaugh von den Los Angeles Chargers begrüßt den damaligen Head Coach Mike McDaniel von den Miami Dolphins vor dem NFL-Spiel im Hard Rock Stadium in Miami Gardens (American Football, USA)
    Jim Harbaugh (links) und Mike McDaniel (rechts) coachen dieses Jahr zusammen die Chargers. IMAGO/Imagn Images

    Broncos: Ist Jaylen Waddle das fehlende Puzzlestück?

    Die Broncos gehörten bereits vergangene Saison zu den besten Teams der NFL. Viele Beobachter glauben sogar, dass Denver mit einem gesunden Bo Nix im AFC Championship Game den Super Bowl hätte erreichen können.

    Nun kommt mit Jaylen Waddle ein neuer Star-Receiver hinzu. Der Großteil des Kaders blieb zusammen. Bo Nix dürfte einen weiteren Entwicklungsschritt machen. Deshalb lautet die letzte große Frage der AFC: Ist Jaylen Waddle das fehlende Puzzlestück für den ganz großen Wurf?

    Einordnung

    Die AFC geht so ausgeglichen wie lange nicht mehr in die Saison 2026. Fast jedes Team besitzt berechtigte Hoffnungen auf eine erfolgreiche Saison. Gleichzeitig trägt nahezu jedes Franchise eine Frage mit sich herum, die seine gesamte Spielzeit definieren könnte. Dazu kommt die Dynamik der Top-Quarterbacks rund um Mahomes, Burrow und Jackson, die im vergangenen Jahr allesamt die Playoffs verpasst haben.

    Die Antworten auf diese 16 Fragen werden nicht nur die AFC prägen. Sie könnten am Ende maßgeblich darüber entscheiden, wer im Februar den Super Bowl in Los Angeles gewinnt.

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