18.06.2026
Strafe umgangen
Bei den Tampa Bay Buccaneers läuft zurzeit das Minicamp. Bei den verpflichtenden Einheiten ist ein Star-Spieler aber nur dabei statt mittendrin: Vita Vea drückt seine Unzufriedenheit über seinen Vertrag mit einem Hold-In aus.

Die Einheiten bei den Tampa Bay Buccaneers laufen. Receiver rennen über den Platz, Quarterbacks werfen Bälle und die Defense trainiert Tackling und Pursuit Doch ein Starspieler des Teams steht lediglich am Rand und beobachtet die Übungen. Doch der Grund ist keine Verletzung, keine Ruhephase oder Auszeit. Vita Vea ist unzufrieden mit seinem Vertrag und nimmt deshalb nicht an den Trainingseinheiten aktiv teil - ein sogenannter Hold-In.
Während einige Spieler, die einen neuen Vertrag oder einen Trade fordern, zu drastischen Maßnahmen greifen, gibt es auch weniger drastische Mittel, an sein Ziel zu kommen. Bei einem Holdout bleiben Starspieler dem Training komplett fern und halten sich oftmals an anderen Orten fit. Damit wollen sie das Team unter Druck setzen. Bei verpflichtenden Trainingseinheiten, wie dem Minicamp, müssen die Spieler jedoch eine vertraglich festgesetzte Strafe zahlen, wenn sie nicht zum Training erscheinen.
Eine andere Möglichkeit ist der Hold-In. Spieler, die sich diese Strafzahlungen nicht leisten können oder wollen, erscheinen zu den verpflichtenden Trainingseinheiten. Um dennoch Druck auf das Franchise auszuüben, nehmen sie an den Übungen allerdings nicht teil. Damit setzen sie zwar ein weniger eindrucksvolles Zeichen, als bei einem Holdout, müssen dafür aber auch keine Strafe zahlen.
Vita Vea spielt die kommende Saison mit der Gewissheit, dass sein Vertrag nach der Saison ausläuft. In seinem letzten Jahr eines Vierjahresvertrags mit einem Gehalt von 71 Millionen Dollar, stehen dem Nose Tackle 17 Millionen Dollar zu. Das Problem: Kein Dollar seines Gehalts ist garantiert. Sein Jahresgehalt für die Saison 2026 hängt also von Veas Leistung, Verfügbarkeit und Gesundheit ab. Der 31-Jährige hofft auf eine erneute Verlängerung oder zumindest eine Anpassung seines Vertrags.
Mit 34 Total Tackles und 4,5 Sacks steht Vea statistisch zwar nicht im allerbesten Licht - dennoch ist er einer der besten Defensive Tackles der Liga und zieht eine Menge Aufmerksamkeit der O-Line auf sich, was anderen Spielern in der Defensive Line hilft.
Die Buccaneers bleiben derweil ruhig und beobachten die Entwicklung des Geschehens: "Das ist kein Grund zur Sorge. Wir haben das schon einmal durchgemacht. Das gehört zum Geschäft dazu", sagte Bowles über Veas Hold-In am Mittwoch.
Im Frontoffice der Buccaneers läuft derweil alles auf Hochtouren. Während die Bucs versuchen eine Lösung für die Vertragsprobleme mit Vea zu finden, steht ein weiterer Starspieler vor seinem letzten Vertragsjahr. Für Quarterback Baker Mayfield bricht ebenfalls das letzte Vertragsjahr eines dreijährigen Kontrakts bei den Buccaneers an. Der ehemalige First-Overall-Pick der Browns entwickelte sich in Tampa Bay zu einem der konstantesten Spielmacher der Liga und erzielte in drei Jahren in Tampa Bay 12.237 Yards, 95 Touchdowns und nur 37 Interceptions.

Mayfield geht allerdings einen anderen Weg als Vea. Als Anführer des Teams und Gesicht des Franchises entschied sich der 31-Jährige dafür, an allen Trainingseinheiten teilzunehmen. Damit baut Mayfield auf die Reputation, die er sich in den vergangenen Jahren aufgebaut hat und setzt dabei alles daran, für das Team so gut wie möglich zu spielen und als Vorbild voranzugehen.
Die Buccaneers stehen nun vor einer schweren Entscheidung und müssen genau überlegen, welche Schritte für die Zukunft des Franchises am besten sind. Denn während beide Spieler essenziell wichtig für den Erfolg des Teams sind, haben die Bucs in dieser Saison einen verbleibenden Cap Space von etwa 8 Millionen Dollar - zu wenig um einen der beiden zu verlängern, geschweige denn beide. Für eine Verlängerung von Vea oder Mayfield müssten daher weitere finanzielle Spielräume geschaffen werden. Daher muss das Team rund um General Manager Jason Licht nun genau eruieren, wie sie mit der Situation umgehen.
nhu