vor 3 Stunden
Mahomes zurück, Playoffs zurück?
Die Kansas City Chiefs haben nicht nur mit Patrick Mahomes den vielleicht bekanntesten Quarterback der NFL in ihren Reihen, sondern waren in den vergangenen Jahren seit seiner Übernahme als Starter auch das erfolgreichste Team der Liga. Doch vergangene Saison geriet die aufgebaute Dynastie erstmals in der Mahomes-Ära ins Wanken. Mit einer Bilanz von 6-11 verpassten die Chiefs nicht nur die Playoffs, sondern verloren gegen Ende einer ohnehin enttäuschenden Saison auch noch ihren Star-Quarterback durch eine schwere Knieverletzung.

Mahomes befindet sich inzwischen auf dem Weg der Besserung nach seinem Kreuzbandriss, und Stand jetzt sieht es gut aus, dass er sein Team bereits in Week 1 der neuen NFL-Saison wieder aufs Feld führen kann. Und nicht nur er dürfte höchstmotiviert sein, die enttäuschende Saison aus dem Vorjahr hinter sich zu lassen. An seiner Seite stehen weiterhin einer der besten Tight Ends aller Zeiten in Travis Kelce sowie mehrere weitere Starspieler.
Dazu kommt ein Hall-of-Fame-Coaching-Staff, dessen Namen irgendwann im elitärsten Kreis der NFL verewigt werden dürften. Mit Andy Reid als Head Coach und Steve Spagnuolo als Defensive Coordinator verfügen die Chiefs weiterhin über eines der besten Trainerteams der Liga.
Zwar mussten die Chiefs einige hochkarätige Abgänge verkraften, gleichzeitig haben sie sich aber auch gezielt verstärkt. Ganz oben auf der Liste der Neuzugänge steht Super-Bowl-MVP Kenneth Walker.
Auch wenn die Chiefs nach der enttäuschenden Saison einen kleinen Umbruch durchlaufen, sollte das Team mit Mahomes und Reid keinesfalls unterschätzt werden. Denn es ist noch gar nicht so lange her, dass Kansas City seinen Star-Receiver Tyreek Hill per Trade nach Miami abgab und viele Beobachter glaubten, die Chiefs könnten erstmals in der Mahomes-Ära nicht mehr ganz oben mitspielen.
Die Antwort auf diese Kritik war ein Super-Bowl-Sieg direkt in der darauffolgenden Saison, als Mahomes auch ohne Hill die Eagles in einem spektakulären Endspiel mit 38:35 besiegte. Und damit nicht genug: Im Jahr darauf gewann Kansas City erneut den Super Bowl, diesmal knapp gegen die San Francisco 49ers.
Es wäre also nicht das erste Mal, dass sich die Chiefs nach außen hin in einem kleinen Umbruch befinden und am Ende trotzdem wieder ganz oben mitspielen. Ob das auch dieses Jahr so läuft, bleibt abzuwarten. Genau deshalb lohnt sich ein Blick darauf, wie die Saison 2026 für die Chiefs verlaufen könnte.
Anmerkung: In diesem Szenario wird davon ausgegangen, dass Patrick Mahomes zu Week 1 fit ist und die gesamte Saison als Starter zur Verfügung steht.
Die Chiefs starten die Saison mit einem Monday-Night-Football-Spiel gegen den Divisionsrivalen Denver Broncos. Die Broncos waren vergangene Saison nicht nur Erster der AFC West, sondern der gesamten AFC.
Kansas City bekommt damit direkt zu Beginn eines der schwierigsten Spiele der gesamten Saison. Das Ergebnis dieser Partie könnte sogar noch Monate später Auswirkungen haben, wenn mögliche Tiebreaker über die Platzierungen in der AFC entscheiden.
Im ersten Spiel nach seiner Verletzung trifft Mahomes auf ein eingespieltes Broncos-Team, das den Großteil seines starken Kaders aus dem Vorjahr zurückbringt und sich gleichzeitig noch mit Star-Receiver Jaylen Waddle prominent verstärkt hat. In diesem Szenario ziehen die Chiefs noch den Kürzeren. Die Aufgabe ist schlicht zu groß für ein Team, dessen Quarterback zunächst den Rost und die Folgen seiner Verletzung abschütteln muss.
Die verbleibenden beiden Spiele gegen die Colts zuhause und auswärts bei den Dolphins gewinnen die Chiefs allerdings, sodass sie mit einer Bilanz von 2-1 in den Oktober starten.
Das erste Spiel im Oktober führt die Chiefs zu den Las Vegas Raiders. Stand jetzt ist noch nicht klar, wer die Raiders als Starting-Quarterback aufs Feld führen wird. Ist es Kirk Cousins oder First Overall Pick Fernando Mendoza?
So oder so sollten die Chiefs dieses Spiel gewinnen und mit drei Erfolgen in Serie in ihre Bye Week gehen. Die spielfreie Woche kommt in Week 5 sehr früh, gibt Mahomes und Co. aber die Möglichkeit für einen Reset und verschafft ihnen einen wichtigen Vorteil im Divisionsduell mit den Chargers in Week 6.
Besonders positiv für Kansas City: Andy Reid besitzt in seiner Karriere einen beeindruckenden Record von 22-5 nach einer Bye Week. Auch wenn die Chiefs vergangene Saison direkt nach ihrer Woche Pause gegen die Broncos verloren haben, setzt sich hier der langfristige Trend durch und Kansas City gewinnt in Los Angeles.
Anschließend wartet allerdings der amtierende Super-Bowl-Champion aus Seattle. Diese Aufgabe geht für die Chiefs nicht gut aus. Mit einer Bilanz von 4-2 starten die Chiefs in den November.
Direkt zu Beginn des Monats steht das Rückspiel bei den Denver Broncos an. Im Mile High Stadium gelingt den Chiefs ebenfalls kein Sieg. Doch die zweite Niederlage in Folge dient dem Team als wichtiger Reality-Check. Das Comeback zurück in den Super Bowl wird deutlich schwieriger, als die ersten Wochen vermuten ließen.

Mit einer Bilanz knapp über .500 beginnt anschließend ein Abschnitt des Spielplans, der Kansas City deutlich entgegenkommt. Die Chiefs gewinnen gegen die Jets, setzen sich anschließend in Atlanta durch und schlagen danach zuhause die Arizona Cardinals.
Mit einem Record von 7-3 gehen die Chiefs anschließend in eine kurze Woche. Im Thursday-Night-Football-Spiel wartet auswärts die Bills Mafia. Das Duell zwischen Josh Allen und Patrick Mahomes entwickelte sich in den vergangenen Jahren zu einer der größten Rivalitäten der NFL. Während Mahomes in den Playoffs die Oberhand behielt, war Allen in der Regular Season häufig erfolgreicher.
Dieser Trend setzt sich auch hier fort. Kansas City verliert in Buffalo und geht mit 7-4 in den Dezember.
Zum Monatsbeginn müssen die Chiefs direkt nach Los Angeles reisen und gegen die Rams antreten. Das Team aus L.A. ist vom Kader her schlicht zu stark. Matthew Stafford und Sean McVay bezwingen Mahomes und Reid überraschend deutlich.
Auch wenn die Chiefs anschließend eine Mini-Bye zur Erholung erhalten, wartet in Week 14 bereits Joe Burrow in Cincinnati mit seinen Bengals. Das AFC-North-Team fügt Kansas City die nächste Niederlage zu.

Mit drei Niederlagen in Folge kehren die Chiefs schließlich nach Hause zurück, um kurz vor Weihnachten die New England Patriots zu empfangen.
Weihnachten in Kansas City wird jedoch nicht nur rot, sondern auch erfolgreich. Die Chiefs beenden ihre Negativserie mit einem Statement-Sieg gegen das Super-Bowl-Team aus dem Vorjahr und gehen mit guter Stimmung in die Feiertage.
Doch lange genießen können sie diesen Erfolg nicht. Mit den 49ers wartet direkt das nächste Topteam. Brock Purdy und Co. sorgen schließlich auch dafür, dass die Festtagsstimmung nicht lange anhält und die Euphorie nicht mit ins neue Jahr getragen werden kann.
Die letzten beiden Spiele der Regular Season stehen ganz im Zeichen der AFC West. Zunächst reisen die Chiefs zu den Chargers, bevor zuhause gegen die Raiders der Saisonabschluss wartet.
Mit einer Bilanz von 8-7 und mitten im Kampf um die letzten Playoff-Plätze kommt es zum entscheidenden Duell mit den Chargers, die ebenfalls dringend einen Sieg benötigen. Da Kansas City das Hinspiel gewonnen hat, könnte ein weiterer Erfolg wichtige Tiebreaker zugunsten der Chiefs entscheiden. Dazu kommt es allerdings nicht.
Diesmal besitzt Andy Reid nicht den Vorteil einer Bye Week, und die Chargers-Offense hatte inzwischen 15 Spiele Zeit, ihren Rhythmus zwischen dem neuen Playcaller Mike McDaniel und Star-Quarterback Justin Herbert zu finden. Zu diesem Zeitpunkt gehört sie zu den besten Units der NFL.
Kansas City verliert und geht mit einer Bilanz von 8-8 in das Saisonfinale gegen die Raiders.
Fernando Mendoza führt Las Vegas inzwischen als Starting-Quarterback aufs Feld, doch in diesem Spiel zeigt Mahomes noch einmal seine ganze Klasse. Für die Chiefs zählt nur ein Sieg, um überhaupt eine Chance auf die Playoffs zu haben.
Da die Broncos die AFC West bereits gewonnen haben, bleibt Kansas City nichts anderes übrig, als seine Hausaufgaben zu erledigen und darauf zu hoffen, dass es im Ligavergleich für einen Wildcard-Platz reicht. Und das tun sie.
Doch anschließend beginnt das große Warten auf die Ergebnisse der Konkurrenz. Am Ende reicht es jedoch hauchdünn für den Einzug in die Playoffs.
Auch wenn die Saison alles andere als perfekt verlaufen ist, sichern sich die Chiefs das Playoff-Ticket. Und ab diesem Moment gilt wie jedes Jahr: Niemand möchte in den Playoffs gegen Patrick Mahomes und die Kansas City Chiefs antreten.
val

